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Bundeskartellamt beobachtet Diesel-Preisanstieg kritisch

Technische Probleme und Kapazitätsengpässe in Raffinerien als mögliche Ursachen

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Bundeskartellamt beobachtet Diesel-Preisanstieg kritisch

Die jüngsten Preisanstiege bei Dieselkraftstoff haben in Deutschland die Alarmglocken des Bundeskartellamts läuten lassen. Laut der Wettbewerbsbehörde ist der Abstand zwischen den Preisen am Rohölmarkt und den Tankstellenpreisen für Diesel in den letzten Wochen auffällig gestiegen. Diese Preisentwicklung hat die oberste Kartellbehörde Deutschlands dazu veranlasst, ihre Aufmerksamkeit auf die Raffinerien und den Kraftstoffgroßhandel zu richten.

Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, erklärte in einer Mitteilung, dass die momentanen Preissteigerungen bei Diesel ein weiterer Grund seien, sich mit den Ebenen der Raffinerien und des Großhandels zu befassen. Die Behörde hatte im April 2022 eine Sektoruntersuchung "Raffinerien und Kraftstoffgroßhandel" eingeleitet, die noch andauert. Mundt betonte, dass das Kartellamt illegales Verhalten konsequent verfolgen werde, sollte es Hinweise darauf finden.

Die aktuelle Entwicklung der Spritpreise zeigt, dass bei Superbenzin der Sorten E5 und E10 die Preissteigerungen nach Abzug der Steuern weitgehend den Rohölmärkten folgen. Bei Diesel jedoch ist der Abstand zwischen den Rohöl- und den Tankstellenpreisen in den letzten Wochen deutlich gewachsen. Mundt sprach von "Auffälligkeiten". Er erklärte, dass die Gründe für die Preissteigerungen bei Diesel eher nicht bei den Tankstellen zu suchen seien.

Seit dem Russland-Embargo sucht Deutschland als Importland nach neuen Lieferwegen für Diesel und steht dabei in globaler Konkurrenz mit anderen Käufern. Dies kann zu größeren Preisschwankungen führen. Wenn andere Standorte höhere Preise bieten, wird vermehrt dorthin geliefert. Dazu kommen aktuell technische Probleme und Kapazitätsengpässe in deutschen Raffinerien. Die aktuellen Preissteigerungen finden also schon auf Ebene der Raffinerien und des Imports statt. Der höhere Abstand zwischen Diesel- und Rohölpreisen kommt also nicht den Tankstellen zugute, da auch sie höhere Beschaffungskosten haben.

Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie, der unter anderem die Markentankstellen und Raffinerien in Deutschland vertritt, bestätigte die Einschätzung der Behörde. "Zum einen haben die Rohölpreise zugelegt, zum anderen sind zuletzt auch die Einkaufspreise der Tankstellen für Benzin und insbesondere Diesel an den maßgeblichen internationalen Produktmärkten deutlich gestiegen", erklärte ein Sprecher des Verbands.

Der ADAC hingegen kritisierte den Anstieg der Spritpreise erneut. Der Automobilclub argumentierte, dass das Grundniveau der Preise deutlich überhöht sei. Vor dem Hintergrund, dass Rohöl im Wochenvergleich auf einem gleichbleibenden Niveau notiere, sei die aktuelle weitere Preissteigerung nicht gerechtfertigt.

Kartellamt

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