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Benzinpreis unter Trump übertrifft nun Bidens Durchschnitt vor Midterms

AAA-Daten zeigen: Eine Gallone Benzin kostete unter Trump im Schnitt 3,472 Dollar – ein Cent mehr als unter Biden.

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Benzinpreis unter Trump übertrifft nun Bidens Durchschnitt vor Midterms

HOUSTON, 26. Oktober (Reuters) – Die Amerikaner haben in der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump im Durchschnitt mehr für Benzin und Diesel an der Zapfsäule gezahlt als unter seinem demokratischen Vorgänger Joe Biden. Das geht aus Daten der Organisation AAA hervor. Die steigenden Kraftstoffpreise sind für Trump ein erhebliches Problem, da sich die Midterm-Wahlen nähern: Am 3. November versucht die Republikanische Partei, ihre knappen Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses zu verteidigen.

Konkret lag der Preis für eine Gallone reguläres Benzin seit dem Amtsantritt Trumps vor fast zwei Jahren bei durchschnittlich 3,472 Dollar pro Gallone. Damit übertraf er den Durchschnitt von 3,471 Dollar pro Gallone während der Amtszeit von Biden – der Unterschied beträgt also lediglich einen Cent. Eine US-Gallone entspricht rund 3,79 Litern. Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

Noch deutlicher fällt der Abstand beim Dieselkraftstoff aus, der die globale Wirtschaft von der Landwirtschaft über die Schwerindustrie bis hin zum Schiffsverkehr antreibt. Auch hier übertrafen die Preise unter Trump den nationalen Durchschnittswert aus der Biden-Zeit: Sie lagen bei 4,343 Dollar pro Gallone im Vergleich zu 4,078 Dollar pro Gallone. Am 22. September erreichte US-Diesel mit 6,523 Dollar pro Gallone einen Rekordwert, weil Kriege in der Ukraine und im Iran die globalen Kraftstofflieferungen stören.

Zustimmungswerte auf historischem Tiefstand

Die Preisentwicklung schlägt sich offenbar auch in der Stimmung der Wähler nieder. Laut einer am 19. Oktober veröffentlichten Umfrage von Reuters/Ipsos sank die Zustimmung zu Trump in diesem Monat auf einen historischen Tiefstand – die Amerikaner sorgen sich um die hohen Benzinpreise. In der vier Tage dauernden Erhebung befürworteten nur 31 Prozent der Amerikaner die Leistung Trumps im Amt. Das entspricht einem Rückgang um einen Prozentpunkt gegenüber zwei Wochen zuvor und markiert das niedrigste Niveau in beiden seiner Präsidentschaftsämter.

Besonders kritisch fällt das Urteil in der Wirtschaftspolitik aus: Nur 23 Prozent der landesweit befragten Erwachsenen befürworten seine Art der Bewältigung der Wirtschaft. Die Kombination aus hohen Spritpreisen und schwachen Wirtschaftswerten dürfte für die Republikaner im Wahlkampfendspurt zum Ballast werden.

Ein Cent Unterschied – und seine politische Sprengkraft

Bemerkenswert ist, dass die beiden Benzinpreis-Durchschnitte mit 3,472 und 3,471 Dollar extrem nah beieinanderliegen. Der symbolische Effekt dürfte dennoch groß sein, denn im US-Wahlkampf gilt der Preis an der Zapfsäule traditionell als wichtigster Gradmesser für die Wirtschaftspolitik der Regierung. Trump hatte die Kraftstoffpreise in der Vergangenheit wiederholt als Beleg für seine Energiepolitik angeführt.

Für deutsche Anleger und Marktbeobachter ist die Entwicklung vor allem wegen ihrer globalen Signalwirkung relevant. Diesel ist der zentrale Treibstoff für Fracht, Landwirtschaft und Industrie; Preisschocks wirken sich daher unmittelbar auf Transportkosten, Inflationsraten und damit auf die Zinspolitik aus. Die im Quellenbericht genannten Störungen der globalen Kraftstofflieferungen durch die Kriege in der Ukraine und im Iran betreffen damit nicht nur den US-Markt, sondern auch europäische Lieferketten und Energiepreise.

Ob die Wähler die Preisentwicklung am 3. November tatsächlich abstrafen, bleibt offen. Klar ist jedoch: Mit einem Durchschnittspreis, der den Wert der Biden-Jahre nun minimal übersteigt, hat Trump eines seiner stärksten Argumente in der Energie- und Wirtschaftsdebatte eingebüßt.

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