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BaFin warnt, Deutsche Bank schwächelt: DAX schließt tiefer

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BaFin warnt, Deutsche Bank schwächelt: DAX schließt tiefer

Die Börse in Frankfurt hat zur Wochenmitte die Nerven verloren – und ausgerechnet die Deutsche Bank, sonst oft Stimmungsträger im Finanzsektor, wurde zum Belastungsfaktor. Der DAX schloss am Mittwoch mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 24.823 Punkten, nachdem der Leitindex im Tagesverlauf zeitweise stärker unter Druck geraten war. Zwei Themen prägten das Bild: Ermittlungen bei Deutschlands größtem Geldhaus und ein mahnender Ton der Finanzaufsicht BaFin – flankiert vom globalen Blick nach Washington, wo die US-Notenbank über den nächsten Zinsschritt entschied.

Im Zentrum stand die Nachricht, dass die Staatsanwaltschaft Frankfurt Büros der Deutschen Bank wegen des Verdachts auf Geldwäsche durchsuchen ließ. In der Spitze rutschte die Aktie um fast drei Prozent auf ein Wochentief von 32,23 Euro ab. Ermittler sprachen von einem Verfahren gegen „unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter“, die Bank bestätigte die Durchsuchungen und betonte, man arbeite vollumfänglich mit der Staatsanwaltschaft zusammen. Nach Angaben der Ermittler geht es um frühere Geschäftsbeziehungen zu ausländischen Gesellschaften, die im Verdacht stehen, zum Zweck der Geldwäsche eingesetzt worden zu sein.

Brisant ist der Zeitpunkt auch deshalb, weil die Deutsche Bank für Donnerstag, den 29. Januar 2026, die Vorlage ihrer Zahlen für 2025 angekündigt hat. Der Konzern rückt damit unmittelbar nach den Durchsuchungen in den Scheinwerferkegel – und der Markt muss abwägen, ob die Ermittlungen über die kurzfristige Kursreaktion hinaus Folgen für die Bewertung haben könnten. Analysten rechneten zuletzt damit, dass die Bank 2025 deutlich mehr verdient hat als im Jahr zuvor; umso sensibler ist die Lage, weil die Erwartungshaltung ohnehin hoch ist.

Neben der Einzelaktie brachte eine Warnung der BaFin zusätzliche Schärfe in die Debatte. Behördenchef Mark Branson warnte angesichts des großen Optimismus an den Finanzmärkten vor wachsenden Risiken und einem hohen Potenzial für plötzliche Markt- und Preiskorrekturen. Stabilitätsbedrohende Faktoren wie militärische und handelsbezogene Konflikte sowie die hohe Verschuldung wichtiger Industrienationen würden aus seiner Sicht unterschätzt. Branson nahm zudem Anlagevehikel ins Visier, die in weniger regulierten Bereichen wachsen und oft mit Optionen oder Futures arbeiten – eine indirekte Mahnung, dass Risiko nicht verschwunden ist, nur weil Kurse lange steigen.

Auf der Gewinnerseite stach Infineon heraus. Die Chipaktie kletterte auf den höchsten Stand seit mehr als drei Jahren und profitierte von Rückenwind aus der Branche. Der niederländische Chipausrüster ASML meldete einen rekordhohen Auftragseingang und gab sich optimistisch für das laufende Jahr – ein Signal, das in einem Marktumfeld, das stark über Zukunftserwartungen und Investitionszyklen gespielt wird, unmittelbar auf die Stimmung im Halbleitersektor durchschlägt.

Über dem europäischen Handel lag zugleich die Frage, wie die Federal Reserve den nächsten Abschnitt ihrer Geldpolitik absteckt. Die US-Notenbank beließ die Zielspanne für den Leitzins am Mittwoch bei 3,50 bis 3,75 Prozent. In ihrer Mitteilung verwies sie auf ein weiterhin solides Wachstum, einen Arbeitsmarkt mit geringeren Beschäftigungszuwächsen und eine Inflation, die nach Einschätzung der Fed nach wie vor etwas erhöht ist. Bemerkenswert: Es gab zwei Gegenstimmen im Offenmarktausschuss – Stephen I. Miran und Christopher J. Waller hätten eine Senkung um 0,25 Prozentpunkte bevorzugt. In der sogenannten Implementation Note präzisierte die Fed außerdem die operativen Parameter: Der Zins auf Reserveguthaben liegt ab dem 29. Januar bei 3,65 Prozent; auch die Sätze für die ständigen Fazilitäten wurden festgezurrt. Parallel bekräftigte der FOMC seine längerfristige geldpolitische Strategie in unveränderter Form.

An den Rohstoffmärkten übersetzte sich das Gemisch aus Dollar-Schwäche, geopolitischer Unsicherheit und Zinserwartungen in ein weiteres Ausrufezeichen: Gold markierte ein neues Rekordniveau. Eine Feinunze kostete erstmals mehr als 5.300 Dollar – ein Preis, der den Charakter des Edelmetalls als Krisenwährung unterstreicht und zugleich zeigt, wie stark Anleger in dieser Phase auf Absicherung setzen.

Abseits der Tageskurse lieferte die Unternehmensseite zusätzliche Themen. BASF veröffentlichte vorläufige Zahlen für 2025 und bezifferte den Umsatz auf 59,7 Milliarden Euro. Die Deutsche Telekom meldete im Rahmen ihres Aktienrückkaufs, im Zeitraum vom 19. bis 23. Januar 2026 insgesamt 1.665.194 Aktien erworben zu haben. RWE erhielt für den Offshore-Windpark „Thor“ eine 30-jährige Stromerzeugungslizenz in Dänemark, ein wichtiger Schritt für die Projektumsetzung. Siemens stellte neue Industrie-AI-Initiativen heraus und verwies auf eine ausgeweitete Zusammenarbeit mit Nvidia. Allianz Global Investors sicherte sich eine 20,25-Prozent-Beteiligung an einem 500-Megawatt-Offshore-Windpark in Frankreich. SAP und Fresenius kündigten eine Kooperation an, um digitale Gesundheitsprozesse mit KI zu unterstützen. Volkswagen berichtete über 4,73 Millionen Auslieferungen weltweit. DHL verlängerte sein Jugendprogramm GoTeach und erneuerte Partnerschaften bis 2030.

Für den Donnerstag deutet sich damit ein Markt an, der zwischen zwei Polen navigieren muss: auf der einen Seite die unmittelbare Schlagzeilenlage rund um Ermittlungen und Aufseherwarnungen, auf der anderen Seite harte Unternehmenszahlen und der Versuch, aus der Fed-Kommunikation einen stabilen Zinskompass zu gewinnen. Besonders im Fokus steht die Deutsche Bank mit ihren 2025er-Zahlen – und die Frage, ob der Markt die Razzia als kurzfristige Störung oder als Risiko mit längerer Halbwertszeit einpreist.

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