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Australische Ananasfarmer kämpfen gegen Importpläne aus Asien

Geplante Ananas-Importe aus Indien und Indonesien bedrohen Australiens Landwirte – durch Preisdruck und invasive Insektenarten.

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Australische Ananasfarmer kämpfen gegen Importpläne aus Asien

Australische Ananasfarmer schlagen Alarm: Die Regierung in Canberra erwägt, Ananasimporte aus Indien und Indonesien zuzulassen – und das könnte die heimische Industrie in Queensland hart treffen. Jährlich werden in Australien rund 35 Millionen Ananas im Wert von 80 Millionen Australischen Dollar (umgerechnet etwa 56 Millionen US-Dollar) verkauft. Die Frucht gehört neben Zuckerrohr und Rindfleisch zu den bedeutendsten Agrarprodukten des Bundesstaates Queensland.

Der Großteil der australischen Ananas wird im Inland konsumiert, da die heimischen Erzeuger auf dem Weltmarkt nicht mit der günstigeren Ware aus Asien und Mittelamerika konkurrieren können. Nun fürchten die Farmer, dass billige Importe auch den letzten Schutzwall – den heimischen Markt – einreißen könnten. Das Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Forstwirtschaft hat eine 60-tägige Konsultationsphase eingeleitet, die bei vielen Landwirten die Sorge geweckt hat, bald „das bittere Ende der Ananas" zu spüren zu bekommen – eine australische Redewendung für ein schlechtes Geschäft.

Biosicherheit als zentrales Streitthema

Neben dem wirtschaftlichen Druck steht vor allem die Biosicherheit im Mittelpunkt der Debatte. Col Hawken, ein Ananasfarmer aus der Nähe von Maryborough in Queensland, der jährlich 800 Tonnen der Frucht produziert, bringt es auf den Punkt: „Es ist Kohle gegen Ananas." Er spielt damit auf den bilateralen Handel an, der einem Industriezweig in Queensland nützt, einen anderen jedoch bedroht. Hawken warnt eindringlich vor den Folgen invasiver Arten: „Agakröten, Riesen-Rattenschwanzgras, Feuerameisen – all das hat die Produzenten und das Land Milliarden und Abermilliarden gekostet. Man sollte das Tor gar nicht erst öffnen."

Konkret befürchten die Landwirte, dass saftsaugende Insekten wie Schmierläuse und Thripse auf importierten Ananas nach Australien gelangen könnten. Das Problem: Die Pestizide, die zur Bekämpfung solcher Schädlinge eingesetzt werden – darunter Chlorpyrifos und Dimethoat – sind in Australien stark reglementiert, in anderen Märkten jedoch nicht. Heimischen Farmern fehlen damit die Mittel, um einen potenziellen Schädlingsausbruch wirksam zu bekämpfen.

Scott Maxwell, Vorsitzender des Branchenverbandes Australian Pineapples, weist auf eine weitere Gefahr hin: Viele Ananasplantagen in Gebieten wie der Sunshine Coast grenzen direkt an Wohngebiete. Insekten auf importierten Früchten, die Verbraucher kaufen, könnten so leicht auf die Ernten übertragen werden. „Es ist kein eingebildetes Risiko – der Weg für einen exotischen Schädling ist sehr klar", sagt Maxwell.

Politik entdeckt die Ananas

Das Thema hat inzwischen auch die australische Innenpolitik erreicht. Die oppositionelle Liberal Party nutzt den Streit, um die Regierung unter Druck zu setzen. Oppositionsführer Angus Taylor forderte auf einer Pressekonferenz in Queensland: „Neue Ananasimporte sollten nicht genehmigt werden, bevor die wissenschaftlichen Erkenntnisse unabhängig geprüft wurden, die endgültigen Bedingungen klar sind und die australischen Erzeuger vor Schäden der Biosicherheit geschützt sind."

Australiens Regierung hatte Handelsabkommen zuletzt aktiv gefördert, um die Wirtschaft zu stärken – Agrarexporte gelten dabei als wertvolles Instrument, um den Druck durch Zölle auszugleichen und Kraftstoffimporte zu sichern. Die Konsultation soll nun das Risiko von Schädlingen und Krankheiten gegen die potenziellen Vorteile einer Marktöffnung abwägen. Das Landwirtschaftsministerium lehnte eine Stellungnahme ab.

Farmer Hawken warnt, dass die Konsequenzen weit über die Ananasbranche hinausgehen könnten: „Wir sind nur die Spitze des Eisbergs." Auch Beeren- und Zuckerrohrfarmen könnten durch eine Lockerung der Biosicherheitsregeln gefährdet werden. Australiens strenge Biosicherheitsvorschriften galten bislang als wichtiger Schutzwall für die gesamte Agrarwirtschaft – etwa gegen die Maul- und Klauenseuche oder parasitäre Insekten.

Die Ananas hat in Australien übrigens eine lange kulturelle Geschichte: Im Jahr 1947 schickte die australische Regierung 500 Kisten Dosenananas als Hochzeitsgeschenk an Königin Elisabeth. Und die „Big Pineapple" – eine 16 Meter hohe Glasfaserstruktur nördlich von Brisbane – ist bis heute eine beliebte Touristenattraktion. Ob die Frucht auch künftig ein Symbol für australischen Stolz bleibt, hängt nun vom Ausgang der Konsultation ab.

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