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Candel Therapeutics: Aktie fällt trotz positiver Phase-3-Studiendaten

Trotz überzeugender Studienergebnisse zu Prostatakrebs verlor die CADL-Aktie im vorbörslichen Handel rund 2,4 Prozent.

Candel Therapeutics: Aktie fällt trotz positiver Phase-3-Studiendaten

Die Aktie von Candel Therapeutics Inc. (NASDAQ: CADL) geriet am Dienstag unter Druck. Im vorbörslichen Handel verlor das Papier 2,4 Prozent, obwohl das Unternehmen gleichzeitig positive Daten aus einer Phase-3-Studie veröffentlichte. Die Ergebnisse erschienen in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet Oncology – einem der angesehensten medizinischen Journale weltweit.

Die Publikation beschreibt die Ergebnisse einer zulassungsrelevanten Phase-3-Studie zu Aglatimagene Besadenovec, einem experimentellen Wirkstoff, der in Kombination mit einer Standard-Strahlentherapie bei Patienten mit lokalisiertem Prostatakrebs mit mittlerem bis hohem Risiko untersucht wurde. An der Studie nahmen insgesamt 745 Patienten teil. Der primäre Endpunkt der Studie wurde erreicht.

Starke klinische Ergebnisse im Detail

Die Daten zeigen eine Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens um 30 Prozent im Aglatimagene-Arm im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Die Hazard Ratio lag bei 0,70, der p-Wert bei 0,016 – beides statistisch signifikante Werte. Darüber hinaus verbesserte sich das prostatakrebsspezifische krankheitsfreie Überleben um 38 Prozent, mit einer Hazard Ratio von 0,62 und einem p-Wert von 0,0046.

Besonders bemerkenswert sind die Ergebnisse einer Post-hoc-Analyse von Biopsien, die zwei Jahre nach Abschluss der Strahlentherapie entnommen wurden. Im Aglatimagene-Arm wiesen 80 Prozent der Patienten negative Biopsien auf – verglichen mit lediglich 63 Prozent in der Placebo-Gruppe. Negative Biopsien gelten als Hinweis auf das Fehlen von Tumorzellen und sind ein wichtiger Indikator für den Behandlungserfolg.

Das Sicherheitsprofil des Wirkstoffs wurde als günstig bewertet. Die meisten behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse entsprachen den Schweregraden 1 bis 2 und waren selbstlimitierend. Zu den berichteten Nebenwirkungen zählten Schüttelfrost, grippeähnliche Symptome, Müdigkeit, Fieber, häufiger Harndrang sowie Übelkeit.

Erweiterte Follow-up-Daten stärken die Datenlage

Die ursprünglichen Studienergebnisse hatte Candel bereits im Dezember 2024 bekannt gegeben. Auf der Jahrestagung 2026 der American Urological Association präsentierte das Unternehmen kürzlich erweiterte Follow-up-Daten. Diese zeigten nach weiteren 20 Monaten Nachbeobachtung eine Verbesserung des prostatakrebsspezifischen krankheitsfreien Überlebens um 39 Prozent. Die mediane Nachbeobachtungszeit erreichte zum Stichtag 15. März 2026 insgesamt 58 Monate.

Die gesammelten Daten sollen den geplanten Zulassungsantrag für Biologika (Biologics License Application, BLA) für Aglatimagene unterstützen, den Candel im vierten Quartal 2026 einzureichen plant. Ein BLA ist in den USA der formale Antrag an die Arzneimittelbehörde FDA zur Marktzulassung eines biologischen Arzneimittels – ein entscheidender Meilenstein auf dem Weg zur Kommerzialisierung.

Der Kursrückgang trotz positiver Studiendaten ist ein in der Biotech-Branche nicht ungewöhnliches Phänomen. Häufig haben Anleger positive Nachrichten bereits im Vorfeld eingepreist, sodass die tatsächliche Veröffentlichung zu Gewinnmitnahmen führt. Für langfristig orientierte Investoren bleibt die klinische Datenlage von Candel Therapeutics dennoch ein wichtiger Faktor bei der Bewertung des Unternehmens.

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