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Airbus verfehlt Erwartungen: 870 Auslieferungen geplant während Boeing aufholt

Europäischer Flugzeugbauer bleibt hinter Analystenprognosen zurück, während US-Konkurrent erste Erholungszeichen zeigt

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Airbus verfehlt Erwartungen: 870 Auslieferungen geplant während Boeing aufholt

Airbus hat am Donnerstag seine Auslieferungsziele für 2026 bekannt gegeben und plant die Auslieferung von 870 Verkehrsflugzeugen. Damit bleibt der europäische Luftfahrtkonzern hinter den Erwartungen der Analysten zurück, die mit rund 880 Maschinen gerechnet hatten. Die Ankündigung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der langjährige US-Rivale Boeing nach Jahren schwerer Krisen erste Anzeichen einer Erholung zeigt.

Im vergangenen Jahr lieferte Airbus 793 Verkehrsflugzeuge aus und übertraf damit leicht sein revidiertes Ziel von 790 Maschinen. Das ursprüngliche Ziel von 820 Flugzeugen hatte das Unternehmen zuvor senken müssen. Als Grund nannte Airbus Qualitätsprobleme bei Zulieferern im Zusammenhang mit Rumpfsegmenten, die insbesondere die Auslieferungen der gefragten A320-Familie beeinträchtigten. Analysten von Barclays bewerten diese Schwierigkeiten als "vorübergehenden Rückschlag" und betonen, dass der "langfristige Hochlauf" weiterhin "intakt" bleibe.

Stimmungswandel in der Branche

Die Stimmung rund um Airbus habe sich seit Jahresbeginn deutlich eingetrübt, erklärte UBS-Analyst Ian Douglas-Pennant. Airbus hatte in den vergangenen Jahren stark von den massiven Problemen bei Boeing profitiert. Der US-Konzern kämpfte mit einer schweren Krise aufgrund von Design- und Produktionsproblemen bei seinem meistverkauften Schmalrumpfflugzeug, der 737 Max.

Doch das Blatt scheint sich zu wenden: Obwohl Airbus im Jahr 2025 insgesamt 193 Flugzeuge mehr auslieferte als Boeing, erhielt der US-Konkurrent zum ersten Mal seit 2018 wieder mehr Bestellungen. Diese Entwicklung hat zusammen mit den jüngsten Qualitätsproblemen bei Airbus dazu geführt, dass Branchenbeobachter eine mögliche Wende zugunsten von Boeing unter der Leitung von CEO Kelly Ortberg sehen.

Boeing zeigt neue Stärke

Ortberg, der den Chefposten 2024 übernahm, um Boeing aus der Krise zu führen, äußerte sich zuversichtlich über die Fähigkeit seines Unternehmens, die Produktion kurzfristig hochzufahren. Diese Zuversicht folgte auf einen Quartalsumsatz Ende Januar, der die Erwartungen der Wall Street übertraf. Besonders deutlich wird die aktuelle Dynamik bei einem Blick auf die Januar-Zahlen 2026: Boeing lieferte 46 Flugzeuge aus und verbuchte 103 Nettobestellungen, während Airbus im gleichen Zeitraum lediglich 19 Auslieferungen und 49 Nettobestellungen meldete.

Die Januar-Zahlen von Airbus waren auffallend schwach, selbst wenn man berücksichtigt, dass die Auslieferungen zu Jahresbeginn üblicherweise niedriger ausfallen. Die Auftragsbestände beider Konzerne sind in den letzten Jahren aufgrund von Lieferkettenproblemen, die während der Covid-19-Pandemie auftraten, sprunghaft angestiegen.

Solide Finanzergebnisse trotz Herausforderungen

Finanziell präsentierte sich Airbus dennoch in guter Verfassung. Für das vierte Quartal meldete das Unternehmen ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 2,98 Milliarden Euro und übertraf damit die Schätzungen von 2,87 Milliarden Euro aus einer unternehmenseigenen Konsensumfrage. Der Umsatz belief sich auf 25,98 Milliarden Euro und lag damit leicht unter den erwarteten 26,5 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr belief sich das EBIT auf 7,13 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 73,4 Milliarden Euro. Mit Blick auf 2026 erwartet Airbus ein bereinigtes EBIT von rund 7,5 Milliarden Euro und einen freien Cashflow vor Kundenfinanzierung von etwa 4,5 Milliarden Euro. Diese Prognosen zeigen, dass der europäische Flugzeugbauer trotz der aktuellen Herausforderungen auf einem soliden finanziellen Fundament steht und an seiner mittelfristigen Wachstumsstrategie festhält.

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