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25.122 Punkte: Rally krönt sich, Risiko bleibt

Der aktuelle Marktbericht von Aktien.news

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25.122 Punkte: Rally krönt sich, Risiko bleibt

25.000 Punkte – lange klang das nach einer Zahl, die eher in Präsentationen als auf dem Kurszettel steht. Nun hat der DAX diese Schallmauer genommen und die sechswöchige Rally gekrönt: Gleich im frühen Handel sprang der Leitindex erstmals über 25.000 Zähler, am Ende stand ein Rekordschluss von 25.122 Punkten – plus 0,92 Prozent. Noch kurz vor Weihnachten notierte der DAX unter 24.000 Punkten.

Auffällig ist, wie sehr solche runden Marken den Markt anziehen: Sie wirken wie ein Magnet, der zögerliche Käufer plötzlich entschlossener macht. Allzu große Euphorie wäre dennoch fehl am Platz – nach einem derart langen Anstieg liegt eine Korrektur nahe. Zumal der DAX erst am 3. Dezember 2024 erstmals die 20.000-Punkte-Marke übersprang; der Weg von dort zu 25.000 ist damit in historisch kurzer Zeit gelaufen. (DIE ZEIT)

Zinssenkungsfantasie trifft Investitionswette

An der Wall Street setzten im Tagesverlauf erste Gewinnmitnahmen ein. Dabei hatten Dow Jones und S&P 500 am Vortag ebenfalls neue Rekordhochs markiert – Rückenwind kam von der Erwartung kommender Zinssenkungen der US-Notenbank. Der Blick geht nun auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag, der die geldpolitischen Erwartungen der Märkte neu sortieren kann.

Dass Aktienmärkte aufblühen, während die Weltwirtschaft im Umbau ist, hält Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater für weniger paradox, als es wirkt: Der Umbau löse Investitionen aus – von staatlichen Infrastrukturprogrammen bis zum Technologiewettlauf um die beste KI. In Deutschland kommt eine weitere Wette hinzu: Investoren erhoffen sich Impulse von einem 500 Milliarden Euro schweren Sondervermögen der Bundesregierung für Infrastruktur und Sicherheit.

Geopolitik: billiges Öl als Rückenwind, neue Risiken im Nacken

Ein zusätzlicher Treiber: Der jüngste Angriff der USA auf Venezuela wirkt über nachgebende Ölpreise weiter positiv auf die Aktienmärkte. Billigeres Öl entlastet die Weltwirtschaft, kann den Inflationsdruck dämpfen – und damit die Zinssenkungsfantasie nähren. Andererseits wachsen die Warnungen vor neuen geopolitischen Verwerfungen: US-Ansprüche auf Grönland gelten als Risikofaktor, ebenso die Sorge, China könne sich ermutigt fühlen, schärfer gegen Taiwan vorzugehen.

Einzelwerte im Scheinwerferlicht

Im DAX stach Siemens heraus: Die schwer gewichtete Aktie markierte bei 253,10 Euro ein Rekordhoch. Fantasie brachte die angekündigte Zusammenarbeit mit Nvidia. Siemens-Chef Roland Busch und Nvidia-CEO Jensen Huang stellten mehrere Initiativen vor – Ziel ist eine Art Betriebssystem für den KI-Einsatz in der Industrie. Huang sprach vom „Anfang einer neuen industriellen Revolution“.

Bayer erhielt Rückenwind von einem Analystensignal: Barclays stufte die Aktie auf „Overweight“ hoch (zuvor „Equal-Weight“). Zusätzlich sorgt ein juristischer Vorstoß für Aufmerksamkeit: Bayer verklagt Pfizer, BioNTech und Moderna wegen des Vorwurfs, Patente bei mRNA-Vakzinen verletzt zu haben. Im Kern geht es um eine Technologie, die die Bayer-Tochter Monsanto in den 1980er-Jahren zum Patent angemeldet haben soll – ein Verfahren zur Stabilisierung von mRNA, ursprünglich für robustere Nutzpflanzen gedacht.

Am DAX-Ende stand Scout24 mit einem Minus von fast vier Prozent. Anleger reagierten verunsichert auf den Wechsel im Finanzressort: Martin Mildner übernimmt Anfang März als neuer Finanzchef; das Ausscheiden von Dirk Schmelzer soll laut „The Market“ ohne Zwist erfolgt sein, der Aufsichtsrat habe seit Frühjahr 2025 nach einem Nachfolger gesucht. Wechsel auf dem CFO-Posten sind an der Börse oft ein Störsignal – selbst dann, wenn sie formal sauber ablaufen.

Entscheidend wird nun, ob die 25.000 als neue Haltemarke taugen oder nur eine Zwischenstation bleiben. Der Arbeitsmarktbericht in den USA am Freitag ist dafür der nächste Lackmustest – und die Mischung aus Zinshoffnung, Ölpreis und geopolitischem Risiko bleibt der Cocktail, der die Kurse treibt oder abrupt kippen lässt.

Marktbericht

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