Platinum Equity übernimmt 50% von Nestlés europäischer Wassersparte
Der US-Investor bewertet das Geschäft mit San Pellegrino und Perrier mit fast fünf Milliarden Euro.

Platinum Equity steht kurz vor der Übernahme von rund 50 Prozent des europäischen Wassergeschäfts von Nestlé. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Transaktion würde die Wassersparte des Schweizer Lebensmittelkonzerns mit insgesamt fast fünf Milliarden Euro bewerten.
Die Transaktion soll als Joint Venture strukturiert werden. Zum betroffenen Geschäftsbereich gehören bekannte Marken wie San Pellegrino und Perrier – zwei der bekanntesten Mineralwassermarken weltweit. Beide Marken erfreuen sich insbesondere im europäischen Premium-Segment einer starken Marktstellung.
Abschluss vor Halbjahreszahlen geplant
Die beiden Parteien arbeiten daran, die Vertragsbedingungen noch vor Donnerstag zu finalisieren. An diesem Tag veröffentlicht Nestlé seine Ergebnisse zum ersten Halbjahr. Ein Abschluss der Verhandlungen vor der Ergebnispräsentation würde es dem Konzern ermöglichen, den Deal gemeinsam mit den Finanzzahlen zu kommunizieren.
Die bevorstehende Einigung würde einen langwierigen Verkaufsprozess für Nestlé abschließen. Der Schweizer Konzern hatte die Wassersparte seit geraumer Zeit auf den Prüfstand gestellt und nach strategischen Optionen gesucht. Ein Teilverkauf in Form eines Joint Ventures ermöglicht es Nestlé, weiterhin an dem Geschäft beteiligt zu bleiben und gleichzeitig frisches Kapital zu generieren.
Platinum Equity als Käufer
Platinum Equity ist ein US-amerikanischer Private-Equity-Investor, der auf Unternehmensübernahmen und -restrukturierungen spezialisiert ist. Die Beteiligungsgesellschaft ist für ihre Investitionen in komplexe Unternehmenstransaktionen bekannt. Mit dem Einstieg bei Nestlés Wassersparte würde Platinum Equity einen bedeutenden Fuß in den europäischen Konsumgütermarkt setzen.
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Zur AktienanalyseFür Nestlé selbst steht der Deal im Kontext einer breiteren strategischen Neuausrichtung. Der Konzern steht seit einiger Zeit unter Druck, sein Portfolio zu optimieren und sich auf profitablere Kernbereiche zu konzentrieren. Ein Teilverkauf der Wassersparte zu einer Bewertung von fast fünf Milliarden Euro wäre ein klares Signal an die Märkte, dass Nestlé aktiv an der Verschlankung seines Geschäftsmodells arbeitet.
Die Strukturierung als Joint Venture ist dabei ein interessanter Kompromiss: Nestlé gibt die operative Kontrolle teilweise ab, behält aber eine strategische Beteiligung an den starken Marken San Pellegrino und Perrier. Für Investoren und Aktionäre dürfte die finale Bestätigung des Deals am Donnerstag im Rahmen der Halbjahreszahlen mit Spannung erwartet werden.

