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Aging Economy: Lohnt sich ein Investment in Gesundheit und Pharma?

Die Überalterung der westlichen Welt als Investmentthema – stabiler als der breite Markt und unabhängig vom Konjunkturzyklus.

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Aging Economy: Lohnt sich ein Investment in Gesundheit und Pharma?

Wachsende Risiken an den Finanzmärkten, überhöhte Bewertungen und ein KI-getriebener Hype im breiten Markt – viele Privatanleger suchen nach Alternativen. Ein Trend, der dabei selten positiv ins Rampenlicht rückt, könnte genau die richtige Antwort sein: die demografische Alterung der westlichen Gesellschaften.

Der sogenannte Themenindex Aging Population zeigt, dass Börsenunternehmen rund um das Thema Altern in den vergangenen Jahren über weite Strecken stabiler gewachsen sind als der breite US-Markt. Der entscheidende Vorteil: Die Nachfrage nach Pflege- und Gesundheitsleistungen bricht auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht ein. Und die langfristige Prognose ist von kurzfristigen Konjunkturschwankungen weitgehend unabhängig.

Auch bei den Finanzkennzahlen kann der Sektor mithalten. Die durchschnittliche Gewinnmarge im Aging Population Index lag 2025 bei 15,8 Prozent – und damit deutlich über dem S&P 500, der auf 13,83 Prozent kommt. Bei der Eigenkapitalrendite hingegen liegt der Index mit 11 Prozent hinter dem S&P 500 mit 18,8 Prozent. Allerdings verzerren hier Tech-Schwergewichte das Bild erheblich: Nvidia erzielte in den vergangenen zwölf Monaten eine Eigenkapitalrendite von 114 Prozent, Meta kam auf 33 Prozent.

Pharma dominiert den Index

Wer in den Alterungstrend investieren möchte, sollte zunächst einen Blick auf die Zusammensetzung des Sektors werfen. Als Referenz dient der Global X Aging Population ETF, der den Index abbildet. Die Sektoraufteilung zeigt eine klare Konzentration:

  • Pharma: 43,7 %
  • Gesundheitsprodukte: 26,8 %
  • Biotech: 15,1 %
  • Immobilien: 8,7 %
  • Gesundheitsdienstleistungen: 5,4 %
  • Telekommunikation: 0,3 %

Rund 85 Prozent der Anlagen entfallen damit auf Medizinforschung, Therapie und Vorsorge. Das verspricht zwar ein wiederkehrendes und wachsendes Geschäft, bringt aber auch branchenspezifische Risiken mit sich. Forschungsintensive Unternehmen sind kapitalintensiv – in einer Wirtschaftskrise kann frisches Kapital knapp werden, was die Entwicklung neuer Medikamente und Therapien bremst.

Platzt zudem die KI-Blase, werden kurzfristig alle Marktsegmente leiden. Das Unterscheidungsmerkmal liegt dann darin, welche Aktien sich schnell erholen – weil sie von einem langfristigen, strukturellen Trend getragen werden. Genau das ist beim Alterungstrend der Fall.

Pflegeheimbetreiber: Chancen mit Tücken

Wer statt eines ETFs lieber Einzelaktien bevorzugt, kann gezielter auf den Alterungstrend setzen. Naheliegend sind dabei Betreiber von Pflegeheimen und Anbieter häuslicher Pflegeleistungen. Die Mehrheit dieser Unternehmen ist jedoch gemeinnützig organisiert oder operiert als Privatunternehmen abseits der Börse.

Zwei der größten börsennotierten Vertreter in Europa sind die französischen Unternehmen Emeis (ehemals Orpea) und Clariane (ehemals Korian). Beide Aktien erlebten nach einem mehrjährigen Hoch mit dem Ende der Corona-Pandemie einen rasanten Kurseinbruch – und haben sich seitdem kaum erholt.

Die Bilanzdaten laut Bloomberg erklären, warum: Clariane erzielt zwar einen operativen Vorsteuergewinn von 1,1 Milliarden Euro, die Gesamtkapitalrendite liegt jedoch bei null Prozent. Bei Emeis ist die Lage noch angespannter – operativer Gewinn von 480 Millionen Euro, aber eine negative Gesamtkapitalrendite von minus 2,3 Prozent. Beide Unternehmen arbeiten damit an oder unterhalb der Profitabilitätsschwelle.

Dennoch fallen die Analystenurteile überraschend positiv aus. Für Clariane empfehlen drei von sieben befragten Bloomberg-Experten den Kauf, drei das Halten und nur einer den Verkauf. Bei Emeis lautet das Votum sogar vier Kauf- und drei Halteempfehlungen. Der Markt scheint den Kursrückgang also für weitgehend ausgestanden zu halten und rechnet langfristig wieder mit steigenden Bewertungen.

Fazit: Struktureller Trend mit Potenzial, aber Geduld gefragt

Unter dem Strich lassen sich zwei zentrale Beobachtungen festhalten. Erstens sind die bestehenden diversifizierten Investitionsmöglichkeiten im Alterungstrend noch nicht sehr trennscharf – es wird breit in den gesamten Gesundheitssektor investiert, nicht ausschließlich in die demografisch getriebenen Bereiche. Zweitens sind jene Branchen, die den Trend operativ am direktesten abbilden – wie Pflegeheimbetreiber – bisher nur unzureichend an der Börse vertreten.

Dennoch bietet der Sektor Privatanlegern eine reale Möglichkeit, vom steigenden Bedarf an Pflege- und Gesundheitsleistungen zu profitieren. Im Vergleich zum technologielastigen breiten Markt ist das KI-Risiko durch das weiterhin personalintensive Geschäftsmodell deutlich geringer – ein Vorteil, der in einem zunehmend unsicheren Marktumfeld nicht zu unterschätzen ist.

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