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Weight Watchers meldet Insolvenz in den USA

Abnehmspritzen, Schulden und der Rückzug von Oprah Winfrey belasten das Unternehmen

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 Weight Watchers meldet Insolvenz in den USA

Der US-amerikanische Diätkonzern Weight Watchers hat Insolvenz nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts beantragt. Wie das Unternehmen mitteilte, soll dieser Schritt eine Reorganisation unter Gläubigerschutz ermöglichen. Hintergrund sind unter anderem die zunehmende Konkurrenz durch Abnehmspritzen wie Ozempic und Wegovy sowie kostenlose digitale Angebote im Bereich Gewichtsreduktion.

Weight Watchers wurde 1963 im Bundesstaat New York gegründet und war über Jahrzehnte eine der bekanntesten Adressen für Menschen mit Abnehmziel. Das zentrale Element des Programms ist ein Punktesystem, bei dem Nahrungsmitteln Punktwerte zugeordnet werden. Die tägliche Punktemenge orientiert sich individuell an Faktoren wie Alter, Geschlecht, Körpergröße und Gewicht. Neben einem personalisierten Abnehmplan und Rezeptvorschlägen bietet das kostenpflichtige Programm auch Austausch mit anderen Mitgliedern an. In den letzten Jahren versuchte das Unternehmen, sich stärker als Anbieter für ganzheitliches Wohlbefinden und nicht mehr ausschließlich als Diätprogramm zu positionieren.

Das Geschäftsmodell geriet zunehmend unter Druck, als medikamentöse Gewichtsreduktion mit Präparaten wie Ozempic immer populärer wurde. Diese werden nicht nur zur Behandlung von Diabetes, sondern auch zur Gewichtsabnahme eingesetzt. Auch der Rückzug der prominenten Aktionärin Oprah Winfrey belastete das Unternehmen. Winfrey hatte 2015 eine größere Beteiligung erworben und einen Posten im Aufsichtsrat übernommen, den sie im vergangenen Jahr niederlegte. In einem Interview hatte sie öffentlich erklärt, selbst Medikamente zur Gewichtsreduktion zu nutzen.

Im Jahr 2023 versuchte WW, mit der Übernahme der digitalen Gesundheitsplattform Sequence für 106 Millionen Dollar in das Telemedizin-Geschäft einzusteigen. Im ersten Quartal 2025 verzeichnete dieses Segment ein Wachstum von 57 Prozent. Dennoch steht das Unternehmen vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Die Schulden belaufen sich auf 1,15 Milliarden Dollar, was etwa einer Milliarde Euro entspricht.

Trotz des Insolvenzverfahrens soll der Geschäftsbetrieb ohne Einschränkungen weiterlaufen. Wie WW mitteilt, sind derzeit weltweit mehr als drei Millionen Mitglieder registriert. Die Unternehmensführung betonte, man sehe sich langfristig gut aufgestellt, um mit einer Kombination aus Verhaltensunterstützung, klinischer Versorgung und Gemeinschaftserfahrung weiterhin Erfolge im Gewichtsmanagement zu erzielen.

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