Chinas Exporte in die USA verlieren im Juli wieder an Schwung
Nach einem starken Junianstieg von 14% zeigt eine aktuelle Unternehmensumfrage: Chinas Lieferungen in die USA schwächeln erneut.

Chinas Exporte in die USA haben im Juli nachgelassen – nach einer kurzen Erholung im Vormonat. Das geht aus der jüngsten Unternehmensumfrage des China Beige Book hervor. Damit verliert einer der wenigen verbliebenen Wachstumsmotoren der chinesischen Wirtschaft erneut an Fahrt.
Im Juni hatten die Lieferungen in die USA noch um 14% zugelegt und damit maßgeblich dazu beigetragen, dass Chinas Gesamtexporte um 27% in die Höhe schnellten – der stärkste Anstieg seit fast fünf Jahren. Dieser Boom war jedoch vor allem auf vorgezogene Lieferungen zurückzuführen: Unternehmen beeilten sich, Waren in die USA zu verschiffen, bevor im späteren Verlauf des Sommers höhere US-Zölle erwartet wurden.
Bereits im März waren Chinas Exporte in die USA im Jahresvergleich um mehr als 26% eingebrochen. Laut offiziellen Daten von Wind Information entsprach dies dem allgemeinen Trend zweistelliger Rückgänge, der seit der Verschärfung der Handelsspannungen im April 2025 anhält. Der Juniaufschwung erwies sich damit als vorübergehend.
Schwächelnde Fabrikaktivität und rückläufige Beschäftigung
Die Umfrage des China Beige Book zeichnet für Juli ein insgesamt trübes Bild der chinesischen Wirtschaft. Die Fabrikaktivität verlangsamte sich spürbar, und das verarbeitende Gewerbe verzeichnete die schlechteste Entwicklung bei der Beschäftigung. Das Stellenwachstum verschlechterte sich im Vergleich zum Vorjahr in allen untersuchten Sektoren.
Auch der Binnenkonsum sendet keine ermutigenden Signale: Die Einzelhandelsumsätze sanken im Juli sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch zum Vorjahreszeitraum. Besonders hart traf es die Bereiche Reisen und Gastronomie, die laut dem Bericht einen „deutlichen Rückgang im Jahresvergleich" verzeichneten.
Positiv zu vermerken ist, dass der rasante Aufbau von Rechenzentren für KI-Anwendungen die Nachfrage nach in China hergestellten Komponenten angekurbelt hat. Dieser Faktor stützte zuletzt die Exportzahlen und könnte auch künftig eine Rolle spielen.
Peking setzt auf Inlandsnachfrage und Technologie
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Zur AktienanalyseChinas führende Entscheidungsträger reagierten am Donnerstag auf die wirtschaftliche Lage. Laut einem Bericht staatlicher Medien betonten sie die Notwendigkeit, die Inlandsnachfrage zu stärken und die internationale Handelskooperation auszuweiten. Zudem unterstrich die Erklärung Pekings Priorität, technologische „Durchbrüche" zu erzielen – ein klares Signal, dass die Regierung auf Innovation als Wachstumstreiber setzt.
Für deutsche Anleger und Beobachter der Weltwirtschaft sind die kommenden Wochen entscheidend: Die offiziellen chinesischen Handelsdaten für Juli werden am 7. August veröffentlicht. Die Zahlen zu Einzelhandelsumsätzen und Investitionen folgen am 17. August. Diese Daten werden zeigen, ob die Signale des China Beige Book sich in den offiziellen Statistiken bestätigen und wie stark der Gegenwind durch die anhaltenden US-Handelsspannungen tatsächlich ist.


