BRB verkauft Banco-Master-Vermögenswerte für 2,9 Milliarden Dollar
Die brasilianische Banco de Brasilia unterzeichnet eine Absichtserklärung mit Quadra Capital zur Veräußerung von Vermögenswerten im Wert von 15 Milliarden Real.

Die Banco de Brasilia (BRB) hat eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) mit dem Investmenthaus Quadra Capital unterzeichnet. Ziel ist die Gründung eines gemeinsamen Investmentfonds, der Vermögenswerte im Referenzwert von 15 Milliarden Real – umgerechnet rund 2,9 Milliarden US-Dollar – übernehmen soll. Bei diesen Vermögenswerten handelt es sich um Positionen, die die BRB im Rahmen von Transaktionen mit der Banco Master erhalten hatte.
Die Vereinbarung soll der BRB dabei helfen, ihre Kapitalstruktur zu stärken und die Liquidität zu verbessern. Laut dem am späten Montag veröffentlichten Dokument sollen zwischen 3 und 4 Milliarden Real in bar ausgezahlt werden. Der verbleibende Betrag soll in nachrangige Anteile des neu zu gründenden Investmentfonds umgewandelt werden, der die Vermögenswerte anschließend verwalten und monetarisieren wird.
Korruptionsermittlungen belasten die BRB
Der Deal findet vor dem Hintergrund schwerwiegender Korruptionsvorwürfe statt. Am 16. April verhaftete die brasilianische Bundespolizei den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der BRB, Paulo Henrique Costa. Ihm wird vorgeworfen, die Annahme von 146 Millionen Real an Bestechungsgeldern ausgehandelt zu haben – im Rahmen eines kriminellen Systems zugunsten der Banco Master. Costa wurde durch einen Gerichtsbeschluss bereits von seinem Posten bei der BRB enthoben.
Die Festnahme ist Teil der vierten Phase der sogenannten „Operation Zero Compliance". Diese Ermittlungsoperation hatte im November des vergangenen Jahres begonnen und richtete sich ursprünglich gegen die Banco Master und deren Eigentümer Daniel Vorcaro, der sich derzeit in Untersuchungshaft befindet. Die Banco Master wurde ebenfalls im November von der brasilianischen Zentralbank liquidiert – ein ungewöhnlich drastischer Schritt, der die Schwere der Vorwürfe unterstreicht.
Costas Anwalt Cleber Lopes erklärte, die Verteidigung bleibe bei ihrer Überzeugung, dass sein Mandant kein Verbrechen begangen habe. Eine strafrechtliche Verurteilung steht damit noch aus.
Transaktion unter Vorbehalt
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseDer endgültige Abschluss der Transaktion zwischen der BRB und Quadra Capital ist an Bedingungen geknüpft. Laut dem MoU müssen die darin genannten Voraussetzungen zunächst erfüllt werden, bevor der Deal rechtswirksam werden kann. Details zu diesen Bedingungen wurden in dem Dokument nicht weiter ausgeführt.
Für deutsche Anleger ist der Fall ein Beispiel dafür, wie regulatorische Eingriffe und Korruptionsermittlungen in Schwellenländern erhebliche Auswirkungen auf Bankbilanzen und Kapitalstrukturen haben können. Die Kombination aus Zentralbankliquidierung, Führungsverhaftungen und milliardenschweren Vermögensübertragungen macht den Fall Banco Master zu einem der aufsehenerregendsten Bankenskandale Brasiliens der jüngeren Vergangenheit.


