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Chinas Sextoy-Markt boomt: KI und Milliarden-Potenzial

Auf der API Expo in Shanghai zeigt sich: Künstliche Intelligenz und gesellschaftlicher Wandel treiben Chinas Erwachsenenprodukte-Branche an.

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Chinas Sextoy-Markt boomt: KI und Milliarden-Potenzial

Auf der diesjährigen API Expo in Shanghai dreht sich alles um einen Begriff: Künstliche Intelligenz. Die Messe für Erwachsenenprodukte in der ostchinesischen Metropole versammelt zahlreiche chinesische und internationale Anbieter, die zeigen, wohin die Reise in der Branche geht. Messeorganisator Pan Chunhui bringt es auf den Punkt: „Das Schlüsselwort ist KI." Immer mehr Produkte integrieren die Technologie, um sie „schlau" zu machen – und Sexpuppen menschenähnlicher zu gestalten.

Das Angebot auf der Messe ist breit gefächert: von niedlich gestalteten Spielzeugen in Fruchtform über Fantasy-Produkte bis hin zu Kostümen und Drogerieprodukten. Ein weiterer Trend, den Lovehoney-Produktleiter Christoph Schobert beobachtet: Spielzeuge wirken bewusst weniger erotisch und dafür niedlicher – ein strategischer Schachzug, um Werbeverbote in sozialen Medien zu umgehen.

China als unverzichtbarer Produktionsstandort

Für die globale Branche ist China weit mehr als nur ein Absatzmarkt. „China ist als Produktionsstandort aus unserer Lieferkette nicht wegzudenken", sagt Schobert. Finanzanalyst Guo Shiliang von der Online-Analyseplattform Jing bestätigt: „Der chinesische Markt spielt in diesem Bereich weiter die Rolle der Fabrik der Welt." Das Land dominiert die Produktion und setzt damit die Rahmenbedingungen für internationale Lieferketten.

KI in Sexpuppen ist laut Schobert trotz des Hypes noch ein Nischenthema – die hohen Preise für qualitativ hochwertige Produkte bremsen die Massenverbreitung. „Als große, menschenechte Puppen, glaube ich, dass wir da noch einige Jahre vor uns haben, bis das irgendwo zu Hause steht", sagt er. Dennoch wächst das Segment: Firmen wie Elsa Babe integrieren bereits KI-Sprachfunktionen in Manga-inspirierte Puppen. „Wir integrieren KI-Sprachfunktionen, damit Kunden über KI mit unseren Puppen interagieren können", erklärt Firmenchef Lin Guanzhi.

Milliarden-Markt mit Wachstumspotenzial

Die Zahlen sprechen für sich: Die chinesische Analyseplattform iiMedia schätzt den Wert des Online-Handels mit Erwachsenenprodukten für 2025 auf 134,85 Milliarden Yuan – umgerechnet rund 16,8 Milliarden Euro. Besonders gefragt sind laut den Analysten Produktqualität, Privatsphäre beim Kauf und spezifische Funktionen. Für die Zukunft erwarten die Experten wachsende Nachfrage nach Produkten speziell für Frauen sowie personalisierten Angeboten.

Der Aufstieg des Online-Handels war dabei ein entscheidender Katalysator. Kunden können Produkte bequem und diskret bestellen – der Gang in einen Laden entfällt. Dieser Trend gilt nicht nur für China, sondern für den gesamten asiatischen Raum.

Gesellschaftlicher Wandel als Wachstumstreiber

Der Boom der Branche fällt in eine Zeit tiefgreifender demografischer Veränderungen in China. Die Geburtenrate hat ein Rekordtief erreicht, die Zahl der Ehen ist trotz eines leichten Anstiegs auf 6,67 Millionen im Jahr 2025 – nach 6,1 Millionen im Vorjahr – strukturell niedrig. Gleichzeitig stieg die Scheidungsrate. Viele junge Chinesen bevorzugen das Single-Leben gegenüber der Ehe.

Die Folgen der jahrzehntelangen Ein-Kind-Politik wirken nach: Ein Männerüberschuss prägt die Gesellschaft und spiegelt sich auch im Produktangebot wider, das sich neben Puppen stark an männliche Konsumenten richtet. Peking versucht gegenzusteuern – unter anderem durch die Abschaffung der Steuerbefreiung für Kondome zu Jahresbeginn sowie Wohnungsförderung für Frischvermählte und Familien mit erstem Kind. Ob diese Maßnahmen die Geburtenzahlen tatsächlich steigern, bleibt offen.

Von Tabuthema zur Wachstumsbranche

Noch vor wenigen Jahrzehnten war das Thema in China gesellschaftlich kaum denkbar. Erst Anfang der 1990er Jahre öffnete der erste Sexshop in Peking. 2003 lockerte die Kommunistische Partei die Regulierung für „Erwachsenenprodukte" – seitdem wächst die Branche kontinuierlich. Die gesellschaftliche Akzeptanz steigt, der Markt reift. Für Investoren, die globale Konsumtrends im Blick behalten, ist Chinas Erwachsenenprodukte-Sektor ein Segment, das trotz kultureller Besonderheiten klare Wachstumssignale sendet.

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