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40 Jahre Kreativitätsforschung: Diese vier Sätze blockieren Sie

Ein Experte mit über 180 Büchern erklärt, welche alltäglichen Phrasen kreatives Denken ersticken – und was wirklich hilft.

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40 Jahre Kreativitätsforschung: Diese vier Sätze blockieren Sie

Kreativität gilt als eine der wertvollsten Fähigkeiten im Berufsleben – doch viele Menschen glauben, sie hätten sie verloren. Anthony D. Fredericks, emeritierter Professor für Pädagogik am York College of Pennsylvania, beschäftigt sich seit über 40 Jahren mit der Frage, warum das so ist. Als Autor von mehr als 180 Sachbüchern und Betreiber des Blogs „Creative Insights" bei Psychology Today hat er ein klares Muster erkannt: Bestimmte Redewendungen, die wir täglich benutzen, sabotieren unser kreatives Potenzial – oft ohne dass wir es merken.

Fredericks betont, dass wir als Kinder alle fantasievoll sind. Doch im Erwachsenenleben, wenn Innovation gefragt ist, fühlt sich dieser kreative Funke für viele erloschen an. Die gute Nachricht: Es gibt konkrete Strategien, um gegenzusteuern.

„Es gibt nur eine richtige Antwort"

Ein zentrales Problem liegt laut Fredericks in unserer Schulbildung. Ein Großteil des Unterrichts – besonders in der Grundschule – konzentriert sich auf sogenannte konvergente Fragen: Fragen mit genau einer richtigen Antwort, etwa nach chemischen Symbolen oder historischen Fakten. Divergente Fragen, die ein breites Spektrum an möglichen Antworten zulassen, werden kaum gelehrt.

Als Erwachsene blockieren wir deshalb häufig, wenn Situationen viele valide Lösungen erlauben würden. Der Ausweg: Statt „Was ist die eine Lösung?" lieber fragen: „Welche verschiedenen Möglichkeiten gibt es, dieses Problem zu lösen?" Dieser Perspektivwechsel nimmt Druck und schafft Raum zum Erkunden.

„Das ist neu – das ist gefährlich"

Unser Gehirn bewertet Neues und Ungewöhnliches instinktiv als Bedrohung. Dieser Schutzmechanismus half frühen Menschen, in Unsicherheit zu überleben – heute kann er gegen uns arbeiten, weil das Gehirn auch neue Ideen als riskant einstuft und versucht, sie zu unterdrücken.

Fredericks empfiehlt eine einfache Übung: Denken Sie an einen alltäglichen Gegenstand und überlegen Sie, welche alternativen Verwendungsmöglichkeiten er haben könnte. Socken etwa könnten als Schlägerhauben für Golfschläger, Handwärmer, Malutensilien oder Beutel dienen. Zehn Minuten mit einigen Haushaltsgegenständen reichen aus, um den Geist zu erfrischen und anschließend mit neuem Blick auf das eigentliche Problem zurückzukehren.

„Warum etwas ändern, wenn es funktioniert?"

Viele Menschen stecken in einer starren Denkweise fest. Veränderungen wirken einschüchternd, das Bekannte ist komfortabel. Doch „immer das Gleiche" führt selten zu neuen Perspektiven. Fredericks rät, kontinuierlich neue Erfahrungen zu sammeln: Bücher außerhalb des eigenen Fachgebiets lesen, unbekannte Orte bereisen, neue Kulturen erkunden, andere Speisen probieren oder ungewohnte Musikgenres hören. Wer seinen Horizont regelmäßig erweitert, trainiert das Gehirn, flexibler zu denken.

„Was werden andere denken?"

Die Suche nach Bestätigung und Zustimmung ist laut Fredericks eine der stärksten Bremsen für Kreativität. Wer sich zu sehr auf Akzeptanz fokussiert, generiert weniger Ideen – weil der Gedanke an mögliche Kritik bereits im Keim erstickt, was entstehen könnte.

Die Lösung liegt im kindlichen Ansatz: Kinder, die ein Fingermalgemälde anfertigen, stellen sich Fragen wie „Was wäre, wenn ich hier einen lila Kreis hinsetze?" – ohne Rücksicht darauf, was andere denken. Fredericks empfiehlt, dieses „Was wäre, wenn?"-Denken bewusst in den Alltag zu integrieren. Kreativität werde durch eine ständige Generierung offener Anfragen aufrechterhalten – nicht durch das Warten auf Applaus.

Die vier Blockaden lassen sich damit klar benennen: das Suchen nach der einen richtigen Antwort, die Angst vor dem Neuen, das Festhalten am Bekannten und das Streben nach Bestätigung. Wer diese Muster bei sich erkennt, hat laut Fredericks bereits den ersten und wichtigsten Schritt getan – denn Kreativität beginnt mit Bewusstsein.

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