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Asiens Börsen auf Rekordkurs: Dollar drückt Yen auf 40-Jahres-Tief

Zum Quartalsende glänzen Asiens Märkte mit historischen Gewinnen, während ein starker US-Dollar Yen und Gold belastet.

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Asiens Börsen auf Rekordkurs: Dollar drückt Yen auf 40-Jahres-Tief

Asiatische Aktienmärkte haben das zweite Quartal 2024 mit beeindruckenden Kursgewinnen abgeschlossen. Japans Nikkei steuert auf einen Rekordanstieg von mehr als 36% in diesem Quartal zu, angetrieben vor allem von Technologie- und Chiptiteln. Gleichzeitig drückte ein erstarkender US-Dollar den japanischen Yen auf ein Vier-Jahrzehnte-Tief von 162,41 Yen je US-Dollar.

Der südkoreanische KOSPI gab am Dienstag zwar um 1% nach, verzeichnet im Quartal jedoch ein Plus von fast 65% – und hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdoppelt. Treiber dieser Rallye sind vor allem Chiphersteller, die weltweit von der anhaltenden Nachfrage nach Halbleitern profitieren. Auch der taiwanesische Leitindex steuert auf ein Quartalsplus von mehr als 40% zu.

Starker Dollar belastet Gold und Yen

Der US-Dollar-Index legte im Quartal um 1,3% zu, begünstigt durch eine deutliche Neubewertung der US-Zinserwartungen. Angesichts wirtschaftlicher Stärke und anhaltenden Inflationsdrucks in den USA haben sich die Markterwartungen von Zinssenkungen hin zu möglichen Zinserhöhungen verschoben. Dies hat Gold den stärksten Quartalsrückgang seit mehr als einem Jahrzehnt beschert.

Für den Yen ist die Lage besonders heikel: Das Vier-Jahrzehnte-Tief gegenüber dem Dollar versetzt Händler in Sorge vor einer erneuten Intervention der japanischen Behörden. Japans Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte, die Behörden stünden bereit, „jederzeit angemessen zu reagieren". Derartige Warnungen gelten am Devisenmarkt als klares Signal für eine mögliche Stützungsaktion.

Die nächsten richtungsweisenden Impulse für die Märkte dürften von den US-Arbeitsmarktdaten kommen, die aufgrund eines Feiertags am Freitag bereits am Donnerstag veröffentlicht werden. Zudem steht ein Auftritt von Federal-Reserve-Vorsitzendem Kevin Warsh am Mittwoch im Fokus der Anleger.

Ölpreise beruhigen sich, Wachstumsausblick hellt sich auf

Am Ölmarkt haben sich die Sorgen über geopolitische Risiken merklich gelegt. Die Terminkontrakte der Referenzsorte Brent notieren mit 72,49 US-Dollar pro Barrel wieder auf Vorkriegsniveau, obwohl der vorläufige Waffenstillstand weiterhin fragil ist. Kerry Craig, Stratege bei J.P. Morgan Asset Management in Melbourne, wertet dies positiv: „Da die Ölpreise nun gesunken sind, bestärkt dies unsere Einschätzung eines eher trendgerechten weltweiten Wachstums im Vergleich zum unterdurchschnittlichen Wachstum, das wir noch vor einigen Monaten erwartet hatten, was auch die positivere Gewinnentwicklung stützt."

Auch aus China kamen am Dienstag positive Signale: Die chinesische Industrieproduktion expandierte im Juni, angetrieben durch starke High-Tech-Exporte. Der chinesische Blue-Chip-Index CSI300 legte im Quartal um rund 10% zu. Deutlicher Nachzügler bleibt hingegen der Hang Seng in Hongkong, der im Quartal einen Rückgang von 7,5% verzeichnete.

Institutionelle Anleger verkaufen trotz Rekordgewinnen

Ein bemerkenswertes Phänomen dieses Rekordquartals ist das Verhalten großer institutioneller Investoren. Trotz der enormen Kursgewinne in technologieorientierten Märkten wie Südkorea und Taiwan haben ausländische Investoren während des gesamten Aufstiegs netto verkauft. Laut BNY sind in diesem Jahr bisher netto 17,3 Milliarden US-Dollar aus südkoreanischen Aktien abgeflossen.

Geoff Yu, Makrostratege bei BNY, erklärt dieses Paradox: „Diese Kluft zwischen Renditen und Kapitalflüssen passt zu einem breiteren Muster in den technologieorientierten Märkten Asiens: Eine starke Performance löst Portfolioumschichtungen und Gewinnmitnahmen aus, keine neuen institutionellen Käufe." Anleger schichten demnach in andere Themen um – darunter Verteidigung, erneuerbare Energien und breiter diversifizierte Portfolios.

Auch europäische Märkte können sich dem positiven Umfeld nicht entziehen: Der europäische STOXX-Index steuert auf ein Quartalsplus von 9% zu. Für deutsche Privatanleger bleibt die zentrale Frage, ob die Technologierallye in Asien nachhaltig ist oder ob die Umschichtungen institutioneller Großanleger ein Warnsignal darstellen.

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