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Automotive-Aftermarket boomt: Mavis kauft Pep Boys für 700 Millionen Dollar

Branchenkonsolidierung und starke GPC-Quartalszahlen beflügeln den US-Automobilzubehörsektor mit Kursgewinnen von bis zu acht Prozent.

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Automotive-Aftermarket boomt: Mavis kauft Pep Boys für 700 Millionen Dollar

Der US-amerikanische Automotive-Aftermarket-Sektor erlebte am Dienstag, dem 22. Juli 2026, einen deutlichen Kursaufschwung. Zwei Ereignisse sorgten gleichzeitig für Bewegung: die Klarstellung von Genuine Parts Company (GPC) zu Übernahmerüchten sowie die Ankündigung einer milliardenschweren Konsolidierung zwischen Mavis Tire Express Services und Pep Boys.

Im Mittelpunkt stand zunächst Genuine Parts Company (NYSE: GPC), die im Rahmen ihres Earnings Calls für das zweite Quartal Spekulationen über einen möglichen Verkauf des Automobilgeschäfts entschieden zurückwies. Seit Anfang Juli kursierten Berichte, wonach O'Reilly Automotive Interesse an der Automobilsparte von GPC gezeigt haben soll. Das Management stellte klar: „Wir sind uns der jüngsten Marktspekulation über eine mögliche Transaktion zwischen dem globalen Automobilgeschäft und einem Wettbewerber bewusst. Ich möchte diese Gelegenheit nutzen, um offiziell zu bestätigen, dass wir uns derzeit in keinen Gesprächen mit einem Wettbewerber befinden."

Starke Quartalszahlen von Genuine Parts Company

Trotz der Dementis blieb die Stimmung der Anleger positiv – denn GPC überzeugte mit soliden Finanzergebnissen für das zweite Quartal, das am 30. Juni 2026 endete. Die nordamerikanische Automotive Parts Group steigerte ihren Umsatz um 3,8 Prozent auf 2,5 Milliarden US-Dollar. Dabei trugen ein Anstieg der vergleichbaren Umsätze um 2,6 Prozent sowie Akquisitionsbeiträge von 1,3 Prozent zum Wachstum bei. Das EBITDA des Segments legte um 6,0 Prozent auf 208 Millionen US-Dollar zu, die Marge verbesserte sich um 20 Basispunkte auf 8,2 Prozent.

Das internationale Automobilgeschäft entwickelte sich noch dynamischer: Der Umsatz stieg um 8,2 Prozent auf 1,6 Milliarden US-Dollar. Rückenwind lieferten ein Währungseffekt von 4,9 Prozent, ein Akquisitionsbeitrag von 2,7 Prozent sowie ein Anstieg der vergleichbaren Umsätze um 0,6 Prozent. Das internationale EBITDA wuchs ebenfalls um 6,0 Prozent auf 150 Millionen US-Dollar, wenngleich die Marge leicht um 20 Basispunkte auf 9,4 Prozent nachgab.

Mavis übernimmt Pep Boys für rund 700 Millionen Dollar

Parallel dazu sorgte eine Übernahmenachricht für zusätzlichen Schwung im Sektor. Mavis Tire Express Services, bereits einer der größten unabhängigen Reifen- und Serviceanbieter Nordamerikas, gab bekannt, Pep Boys von Icahn Enterprises (NASDAQ: IEP) in einer Bartransaktion im Wert von rund 700 Millionen US-Dollar übernehmen zu wollen. Pep Boys betreibt knapp 800 Standorte, die in das bestehende Netzwerk von Mavis integriert werden sollen. Nach Abschluss der Transaktion wird Mavis über mehr als 4.400 Servicezentren in den USA und Kanada verfügen.

Strategisch ist der Deal vor allem deshalb bedeutsam, weil Pep Boys eine starke Präsenz im Westen der Vereinigten Staaten besitzt – ein Bereich, in dem Mavis bislang weniger vertreten ist. David Sorbaro, Co-Chief Executive Officer von Mavis, bezeichnete die Übernahme als einen „bedeutenden Meilenstein" in der Wachstumsstrategie des Unternehmens. Er hob hervor, dass Pep Boys eine „treue Kundenbasis, eine tief verwurzelte Marktpräsenz und ein Vertriebsnetz mitbringt, das die Lieferkette von Mavis landesweit stärken wird."

Carl C. Icahn, Chairman von Icahn Enterprises, erklärte, dass die kombinierten Unternehmen von erhöhten Skaleneffekten und der tiefen Branchenerfahrung des Mavis-Teams profitieren würden. Icahn Enterprises behält im Rahmen der Vereinbarung das Eigentum an den zuvor von Pep Boys übertragenen Immobilien sowie an den Geschäftsbereichen AAMCO Transmissions und Precision Tune Auto Care. Beraten wurde die Transaktion von Jefferies auf der Finanzseite und Brown Rudnick LLP auf der Rechtsseite.

Kursgewinne im gesamten Sektor

Die Märkte reagierten auf beide Nachrichten mit deutlichen Kursgewinnen im vorbörslichen Handel. O'Reilly Automotive (NASDAQ: ORLY) legte um 8 Prozent zu, Advance Auto Parts (NASDAQ: AAP) stieg um 7 Prozent, und AutoZone (NASDAQ: AZO) gewann 4,7 Prozent. Diese Bewegungen spiegeln das gestiegene Anlegervertrauen in die Widerstandsfähigkeit und das Konsolidierungspotenzial der Automobilzubehörbranche wider.

Für deutsche Anleger ist der Sektor vor allem als Indikator für die Konsumstärke in den USA relevant. Aftermarket-Anbieter profitieren typischerweise davon, wenn Verbraucher ihre bestehenden Fahrzeuge länger halten und häufiger warten lassen, anstatt neue Autos zu kaufen. Die Mavis-Pep-Boys-Transaktion soll in den kommenden Monaten abgeschlossen werden, vorbehaltlich der Erfüllung üblicher Abschlussbedingungen.

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