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Barclays stuft Poste Italiane hoch: Kursziel steigt um 63%

Dank des geplanten Telecom-Italia-Deals und einer optimierten Finanzstrategie sieht Barclays über 25% Aufwärtspotenzial für Poste Italiane.

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Barclays stuft Poste Italiane hoch: Kursziel steigt um 63%

Barclays hat am Mittwoch Poste Italiane SpA von „Equal Weight" auf „Overweight" hochgestuft und das Kursziel drastisch von 21,60 Euro auf 35,20 Euro angehoben – ein Anstieg von 63%. Als zentrale Treiber nannte die britische Investmentbank eine geplante Transaktion mit Telecom Italia (TIM) sowie eine optimierte Strategie im Bereich Finanzdienstleistungen. Die Aktie von Poste Italiane schloss zuletzt bei 27,82 Euro, was gegenüber dem neuen Kursziel ein Aufwärtspotenzial von mehr als 25% bedeutet.

Die Heraufstufung basiert auf drei Säulen, die die Barclays-Analysten klar benennen. Erstens überzeugt der geplante TIM-Deal durch seinen Beitrag zum Gewinn je Aktie kurz- bis mittelfristig sowie durch verbessertes langfristiges Wachstumspotenzial. „Uns gefällt der geplante TIM-Deal aufgrund des Beitrags zum Gewinn je Aktie, den er kurz- bis mittelfristig leisten könnte, sowie wegen des verbesserten langfristigen Wachstumspotenzials", erklärten die Analysten. Das fusionierte Unternehmen sei in der Lage, auf der Poste-Seite Barmittel zu generieren und auf der TIM-Seite mehr Kapital für künftiges Wachstum einzusetzen.

Datengesteuerter Akteur als Neobank-Konkurrent

Zweitens sehen die Analysten erhebliches Potenzial in der geplanten Integration von Finanzdienstleistungen, Versicherungen und Zahlungsverkehr. Diese Kombination würde laut Barclays einen „datengesteuerten, IT-zentrierten Akteur schaffen, der mit Neobanken konkurrieren könnte" – ein ambitioniertes Ziel, das Poste Italiane in eine neue strategische Liga heben würde. Drittens hebt Barclays die Bewertungsattraktivität hervor: Die Bank erhöhte den Bewertungsmultiplikator und senkte gleichzeitig die angenommenen Eigenkapitalkosten, um das höhere erwartete Wachstum durch potenzielle M&A-Aktivitäten und organisches Wachstum widerzuspiegeln.

Beim Gewinn je Aktie erwartet Barclays durch den TIM-Deal einen Zuwachs, der „von 10% im Worst-Case-Szenario bis zu 20% im Best-Case-Szenario reicht". Die Schätzungen für den bereinigten Gewinn je Aktie für die Jahre 2026 bis 2028 wurden um durchschnittlich 11% angehoben – begründet mit einem höheren Zinsüberschuss und steigenden Umsätzen im Finanzdienstleistungsbereich. Wesentliche aktionärsrelevante, politische oder technische Hindernisse für die geplante Transaktion sieht Barclays derzeit nicht.

Dividende bleibt attraktiver Anker

Trotz des stärkeren Wachstumsfokus bleibt die Dividende ein wichtiges Argument für Investoren. Barclays prognostiziert für den Zeitraum 2026 bis 2029 eine durchschnittliche Dividendenrendite von rund 6% und bezeichnet die Ausschüttung als „Anker für das Investment-Szenario". Zwar könnte die Dividende „weniger zentral sein, da das Wachstum stärker in den Fokus rückt", dennoch bleibt sie ein stabiles Element der Investitionsthese.

Das Management von Poste Italiane hat laut Barclays erklärt, dass es „nicht beabsichtigt, die Angebotsbedingungen" für die TIM-Transaktion zu ändern. Während der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals hob das Management die EBIT-Prognose für 2026 auf 3,4 Milliarden Euro an – nach einer vorherigen Prognose von mehr als 3,3 Milliarden Euro. Zudem wurde die Prognose für den Nettogewinn am oberen Ende von 2,3 Milliarden Euro sowie die Dividendenprognose je Aktie bestätigt.

Katalysatoren und Risiken im Blick

Als „zentralen Katalysator" für die Aktie identifiziert Barclays den neuen Geschäftsplan des Unternehmens, der am 24. Juli vorgestellt werden soll. Ein separates Update zur TIM-Transaktion wird nach Abschluss des Deals erwartet, der voraussichtlich im vierten Quartal 2026 vollzogen wird. Anleger sollten den Präsentationstermin im Juli daher fest im Kalender markieren.

Als wesentliche Risiken nennt Barclays einen möglichen Anstieg des italienischen Risikoaufschlags für Staatsanleihen (Sovereign Spread), regulatorische Änderungen im Post-, Finanz- oder Versicherungsgeschäft sowie ein mögliches Scheitern des TIM-Deals. Für deutsche Privatanleger, die in italienische Titel investieren, ist insbesondere das Länderrisiko rund um die Stabilität der italienischen Staatsfinanzen ein relevanter Faktor, den Barclays ausdrücklich als Risikofaktor anführt.

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