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600 CEO-Interviews: Was alle erfolgreichen Führungskräfte gemeinsam haben

Podcast-Host Ryan Hawk hat über 600 Führungskräfte befragt und dabei eine entscheidende Gemeinsamkeit der Erfolgreichsten entdeckt.

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600 CEO-Interviews: Was alle erfolgreichen Führungskräfte gemeinsam haben

Ryan Hawk, 44-jähriger Autor und Gastgeber des Podcasts „The Learning Leader Show", hat in mehr als 600 Interviews mit CEOs, Unternehmern und Führungspersönlichkeiten ein wiederkehrendes Muster entdeckt: Die erfolgreichsten Menschen glauben niemals, am Ziel angekommen zu sein. Diese Erkenntnis zieht sich wie ein roter Faden durch seine jahrelange Arbeit und bildet das Herzstück seines bald erscheinenden Buches „The Price of Becoming".

Hawk bezeichnet dieses Phänomen als die „Never arrived, always becoming"-Mentalität – auf Deutsch: „Niemals angekommen, immer im Werden". Den Begriff entlehnte er einem Interview aus dem August 2017 mit JJ Redick, der damals aktiver NBA-Spieler war und heute als Cheftrainer der Los Angeles Lakers tätig ist. Es ist, so Hawk, „diese Einstellung, dass ich, egal was in meinem Leben passiert, einfach daran arbeiten möchte, schrittweise besser zu werden".

Wachstumsmentalität als Schlüssel zum Erfolg

Das Konzept ist eng verwandt mit dem wissenschaftlich fundierten Begriff des „Growth Mindset" – der Wachstumsmentalität –, den die Psychologin Carol Dweck geprägt hat. Dieser Ansatz beschreibt die Haltung, Herausforderungen stets als Gelegenheiten zum Lernen und Wachsen zu begreifen, anstatt sie als Bedrohung zu empfinden. Namhafte Persönlichkeiten wie die pensionierte Tennislegende Serena Williams und Microsoft-CEO Satya Nadella haben ihren Erfolg öffentlich zumindest teilweise diesem Drang nach ständiger Verbesserung zugeschrieben.

Hawk selbst hat ähnliche Aussagen von Persönlichkeiten wie dem Bestsellerautor James Clear und der ehemaligen Cinnabon-CEO Kat Cole gehört. „Es gibt keinen Moment des Ankommens", sagt Hawk. „Die [erfolgreichen Menschen], die ich interviewt habe, pushen sich einfach weiter. Sie treiben die Dinge voran. Sie versuchen, die Welt positiv zu prägen."

Auch die Wissenschaft stützt diese Beobachtungen. Benjamin Granger, leitender Arbeitspsychologe bei Qualtrics und Autor des Buches „A Leader Worth Following", erklärt, dass eine Mentalität des ständigen Lernens das Gehirn nachweislich positiv verändert. Das Üben und Erlernen neuer Fähigkeiten verbessert die Verbindungen zwischen Neuronen – ein Prozess, der als synaptische Plastizität bezeichnet wird und laut einem Bericht der American Society for Cell Biology aus dem Jahr 2017 zu messbaren physischen Veränderungen im Gehirn führt. „Unsere Gehirne sind extrem anpassungsfähig, und Übung sowie qualitativ hochwertige Wiederholungen führen zu physischen Veränderungen in unserem Gehirn – und manifestieren sich auf sehr reale Weise in unserem Leben", so Granger.

Wahrheitssager als wichtige Stütze

Wer Schwierigkeiten hat, aus seiner Komfortzone herauszutreten, dem empfiehlt Hawk, sich sogenannte „Wahrheitssager" zu suchen. Das sind Menschen aus dem eigenen Umfeld – Familienmitglieder, Kollegen, Mentoren oder der Ehepartner –, die einen gut genug kennen, um ehrliches Feedback zu geben und einen zur Rechenschaft zu ziehen. „Sie sind bereit, Sie zu fordern", sagt Hawk. Sich mit solchen Menschen zu umgeben, ermögliche es, „sich weiterhin in die richtige Richtung zu entwickeln".

Granger ergänzt, dass lebenslang Lernende nach Rückschlägen nicht aufgeben, sondern „sich Zeit nehmen, ihre Emotionen zu verarbeiten, ihre Leistung zu bewerten und es dann erneut zu versuchen, wobei sie oft ihren Ansatz anpassen".

Vorsicht vor toxischer Produktivität

Allerdings birgt die Wachstumsmentalität auch Risiken. Wer sich ständig antreibt, in jedem Lebensbereich besser zu werden, läuft Gefahr, in die Falle der sogenannten „toxischen Produktivität" zu tappen – ein Begriff, den einige Psychologen verwenden, wenn die Priorisierung von Leistung und Ergebnissen über das eigene Wohlbefinden und die psychische Gesundheit gestellt wird. Die Folgen können Burnout, Überarbeitung und ein dauerhaftes Gefühl der Unzufriedenheit sein.

Die Psychotherapeutin und Autorin Chamin Ajjan empfiehlt in solchen Fällen einen „Doppelstandard-Test": Man soll sich vorstellen, eine nahestehende Person hätte das erreicht, was man selbst zuletzt geschafft hat – und sich dann fragen, welches Lob man dieser Person aussprechen würde. Dieses Lob solle man sich anschließend selbst gönnen. Zusätzlich rät Ajjan dazu, am Ende jedes Tages drei kleine „Mikro-Erfolge" aufzuschreiben – eine tägliche „Erledigt-Liste" statt einer To-do-Liste. „Dies müssen keine großen Meilensteine sein. Es kann so einfach sein wie das Beantworten einer schwierigen E-Mail oder das Erscheinen zum Training, obwohl man müde war", sagt Ajjan. „Indem Sie diese Mikro-Erfolge dokumentieren, trainieren Sie Ihr Gehirn, Ihre eigene Beständigkeit zu erkennen und zu schätzen, was das Fundament für echten Selbststolz ist."

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