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Wall-Street-Banken wetten mit Derivaten auf Private-Credit-Stress

JPMorgan, Barclays und andere Großbanken handeln Credit Default Swaps auf Fonds von Blackstone, Apollo und Ares.

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Wall-Street-Banken wetten mit Derivaten auf Private-Credit-Stress

JPMorgan Chase, Barclays und weitere Wall-Street-Banken haben damit begonnen, Credit Default Swaps (CDS) zu handeln, die an führende Private-Credit-Fonds gekoppelt sind. Dies berichtete die Financial Times am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Betroffen sind Fonds der Branchengiganten Blackstone, Apollo Global und Ares Management.

Neben JPMorgan und Barclays bieten laut FT-Bericht auch Morgan Stanley und Citigroup den Handel mit entsprechenden Kontrakten an. Reuters konnte den Bericht nicht unabhängig verifizieren. JPMorgan, Barclays, Morgan Stanley, Citigroup, Blackstone, Apollo Global und Ares reagierten nicht unmittelbar auf Anfragen zur Stellungnahme.

Was sind Credit Default Swaps?

Credit Default Swaps sind Finanzderivate, die als eine Art Versicherung gegen Kreditausfallrisiken funktionieren. Sie schützen den Käufer für den Fall, dass ein Anleiheemittent – etwa ein Unternehmen, eine Bank oder ein Staat – seine Schulden nicht zurückzahlen kann. Im Umkehrschluss ermöglichen sie es Marktteilnehmern, gezielt auf einen Kreditausfall oder eine Verschlechterung der Kreditqualität zu wetten.

Der Einsatz solcher Instrumente im Private-Credit-Bereich ist bemerkenswert, denn dieser Markt gilt traditionell als weniger transparent und liquide als öffentliche Kreditmärkte. Die Einführung von CDS auf Private-Credit-Fonds schafft nun erstmals ein breiteres Instrumentarium, um Risiken in diesem Segment abzusichern oder darauf zu spekulieren.

Private Credit vor dem härtesten Belastungstest

Der Schritt der Banken fällt in eine Phase erhöhter Unsicherheit für den Private-Credit-Sektor. Laut dem FT-Bericht stehen Private-Credit-Fonds vor ihrem bisher schwersten Belastungstest seit der rasanten Expansion des Sektors nach der Finanzkrise von 2008. In den vergangenen Monaten hat der Sektor bereits Turbulenzen erlebt.

Der Private-Credit-Markt hat sich in den letzten anderthalb Jahrzehnten zu einem der am schnellsten wachsenden Segmente der globalen Finanzbranche entwickelt. Nach der Finanzkrise 2008 zogen sich traditionelle Banken aus vielen Kreditbereichen zurück – Private-Credit-Fonds füllten diese Lücke und vergaben Darlehen direkt an Unternehmen, oft abseits der regulierten Kapitalmärkte.

Die Entwicklung bei den CDS steht nicht allein. Bereits in der Vorwoche hatte S&P Dow Jones Indexes einen neuen Credit-Default-Swap-Index eingeführt, der ebenfalls an den Private-Credit-Markt gekoppelt ist. Dieser Index gibt Anlegern ein weiteres Instrument, um Positionen in diesem Segment einzugehen oder sich gegen Risiken abzusichern.

Für deutsche Privatanleger und institutionelle Investoren ist diese Entwicklung aus mehreren Gründen relevant. Einerseits sind viele europäische Pensionsfonds und Versicherungen in Private-Credit-Strategien investiert. Andererseits signalisiert die wachsende Nachfrage nach Absicherungsinstrumenten, dass professionelle Marktteilnehmer die Risiken in diesem Sektor zunehmend ernst nehmen. Die Entstehung eines liquiden CDS-Marktes für Private Credit könnte langfristig zu mehr Transparenz und Preisfindung in einem bislang schwer einschätzbaren Segment führen.

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