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Airbus kämpft mit Triebwerks-Engpässen trotz Rekordergebnis 2025

Europäischer Flugzeugbauer steigert EBIT um 33 Prozent, doch Lieferprobleme bei Pratt & Whitney bremsen Produktionshochlauf

Airbus kämpft mit Triebwerks-Engpässen trotz Rekordergebnis 2025

Der europäische Luftfahrtkonzern Airbus hat für das Geschäftsjahr 2025 ein deutlich verbessertes operatives Ergebnis vorgelegt. Das bereinigte EBIT kletterte um ein Drittel auf 7,1 Milliarden Euro, während der Umsatz um sechs Prozent zulegte. Die Dividende soll auf 3,20 Euro je Aktie steigen. Konzernchef Guillaume Faury präsentierte in Toulouse Zahlen, die teilweise über den Markterwartungen lagen.

Doch hinter der positiven Fassade kämpft Airbus weiterhin mit massiven Lieferkettenproblemen, die seit der Corona-Pandemie nicht vollständig gelöst werden konnten. Das Produktionsziel von 820 ausgelieferten Flugzeugen wurde 2025 verfehlt. Besonders gravierend: Der Mangel an Triebwerken droht auch die Hochlaufpläne für 2026 und 2027 zu gefährden.

Scharfe Kritik an US-Zulieferer

In ungewöhnlich deutlichen Worten attackierte Airbus-Chef Faury den US-Motorenhersteller Pratt & Whitney. Die "Unfähigkeit" des Zulieferers, die bestellten Triebwerke zu liefern, wirke sich "negativ auf den Ausblick und den Produktionshochlauf" aus. Faury bestätigte, dass Airbus rechtliche Schritte gegen den Konzern prüft.

Die fehlenden Triebwerke betreffen vor allem die meistverkaufte A320-Familie, deren Endmontage in Hamburg-Finkenwerder erfolgt. Analyst Yan Derocles von ODDO BHF sieht darin einen "Machtkampf", bei dem Airbus seine Bestellungen nicht durchsetzen könne. Pratt & Whitney folge dem eigenen Produktionskalender und liefere nur bei verfügbaren Kapazitäten.

Ehrgeizige Ziele trotz Engpässen

Trotz der anhaltenden Probleme plant Airbus für 2026 eine Steigerung der Auslieferungen um zehn Prozent auf 870 Maschinen. Dies wäre ein neuer Rekord und würde erstmals seit sieben Jahren wieder das Produktionsniveau von 2019 erreichen. Der Auftragsbestand von über 8.700 Flugzeugen sichert die Produktion für die kommenden zehn Jahre.

Im Wettbewerb mit Boeing hält Airbus bei den Auslieferungen weiter die Führung. Allerdings konnte der US-Rivale 2025 erstmals seit sieben Jahren mehr Neubestellungen verbuchen. Dies könnte mittelfristig die Marktposition von Airbus unter Druck setzen.

Rüstungssparte trägt erstmals positiv bei

Einen Lichtblick bietet die Verteidigungssparte Airbus Defence and Space, die 2025 erstmals positiv zum Konzernergebnis beitrug. Die gestiegenen Verteidigungsausgaben in Europa zeigen Wirkung. Allerdings räumte Faury ein, dass das deutsch-französisch-spanische Kampfjet-Projekt FCAS festgefahren sei.

Airbus signalisierte Bereitschaft, bei einer Neustrukturierung des Projekts eine führende Rolle zu übernehmen. Während Frankreich offiziell an der Kooperation zwischen Airbus und Dassault festhält, stellte Bundeskanzler Merz das Projekt grundsätzlich infrage. Branchenkenner rechnen bestenfalls mit einer gemeinsamen Entwicklung der Kommunikationssoftware.

Für Anleger bleibt die Frage entscheidend, ob Airbus die Lieferkettenprobleme in den Griff bekommt und die ambitionierten Produktionsziele erreichen kann. Die starke Nachfrage und der hohe Auftragsbestand bieten langfristig Potenzial, doch die Abhängigkeit von Zulieferern wie Pratt & Whitney bleibt ein erhebliches Risiko.

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