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KI gegen Lebensmittelverschwendung: Supermärkte schützen ihre Margen

Lebensmittelhändler setzen auf künstliche Intelligenz, um Verluste durch verderbliche Waren zu reduzieren und Margen zu steigern.

KI gegen Lebensmittelverschwendung: Supermärkte schützen ihre Margen

Lebensmittelketten stehen unter wachsendem Druck: Inflationsmüde Käufer verteilen ihre Einkäufe auf immer mehr Händler, Discounter wie Dollar General und Warehouse-Clubs wie Costco gewinnen Marktanteile. Als Reaktion darauf setzen immer mehr traditionelle Supermärkte auf künstliche Intelligenz, um ihre Gewinnmargen zu schützen, ohne Kunden zu verlieren. Klassische Instrumente wie pauschale Preiserhöhungen oder breite Rabattaktionen verlieren dabei an Wirksamkeit.

Besonders deutlich zeigt sich das Problem bei verderblichen Waren. Laut Branchenexperten werden in amerikanischen Supermärkten jedes Jahr rund 30 Prozent der Lebensmittel weggeworfen – ein Wertverlust von fast 18,2 Milliarden US-Dollar. Dieser sogenannte „Shrink" oder Warenverlust belastet die Rentabilität der Händler erheblich. Angesichts jahrelanger hoher Inflation und zuletzt gestiegener Benzinpreise suchen die Unternehmen nun nach Wegen, diese Verluste zu minimieren.

Dynamische Preisgestaltung als Schlüsselstrategie

Eine zentrale Rolle spielt dabei die datengestützte, dynamische Preisanpassung bei Produkten, die sich ihrem Mindesthaltbarkeitsdatum nähern. Plattformen wie Flashfood helfen Lebensmittelhändlern, solche Artikel gezielt und in Echtzeit zu bepreisen. Das Unternehmen bringt Käufer über eine App mit lokalen Geschäften zusammen: Nutzer suchen, kaufen und bezahlen rabattierte Artikel direkt in der App und holen ihre Bestellungen anschließend in einem speziellen „Flashfood-Zonen"-Kühlschrank im Geschäft ab.

Das Verkaufsargument von Flashfood ist klar: Einzelhändler müssen sich nicht zwischen Erschwinglichkeit für Kunden und höheren Margen entscheiden. Durch den gezielten Einsatz von KI zur Steuerung von Rabatten – anstatt ganze Produktkategorien im Preis zu senken – können Geschäfte den Abverkauf verbessern und gleichzeitig Abfall reduzieren. Das Endziel sind höhere Verkaufszahlen bei verderblichen Lebensmitteln und weniger Produkte, die auf Mülldeponien landen.

Messbare Erfolge bei Partnerhändlern

Die Ergebnisse bei bestehenden Partnern klingen vielversprechend. Flashfood gibt an, dass Händler wie Kroger, Piggly Wiggly, Loblaws und Gelson's den Warenverlust durch die Nutzung der Plattform um durchschnittlich 27 Prozent reduziert haben. Gleichzeitig stieg die Kundenfrequenz: App-Nutzer tätigen laut Unternehmen durchschnittlich fast vier zusätzliche Einkäufe pro Monat und geben pro Besuch rund 28 US-Dollar mehr für regulär bepreiste Artikel aus – zusätzlich zu ihren rabattierten Käufen.

Diesen Monat expandiert Flashfood in mehr als 100 weitere Kroger-Filialen und baut damit auf einer bereits bestehenden Präsenz von über 2.000 Standorten in Nordamerika auf. Die durch das System generierten Daten liefern Händlern zudem tiefere Einblicke in das Kaufverhalten: Sie zeigen, welche Produkte zu welchem Preis und in welchem Stadium ihrer Haltbarkeit am besten verkauft werden. Das ist besonders relevant in Kategorien wie Frischwaren und Backwaren, wo Margen ohnehin gering und das Verderbsrisiko hoch sind.

Breiter Kontext: Käufer auf Schnäppchenjagd

Der Hintergrund dieser Entwicklung ist eine veränderte Konsumlandschaft. Laut einer Studie von Deloitte suchen 89 Prozent der Verbraucher aktiv nach Rabatten und Sonderangeboten. Daten des Marktforschungsunternehmens Numerator zeigen zudem, dass Käufer mittlerweile 23 Prozent mehr Einzelhändler aufsuchen, um ihre Lebensmitteleinkäufe zu erledigen. Für Supermärkte bedeutet das: Die richtigen Preise zum richtigen Zeitpunkt sind wichtiger denn je.

Die Überbrückung der Lücke zwischen überschüssigen Lagerbeständen und preisbewussten Käufern gilt als eine der deutlichsten Chancen, die Lebensmittelhändler derzeit nutzen, um ihre Rentabilität nachhaltig zu steigern. KI-gestützte Lösungen wie Flashfood könnten dabei zu einem festen Bestandteil moderner Supermarktstrategien werden – auch mit Blick auf den europäischen und deutschen Markt, wo Lebensmittelverschwendung ebenfalls ein wachsendes Thema ist.

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