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DBS-Chefin: Cyberangriffe bereiten ihr schlaflose Nächte

Tan Su Shan, CEO der größten Bank Südostasiens, sieht Cyberbedrohungen als größtes Risiko – verschärft durch den Aufstieg der KI.

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DBS-Chefin: Cyberangriffe bereiten ihr schlaflose Nächte

Tan Su Shan, Chefin der DBS Bank und damit der größten Bank Südostasiens, hat Cyberangriffe als das Risiko bezeichnet, das ihr die meisten schlaflosen Nächte bereitet. Nicht Marktvolatilität, nicht geopolitische Schocks – sondern die ständig wachsende Bedrohung durch Cyberkriminelle steht für sie an erster Stelle. Ihre Warnung spiegelt einen grundlegenden Wandel in der Risikowahrnehmung der gesamten Finanzbranche wider.

Tan beschrieb das Umfeld, in dem Banken heute operieren, als eines, in dem Cyberrisiken allgegenwärtig sind und sich kontinuierlich weiterentwickeln. Dies erfordere eine Mentalität permanenter Wachsamkeit. Ihr internes Motto bei DBS lautet dabei unmissverständlich: „Nichts voraussetzen, nichts glauben, niemandem vertrauen."

Bewusste Paranoia als Strategie

Dieser Ansatz hat sich bei DBS in konkreten Maßnahmen niedergeschlagen. Die Bank setzt auf kontinuierliches „Red Teaming" – also das gezielte Stresstesten von Systemen durch simulierte Angriffe. Ziel ist es, Schwachstellen zu identifizieren und zu schließen, bevor echte Angreifer sie ausnutzen können. Tan bezeichnete die dahinterstehende Unternehmenskultur als „bewusste Paranoia".

Besonders besorgniserregend ist für Tan die Rolle der künstlichen Intelligenz. Generative und sogenannte „agentische" KI-Systeme versprechen zwar erhebliche Produktivitätssteigerungen und betriebliche Effizienz – doch sie vergrößern gleichzeitig die sogenannte Angriffsfläche. Damit sind alle Punkte gemeint, an denen ein Angreifer in ein System eindringen kann. Je vernetzter und autonomer Systeme werden, desto mehr potenzielle Einfallstore entstehen.

Tan fasste das Dilemma prägnant zusammen: Der Aufstieg generativer und agentischer KI habe „fantastische Möglichkeiten, aber auch fantastische Herausforderungen und viel Beängstigendes" geschaffen – insbesondere beim Schutz sensibler Daten und der Kerninfrastruktur des Bankwesens.

Datenverwaltung als Schlüssel zur Sicherheit

Für DBS bedeutet die wachsende KI-Nutzung den Aufbau strenger Rahmenbedingungen für den Umgang mit Daten. Tan betonte die Bedeutung des sogenannten „Data Lifecycle Managements" – also der lückenlosen Verwaltung von Daten von ihrer Erstellung bis zu ihrer Löschung. Klare Kontrollen über Zugriff, Prüfbarkeit und Transparenz seien dabei unerlässlich.

Das Betriebsumfeld für Banken und Märkte ist unterdessen insgesamt volatiler geworden. Lieferkettenunterbrechungen, Handelsspannungen und konfliktbedingte Schocks – von der Pandemie über Zölle bis hin zum aktuellen Iran-Krieg – hätten Unternehmen gezwungen, ihre Resilienz auf breiter Front zu überdenken, so Tan. Dieses Prinzip gelte ebenso für die Cybersicherheit: Institutionen müssten Redundanzen, alternative Wege und Notfallpläne entwickeln.

Die Aussagen der DBS-Chefin unterstreichen, dass Cybersicherheit längst kein rein technisches Thema mehr ist, sondern zur strategischen Chefsache avanciert ist. Für deutsche Privatanleger und Bankkunden ist dies ein deutliches Signal: Die Absicherung digitaler Infrastrukturen gehört heute zu den zentralen Aufgaben jedes Finanzinstituts – und die Bedrohungslage wird durch den KI-Fortschritt nicht kleiner, sondern größer.

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