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Waldbrände in Europa: Evakuierungen in Kroatien, Griechenland und Frankreich

Rekordhitze und Dürre entfachen verheerende Waldbrände – ein Toter, Dutzende Verletzte und Tausende Evakuierte in ganz Europa.

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Waldbrände in Europa: Evakuierungen in Kroatien, Griechenland und Frankreich

Ein verheerender Waldbrand hat in der kroatischen Küstenstadt Omis an der dalmatinischen Küste eine Person getötet, 40 weitere verletzt und rund 1.200 Menschen zur Flucht gezwungen. Die Behörden fanden eine verkohlte Leiche, während sieben der 40 im nahe gelegenen Krankenhaus Split behandelten Verletzten in einem ernsten Zustand sind. Das Feuer, das den Nachthimmel rot färbte, schien sich am Freitagmorgen laut Feuerwehrchef Slavko Tucakovic beruhigt zu haben.

Anwohner und Touristen schilderten chaotische Szenen bei ihrer Flucht. „Die Flammen leckten an beiden Seiten der Straße. Als ich ein Stück weiter um die Kurve kam und hinsah, sah ich Flammen unter meiner Motorhaube hervorschießen. Das Auto brannte!", berichtete Anwohnerin Ljubica Uglesic. Omis ist eine malerische Stadt, die von Wäldern und felsigen Hügeln umgeben ist und bei Urlaubern als beliebtes Reiseziel gilt.

Griechenland: Evakuierung per Schlauchboot

In Nordgriechenland wurden mehr als 300 Personen mit Booten aus der Küstenstadt Siviri evakuiert, die auf einer Halbinsel südlich von Thessaloniki liegt. Menschen mit Gesichtsmasken, teils mit Kindern oder Haustieren auf dem Arm, bestiegen Schlauchboote und Schiffe, während ein Feuer einen Wald verschlang und Rauchsäulen den Himmel dunkelgrau färbten. Mehr als 140 Feuerwehrleute, neun Flugzeuge und sieben Hubschrauber waren im Einsatz, auch Fischerboote beteiligten sich an der Rettungsaktion.

In Frankreich evakuierten die Behörden 525 Personen aus dem Dorf Luglon in der südwestlichen Region Landes, nachdem dort ein Waldbrand ausgebrochen war – unweit eines Gebiets, das in diesem Sommer bereits von schweren Bränden verwüstet wurde. In England breitete sich ein schwerer Grasbrand in Stourbridge in Mittelengland über einen Golfplatz aus und erreichte ein Wohngebiet. Anwohner Paul Nash beschrieb die Szene: „Ich hörte einen Schrei, und alle Bäume entlang der Bahnstrecke explodierten. Also haben wir einfach alles gepackt und sind gegangen."

Spanien: 31.000 Hektar verbrannt

Auch Spanien kämpft mit massiven Waldbränden. Ein Feuer in Huelva im Süden des Landes hat bisher 31.000 Hektar verbrannt und die Evakuierung von 700 Personen erzwungen. Löschflugzeuge haben in diesem Jahr bereits mehr als 8.200 Flugstunden absolviert und damit die Gesamtzahl aus dem Jahr 2021 übertroffen, als eine Rekordfläche von 393.000 Hektar verbrannte – so die spanische Umweltministerin Sara Aagesen auf der Plattform Bluesky. Zusätzlich starteten Rettungsdienste eine Operation, um die sterblichen Überreste von drei Königen aus dem 11. Jahrhundert aus einem von Feuer bedrohten Kloster in Aragón zu bergen.

EU warnt vor „sehr extremen" Bedingungen

Der Copernicus-Klimawandeldienst der Europäischen Union warnte für die Woche bis zum 19. August vor „sehr extremen" Waldbrandbedingungen in weiten Teilen Mittel- und Osteuropas sowie über Südengland, Irland, Nordfrankreich und Südschweden. Die durchschnittliche Höchsttemperatur in Westeuropa wurde für Freitag mit 31,2 Grad Celsius prognostiziert – das sind 8 Grad Celsius über dem Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990. Für Europa insgesamt lag die Temperatur 1,6 Grad Celsius über dem historischen Mittelwert.

Wissenschaftler bringen die Rekordhitze und anhaltende Dürre, die in diesem Sommer ideale Bedingungen für Waldbrände in ganz Europa geschaffen haben, mit dem Klimawandel in Verbindung. Besonders betroffen sind Frankreich, Spanien und Griechenland, aber auch die Balkanregion war mehreren Hitzewellen ausgesetzt. Die Folgen reichen über die unmittelbaren Brandschäden hinaus: Analysten warnen, dass die anhaltende Hitze und Dürre die diesjährige französische Maisernte halbieren und die Produktion in der gesamten EU auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten senken könnten.

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