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Western Digital vs. Sandisk: Wer erreicht sein Rekordhoch zuerst?

Nach der Trennung 2025 kämpfen beide Speicherriesen um ihre Rekordhochs – doch Western Digital hat die besseren Karten.

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Western Digital vs. Sandisk: Wer erreicht sein Rekordhoch zuerst?

Western Digital (WDC) und Sandisk (SNDK) sind seit ihrer Trennung im Jahr 2025 zwei eigenständige Unternehmen – und beide liegen noch weit unter ihren jeweiligen Rekordhöchstständen. Doch eine Analyse zeigt: Western Digital dürfte sein Allzeithoch deutlich früher zurückerobern als Sandisk. Die Gründe dafür liegen in den unterschiedlichen Geschäftsmodellen und Wachstumstreibern der beiden Speicherspezialisten.

Am Donnerstag verzeichneten beide Aktien kräftige Kursgewinne, nachdem Samsung prognostiziert hatte, dass sich der Versorgungsengpass bei Speicherchips 2027 verschärfen und bis 2028 anhalten wird. Western Digital stieg um 15,4 % auf 533,04 US-Dollar, während Sandisk sogar um 26 % auf 1.279,96 US-Dollar kletterte. Am darauffolgenden Freitag trennten sich ihre Wege jedoch: Western Digital legte weitere 2,2 % zu und schloss bei 544,84 US-Dollar, während Sandisk 5,1 % abgab und bei 1.214,83 US-Dollar notierte.

Die entscheidende Frage für Anleger lautet: Wie weit ist der Weg zurück zum Rekordhoch? Western Digital benötigt ausgehend von 544,84 US-Dollar einen Zuwachs von rund 47 %, um sein Allzeithoch von 799,87 US-Dollar wieder zu erreichen. Sandisk hingegen müsste von 1.214,83 US-Dollar aus rund 94 % zulegen, um zu seinem Rekordhoch von 2.354,39 US-Dollar zurückzukehren – also fast doppelt so viel.

Der Aufstieg von Western Digital ist teilweise vorgezeichnet

Western Digital stellt Festplatten her, und Cloud-Rechenzentren kaufen davon immer mehr. Der Umsatz im dritten Geschäftsquartal stieg im Jahresvergleich um 45 % auf 3,3 Milliarden US-Dollar. Der Ausblick des Managements deutet auf weiteres starkes Wachstum hin: Für das vierte Geschäftsquartal wird ein Umsatz von 3,65 Milliarden US-Dollar (plus oder minus 100 Millionen US-Dollar) prognostiziert, was einem Wachstum von 36 % bis 44 % gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Zusätzlich stellte das Management einen bereinigten Gewinn von etwa 3,25 US-Dollar pro Aktie in Aussicht – ein Sprung von 2,72 US-Dollar im Vorquartal. Die bereinigte Bruttomarge soll auf 51 % bis 52 % steigen, nach zuvor 50,5 %. CEO Irving Tan erklärte in der Pressemitteilung zu den Quartalszahlen, dass das Unternehmen das Kalenderjahr 2026 mit starkem Umsatzwachstum in allen Geschäftsbereichen begonnen habe, während gleichzeitig die Brutto- und operativen Margen ausgeweitet wurden.

Bleibt das Bewertungsmultipel der Aktie konstant, erfordert eine Erholung um 47 % ein Gewinnwachstum von etwa 47 %. Die Managementprognose – mit einem Gewinn je Aktie rund 20 % höher im Quartalsvergleich – deckt bereits einen bedeutenden Teil davon in einem einzigen Quartal ab. Setzt sich dieses Tempo auch nur annähernd im Geschäftsjahr 2027 fort, könnten die Gewinne die Lücke innerhalb weniger Quartale schließen.

Ein wichtiger Hinweis zur Qualitätsbewertung der Zahlen: Der von Western Digital gemeldete Gewinn von 8,20 US-Dollar pro Aktie im letzten Quartal übertraf den bereinigten Wert von 2,72 US-Dollar deutlich. Die Differenz hängt weitgehend mit der Wertveränderung der Sandisk-Beteiligung zusammen, die Western Digital bei der Trennung behalten hat. Für die Analyse der operativen Entwicklung ist daher die bereinigte Kennzahl die aussagekräftigere Größe.

Der Aufstieg von Sandisk erfordert weiter steigende Preise

Sandisk ist das dynamischere der beiden Unternehmen – zumindest auf den ersten Blick. Als NAND-Flash-Hersteller erzielte Sandisk im dritten Geschäftsquartal einen Umsatzanstieg von beeindruckenden 251 % im Jahresvergleich auf 5,95 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen verdiente 23,03 US-Dollar pro Aktie in einem einzigen Quartal. Für das vierte Geschäftsquartal wird ein bereinigter Gewinn von 30 bis 33 US-Dollar pro Aktie prognostiziert, was einer Steigerung von rund 28 % bis 41 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht.

Das Problem für Sandisk: Um das Rekordhoch von 2.354,39 US-Dollar zu erreichen, sind fast 94 % Kursgewinn nötig. Das setzt voraus, dass die NAND-Flash-Preise weiter deutlich steigen – ein Faktor, der stark von externen Marktbedingungen abhängt und weniger planbar ist als das organische Wachstum bei Western Digital. Während Western Digitals Erholung durch konkrete Managementprognosen und steigende Festplattenverkäufe an Cloud-Anbieter untermauert wird, ist Sandisks Weg zurück zum Allzeithoch stärker von der Preisentwicklung am Speicherchipmarkt abhängig.

Für deutsche Anleger, die im Bereich KI-Infrastruktur und Datenspeicherung investieren möchten, bietet der Vergleich beider Unternehmen eine interessante Perspektive: Western Digital erscheint als der kalkulierbarere Kandidat mit einem klareren Pfad zurück zu alten Höchstständen, während Sandisk zwar das höhere Aufholpotenzial besitzt, dieses aber mit größerer Unsicherheit verbunden ist.

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