Novartis treibt Radioligand-Therapie mit Actinium-225 voran
Vielversprechende Studiendaten beim ASCO-Kongress: Novartis präsentiert neue Krebstherapie mit beeindruckenden PSA-Ansprechraten.

Novartis (SIX: NOVN) hat auf dem Jahrestreffen der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago frühe klinische Daten für eine experimentelle Radioligand-Therapie auf Actinium-Basis vorgestellt. Die Studie umfasste 101 Patienten und untersuchte die Wirksamkeit des neuen Wirkstoffs gegen Prostatakrebs. Die Ergebnisse gelten als Meilenstein in der strategischen Neuausrichtung des Schweizer Pharmariesen hin zu zielgerichteten Krebsbehandlungen.
Die klinischen Daten zeigen eine signifikante Anti-Tumor-Aktivität: Bei 52,5 Prozent der Patienten, die zuvor bereits mit Novartis' bestehendem Medikament Pluvicto behandelt worden waren, sank der Prostata-spezifische Antigen-Wert (PSA) um mindestens die Hälfte. Noch deutlicher fielen die Ergebnisse bei bisher unbehandelten Patienten aus – dort verzeichneten über 85 Prozent eine vergleichbare PSA-Reduktion.
Technologischer Fortschritt in der Radiopharmazie
Der entscheidende Unterschied zur bestehenden Therapie liegt im eingesetzten Isotop. Während Pluvicto auf Lutetium-177 setzt, einem sogenannten Beta-Strahler, verwendet der neue Wirkstoffkandidat Actinium-225, einen Alpha-Strahler. Novartis-Chefmediziner Shreeram Aradhye erklärte, dass der Actinium-basierte Ansatz höhere Energie auf kürzere Distanz abgibt und damit theoretisch eine größere Wirksamkeit bieten könnte.
Trotz der positiven klinischen Aussichten stehen der Kommerzialisierung noch Hürden im Weg. Analysten von TD Cowen haben auf die Notwendigkeit hingewiesen, erhebliche Nebenwirkungen zu managen – konkret schwere Anämie und Mundtrockenheit. Darüber hinaus bestehen branchenweite Bedenken hinsichtlich des weltweit begrenzten Angebots an Actinium-225. Novartis hat diesem Risiko bereits proaktiv entgegengewirkt und eine langfristige Liefervereinbarung mit dem US-amerikanischen Unternehmen Niowave abgeschlossen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.
Radioligand-Therapien machen inzwischen rund 40 Prozent der Krebsforschungs- und Entwicklungsinvestitionen von Novartis aus. Das unterstreicht einen breiteren Branchentrend: Auch Wettbewerber wie Eli Lilly, Bristol Myers Squibb, Bayer und AstraZeneca bauen ihre Portfolios im Bereich der Radiopharmazie aggressiv aus. Für Anleger verdeutlicht dies, dass der Sektor zunehmend als strategisches Wachstumsfeld gilt.
Infrastruktur im Vergleich: Schweiz vs. Großbritannien
Abseits der Pharmawelt zeigt ein Blick auf die europäische Infrastruktur ein gemischtes Bild. Ein Bericht des Netzwerktestunternehmens Ookla aus dem Jahr 2025 belegte, dass die durchschnittliche WLAN-Geschwindigkeit in britischen Zügen lediglich 1,09 Megabit pro Sekunde beträgt – Platz 16 von 18 untersuchten Ländern. Die Schweiz hingegen erzielte einen Durchschnittswert von 29,79 Mbps, Schweden führte das Ranking mit 64,58 Mbps an.
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseFür britische Pendler bedeutet die Abhängigkeit von 3G- und 4G-Mobilfunknetzen in der Praxis häufige Verbindungsabbrüche, insbesondere in Tunneln oder Gebieten mit schlechter Netzabdeckung. Professionelle Aufgaben wie Videokonferenzen oder das Hochladen großer Dateien sind unter diesen Bedingungen oft nicht möglich. Einzelne Bahnbetreiber wie Greater Anglia greifen bereits zu Bandbreitenmanagement-Strategien und sperren gezielt Video- und Musik-Streaming-Dienste, um zumindest eine Grundkonnektivität für möglichst viele Nutzer aufrechtzuerhalten.
Die britische Regierung hat als Reaktion auf diese strukturellen Mängel eine Initiative im Umfang von 57 Millionen Pfund angekündigt. Damit sollen innerhalb von fünf Jahren 1.400 Züge auf satellitengestützte Konnektivität umgerüstet werden. Durch den Wechsel von der Mobilfunkabhängigkeit zu Niedrigerd-Orbit-Satellitentechnologie soll die WLAN-Verfügbarkeit von derzeit 50 bis 60 Prozent auf mindestens 90 Prozent steigen – bei einer angestrebten Geschwindigkeitssteigerung um das Fünf- bis Zehnfache.
Der Vergleich beider Bereiche – pharmazeutische Innovation und öffentliche Infrastruktur – verdeutlicht das unterschiedliche Tempo der technologischen Integration. Im Pharmasektor überwiegt vorsichtiger Optimismus: Die klinischen Daten für Novartis' neuen Wirkstoff sind stark, der Weg zur Marktreife erfordert jedoch größere Studien und ein stabiles Lieferkettenmanagement. Im Transportsektor hingegen dominiert Frustration über veraltete Infrastruktur – und der Ruf nach erheblichen Kapitalinvestitionen.


