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Bank of England lockert Bankenaufsicht: Zweijahresrhythmus statt jährlicher Prüfungen

Die britische Notenbank reduziert die Häufigkeit ihrer Aufsichtsgespräche mit Großbanken von einem jährlichen auf einen zweijährigen Zyklus. Die Maßnahme soll Bürokratie abbauen und das Wirtschaftswachstum fördern.

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Bank of England lockert Bankenaufsicht: Zweijahresrhythmus statt jährlicher Prüfungen

Die Prudential Regulation Authority (PRA) der Bank of England (BoE) vollzieht einen bedeutenden Kurswechsel in der Bankenaufsicht. Ab 2026 werden die sogenannten "Periodischen Zusammenfassenden Treffen" – formelle Risikoüberprüfungen der beaufsichtigten Institute – nur noch alle zwei Jahre stattfinden. Dies gab Sam Woods, Vize-Gouverneur der BoE, am Donnerstag bekannt.

"Dies wird unsere Abläufe effizienter gestalten und die Interaktionen der Unternehmen mit der PRA verschlanken", erklärte Woods in einer offiziellen Stellungnahme. Die Entscheidung erfolgt vor dem Hintergrund wachsenden politischen Drucks, regulatorische Hürden abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit des britischen Finanzplatzes zu stärken.

Eigeninitiative der Notenbank

Nach Informationen von zwei mit der Angelegenheit vertrauten Quellen handelt es sich bei der Umstellung um eine Eigeninitiative der Zentralbank. Die Bankenbranche selbst habe diese Änderung nicht aktiv eingefordert. Die Maßnahme wird als Möglichkeit gesehen, das sekundäre Ziel der BoE – die Förderung von Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit – zu unterstützen, ohne die Finanzstabilität zu gefährden.

Robert Dedman, Partner bei der Anwaltskanzlei CMS und ehemaliger Leiter der Durchsetzung bei der PRA, bewertet den Schritt positiv: "Die Vorbereitung auf jährliche Treffen beansprucht Zeit und Kapazitäten des Top-Managements, die besser für die Führung des Geschäfts genutzt werden könnten." Der Plan stehe im Einklang mit der Wachstumsagenda der britischen Regierung.

Kritik an Deregulierungskurs

Doch nicht alle Experten teilen diese Einschätzung. Zwei ehemalige BoE-Beamte äußerten am Donnerstag Bedenken, die Zentralbank habe einen Fehler gemacht, indem sie die Kapitalanforderungen für Banken zu einem Zeitpunkt gesenkt habe, an dem die Risiken für den Finanzsektor zunehmen. Die Kritik zeigt die Gratwanderung zwischen Wachstumsförderung und Finanzstabilität.

Globaler Trend zur Deregulierung

Die britische Initiative reiht sich in eine weltweite Bewegung ein. Siebzehn Jahre nach der globalen Finanzkrise suchen Aufsichtsbehörden international nach Wegen, die regulatorische Belastung für Banken zu verringern. Vorreiter ist die Trump-Administration in den USA, wo die von Präsident Donald Trump ernannten Bankenregulierer versuchen, neue Vorschriften zu verzögern und bestehende Kapitalvorschriften zu überarbeiten.

In Großbritannien umfassen jüngste Änderungen die Vereinfachung der Kapitalanforderungen für kleinere Unternehmen, den Bürokratieabbau für Versicherer sowie die Reduzierung regulatorischer Anforderungen für genossenschaftliche Bausparkassen und andere gegenseitige Kreditgeber. Das Ziel: Kapital für Banken freizusetzen, das die Kreditvergabe ankurbeln und letztendlich das Wirtschaftswachstum fördern soll.

Auswirkungen für den Finanzsektor

Die Umstellung auf einen Zweijahresrhythmus wird erhebliche praktische Auswirkungen haben. Großbanken können ihre Compliance-Ressourcen effizienter einsetzen und ihre strategische Planung langfristiger ausrichten. Gleichzeitig bleibt die Frage, ob eine reduzierte Aufsichtsfrequenz ausreicht, um potenzielle Risiken im Finanzsystem frühzeitig zu erkennen – insbesondere in einem zunehmend volatilen wirtschaftlichen Umfeld.

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