Asiatische Börsen im Ausverkauf: Apple-Warnung belastet Tech-Aktien massiv
Apple-Preiserhöhungen und KI-Kostensorgen lösen massive Verkaufswelle aus – KOSPI aktiviert erneut Handelsstopp.

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag deutlich nachgegeben. Auslöser war eine breite Verkaufswelle bei Technologiewerten, nachdem Apple vor steigenden Hardwarekosten im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz gewarnt hatte. Der südkoreanische KOSPI stürzte um mehr als 8% ab und löste damit zum zweiten Mal in dieser Woche einen 20-minütigen Handelsstopp aus.
Die Schwäche in der Region folgte verhaltenen Vorgaben der Wall Street. Der Nasdaq 100 konnte seine frühen Gewinne – angetrieben durch starke Quartalszahlen von Micron Technology – nicht halten, nachdem Apple um mehr als 6% eingebrochen war. Die Nasdaq 100 Futures fielen um rund 1,2%, während die S&P 500 Futures um 0,6% nachgaben.
KOSPI mit fünftem Handelsstopp des Jahres
Der südkoreanische Leitindex KOSPI steuerte auf einen Wochenverlust von fast 10% zu. Die Korea Exchange verhängte damit die fünfte Handelsbeschränkung in diesem Jahr und die dritte allein in dieser Woche – ein deutliches Zeichen für die Schwere des Ausverkaufs. Anleger flohen aus Technologiewerten, nachdem Apples Preiserhöhungen und Berichte über eine mögliche Verzögerung des Börsengangs von OpenAI bis 2027 die Stimmung im KI-Sektor zusätzlich belasteten.
Zu den größten Verlierern im KOSPI zählten die schwergewichtigen Chiphersteller Samsung Electronics mit einem Minus von 7,4% und SK Hynix, das um 8,7% nachgab. Lokale Medien berichteten, dass beide Unternehmen signifikante Erhöhungen ihrer Investitionsausgaben im Halbleiterbereich planen – was die Sorgen über steigende KI-bezogene Infrastrukturkosten weiter anheizte. Der Rückzug erfolgte trotz der hervorragenden Ergebnisse von Micron, die noch zu Beginn der Woche für Euphorie gesorgt hatten.
Apple hatte die Preise für Macs und iPads angehoben und vor steigenden Kosten für Arbeitsspeicher und Datenspeicher gewarnt. Dies weckte erneut Befürchtungen, wie sich höhere Kosten für die KI-Infrastruktur auf die allgemeine Technologienachfrage auswirken könnten – ein Thema, das Anleger in der gesamten Region verunsicherte.
Nikkei fällt über 4% – SoftBank erholt sich
Auch Japans Nikkei 225 gab deutlich nach und verlor mehr als 4%. Schwergewichtige Technologieaktien weiteten ihre Verluste nach der gescheiterten Erholung vom Donnerstag aus. SoftBank konnte frühere Verluste jedoch wettmachen und notierte am Ende rund 0,8% höher, nachdem Berichte über eine mögliche Verschiebung des OpenAI-Börsengangs zunächst für einen deutlichen Intraday-Rückgang gesorgt hatten.
Aus Japan kamen zudem neue Inflationsdaten: Der Tokioter Kern-VPI stieg im Jahresvergleich auf 1,6%, während sich die eng beobachtete „Core-Core"-Rate von 0,7% auf 1,1% beschleunigte. Dies hält die Erwartungen für weitere Zinserhöhungen der Bank of Japan aufrecht und dürfte die Diskussion über die geldpolitische Ausrichtung in Tokio weiter befeuern.
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Zur AktienanalyseVerluste in der gesamten Region
Die Verkaufswelle erfasste nahezu alle asiatischen Märkte:
- Hang Seng (Hongkong): -1,6%
- CSI 300 (China): -2,4%
- Shanghai Composite: -1,6%
- MSCI Asia ex-Japan: -2,9%
- Jakarta Stock Exchange Composite (Indonesien): -2,7%
- FTSE Straits Times (Singapur): -1,0%
- SET-Index (Thailand): -1,1%
- S&P/ASX 200 (Australien): kaum verändert
Die indischen Märkte blieben aufgrund des Muharram-Feiertags geschlossen. Anleger verarbeiteten zudem gemischte PCE-Inflationsdaten aus den USA vom Donnerstag, die Anzeichen für nachlassende Erwartungen einer straffen Fed-Politik lieferten. Die optimistische langfristige Umsatzprognose von Qualcomm für den KI-Bereich stützte die Stimmung etwas, auch wenn Technologieaktien weiterhin hochvolatil blieben. Brent-Rohöl wurde unter 75 US-Dollar pro Barrel gehandelt, was auf nachlassende Versorgungssorgen im Nahen Osten hindeutet.

