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Barclays empfiehlt Unum und Equitable trotz Lebensversicherungssorgen

Die britische Großbank sieht bei beiden US-Versicherern attraktive Bewertungen und starke Cashflow-Renditen.

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Barclays empfiehlt Unum und Equitable trotz Lebensversicherungssorgen

Analysten der britischen Großbank Barclays haben Unum Group (NYSE: UNM) und Equitable Holdings (NYSE: EQH) als attraktive Kaufgelegenheiten im Lebensversicherungssektor identifiziert. Trotz allgemeiner Marktunsicherheiten sehen die Experten bei beiden Titeln ein überzeugendes Risiko-Rendite-Profil. Grundlage der Einschätzung ist eine detaillierte Analyse der Cashflow-Prognosen und des Private-Credit-Engagements der Versicherer.

Ein zentrales Argument der Barclays-Analysten: Viele Marktteilnehmer bewerten die Private-Debt-Bestände der Lebensversicherer zu undifferenziert. Sie setzen diese fälschlicherweise mit riskanteren Privatkrediten gleich, die von alternativen Asset-Managern oder Business Development Companies vergeben werden – obwohl sich Struktur, Hebelwirkung und Risikoselbstbehalt erheblich unterscheiden. Die Mehrheit der von Barclays beobachteten Lebensversicherer sei bei der Allokation in Private Debt besonnen vorgegangen.

Im Vergleich zu Banken, die ebenfalls erhebliche Kreditrisiken tragen, aber über weniger transparente Cashflow-Puffer verfügen, hält Barclays den Sektor für relativ attraktiv bewertet. Dennoch mahnt die Bank zur Selektivität: Angesichts erhöhter makroökonomischer und geopolitischer Unsicherheiten sei ein gezielter Ansatz geboten. Im Durchschnitt verfügten die beobachteten Versicherer über ausreichend freien Cashflow, um modellierte Stressszenarien abzufedern.

Unum Group: Starke Cashflow-Rendite und geringes Kreditrisiko

Für die Unum Group sprechen laut Barclays drei Faktoren: eine hohe Rendite des freien Cashflows, ein potenzieller Katalysator im Bereich der Pflege-Rückversicherung sowie ein unwesentliches Engagement in Privatkrediten. Letzteres begrenzt das Abwärtsrisiko in einem belasteten Kreditumfeld erheblich. Damit gilt Unum als defensiverer Wert innerhalb des Sektors.

Equitable Holdings bietet nach Einschätzung von Barclays unter den stärker unter Druck geratenen Rentenversicherungstiteln das überzeugendste Risiko-Rendite-Profil. Das Unternehmen wird auf Basis der Schätzungen für 2027 mit einer Rendite des freien Cashflows von nahezu 18 Prozent gehandelt. Mehr als die Hälfte dieses Cashflows stammt dabei aus nicht versicherungsbezogenen, nicht regulierten Geschäftsbereichen – allen voran der Vermögensverwaltungstochter AllianceBernstein.

Equitable Holdings: Implizite Cashflow-Rendite von fast 30 Prozent

Besonders aufschlussreich ist die Berechnung, die Barclays für das reine Versicherungsgeschäft von Equitable anstellt. Rechnet man die börsennotierte Beteiligung an AllianceBernstein sowohl aus dem Eigenkapitalwert als auch aus den zugehörigen Cashflows heraus, nähert sich die implizite Rendite des freien Cashflows des verbleibenden Versicherungsgeschäfts 30 Prozent an. Barclays bewertet dies als überaus attraktiv – selbst angesichts der Spread-Kompression, mit der das Unternehmen zuletzt konfrontiert war.

Fazit der Barclays-Analysten: Die Bewertungen und Cash-Renditen beider Unternehmen preisen trotz weiterhin enger Credit Spreads bereits Stressfaktoren ein. Für selektive Anleger mit Interesse am US-Lebensversicherungssektor bieten Unum und Equitable damit eine interessante Einstiegsmöglichkeit.

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