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Warum der Jakarta Composite Index auf ein Sechsjahrestief rutscht

Der Composite-Index der Jakartaer Börse fällt um 5,1 Prozent auf 4.921,74 Punkte – ausgelöst durch einen MSCI-Vorschlag zur Neuklassifizierung.

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Warum der Jakarta Composite Index auf ein Sechsjahrestief rutscht

Der Composite-Index der Jakarta Stock Exchange ist am Montag um 5,1 Prozent auf 4.921,74 Punkte gefallen und markierte damit ein neues Sechsjahrestief. Der Markt setzte damit den brutalen Ausverkauf fort, der bereits in der vergangenen Woche begonnen hatte. Auslöser ist ein formeller Vorschlag von MSCI, den indonesischen Aktienmarkt von „Emerging Market" zu „Standalone Market" neu zu klassifizieren.

MSCI hat eine Konsultation mit globalen Marktteilnehmern zu dem Vorhaben eingeleitet. Die vorgeschlagene Neuklassifizierung würde die größte Volkswirtschaft Südostasiens aus der Kategorie der Schwellenmärkte herausnehmen, dabei den Status der Frontier Markets vollständig überspringen und sie derselben Gruppe wie Jamaika, Panama und Palästina zuordnen. Für ein Land dieser Größenordnung wäre das ein ungewöhnlicher Schritt.

Goldman Sachs warnt vor Milliardenabflüssen

Goldman Sachs warnte in einem Bericht vom Sonntag, dass eine vollständige Streichung aus den MSCI-Indexes für Schwellenmärkte passive Abflüsse in Höhe von etwa 5,6 Milliarden US-Dollar auslösen könnte. Das entspricht 18 Tagen des durchschnittlichen täglichen Handelsvolumens der im MSCI Indonesia Investable Market Index enthaltenen Wertpapiere. Sollten FTSE Russell anschließend ähnliche Maßnahmen ergreifen, könnten zusätzliche 2,7 Milliarden US-Dollar gefährdet sein.

Aktive Fonds, die an MSCI- und FTSE-Indexes orientiert sind, halten mehr als 8 Milliarden US-Dollar an indonesischen Aktien. Ein Verkauf durch diese Anleger wäre jedoch diskretionär und nicht automatisch ausgelöst. Goldman Sachs behält seine Untergewichtung bei indonesischen Aktien bei, da weiterhin Unsicherheiten bezüglich der Indexeinteilung bestehen, die Unternehmensgewinne schwach sind und makroökonomischer Gegenwind herrscht.

Rupiah unter Druck, Verkauf breit gefächert

Anleger sorgen sich auch über die Auswirkungen außerhalb des Aktienmarktes. Der Rupiah schwächte auf 18.000 pro Dollar ab und liegt damit nahe am im Juni erreichten Rekordtief. Der Verkauf war breit gefächert und wurde von Finanzwerten, Transportunternehmen, defensiven Titeln, dem Gesundheitswesen und Immobilien angeführt.

Die indonesische Börse und die Finanzaufsichtsbehörden suchen nach weiteren Klarstellungen seitens MSCI. Die Behörden versuchen, die Folgen einzudämmen und das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen.

MSCI hält die fortgesetzte Einstufung Indonesiens als Schwellenmarkt nicht mehr für angemessen. Der Indexbetreiber erwartet, mit der vorgeschlagenen Neuklassifizierung fortzufahren, es sei denn, die Konsultation liefert eindeutige Hinweise auf wesentliche Verbesserungen in der Marktverwaltung und -funktion. Feedback von Marktteilnehmern wird bis zum 30. April 2027 entgegengenommen, eine Entscheidung wird am oder vor dem 30. Juni 2027 erwartet.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung relevant, weil indonesische Aktien über Schwellenländer-Indexes und entsprechende ETFs auch in hiesigen Depots vertreten sein können. Eine Herabstufung würde bedeuten, dass diese Titel aus den großen Emerging-Market-Indizes herausfallen. Die Folge wären automatische Verkäufe durch indexgebundene Fonds, während aktive Manager selbst entscheiden könnten, ob sie ihre Positionen reduzieren.

Die entscheidenden Punkte im Überblick:

  • Der Jakarta Composite Index verlor am Montag 5,1 Prozent auf 4.921,74 Punkte.
  • MSCI schlägt die Einstufung Indonesiens als „Standalone Market" vor.
  • Goldman Sachs erwartet bei vollständiger Streichung passive Abflüsse von rund 5,6 Milliarden US-Dollar.
  • Bei ähnlichen Schritten von FTSE Russell könnten weitere 2,7 Milliarden US-Dollar gefährdet sein.
  • Aktive Fonds halten mehr als 8 Milliarden US-Dollar an indonesischen Aktien.
  • Der Rupiah schwächte auf 18.000 pro Dollar ab, nahe am Rekordtief vom Juni.

Bis zur Entscheidung von MSCI bleibt die Lage für den indonesischen Markt angespannt. Die Konsultationsfrist läuft bis Ende April 2027, das endgültige Urteil soll spätestens Ende Juni 2027 fallen. Bis dahin dürften Unsicherheit und Volatilität die Kurse an der Jakartaer Börse weiter belasten.

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