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Verunsicherung an der Wall Street nach Zinsentscheid der US-Notenbank

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Verunsicherung an der Wall Street nach Zinsentscheid der US-Notenbank

Am Abend des 26. Juli 2023 erhöhte die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte. Die Entscheidung sorgte jedoch für Verunsicherung unter den Anlegern, da die Fed weitere Schritte offenhielt. Die US-Aktienindizes schlossen uneinheitlich. Der Dow Jones Index konnte sich trotz der Zinserhöhung behaupten und erreichte mit 35.520 Zählern ein Plus von 0,23 Prozent, was den 13. Gewinntag in Folge darstellte, eine Situation, die es zuletzt 1987 gegeben hatte.

Im Gegensatz dazu verlor die Technologiebörse Nasdaq 0,1 Prozent und der Auswahlindex Nasdaq 100 gab um 0,4 Prozent nach. Der breit gefasste S&P-500-Index schloss nahezu unverändert bei 4566 Punkten. Die Auswirkungen des Zinsentscheids auf den Markt waren insgesamt geringer als erwartet.

Obwohl die Zinserhöhung erwartet wurde, waren einige Anleger enttäuscht, da sie ein stärkeres Signal von Notenbankchef Jerome Powell erhofft hatten, dass der Zinszyklus bald beendet sein würde. Die Fed entschied jedoch, weitere Schritte abhängig von der Datenlage zu treffen. Die nächste Zinssitzung ist für September geplant.

Der Online-Werbemarkt erholte sich, insbesondere bei Facebook-Konzern Meta, der einen Umsatz von knapp 32 Milliarden US-Dollar im letzten Quartal verzeichnete, ein Anstieg um 11 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Die Anzahl der täglich aktiven Nutzer stieg auf 2,064 Milliarden. Diese Erholung markierte eine Rückkehr zu gewohntem Wachstum, nachdem Konjunktursorgen im Vorjahr den Markt gebremst hatten.

Die Wall Street zeigte sich vor dem Hintergrund des Zinsentscheids der Fed und zahlreicher Geschäftszahlen von Unternehmen vorsichtig. Der DAX verzeichnete einen Rückgang um 0,49 Prozent und schloss bei 16.131 Punkten. Die Unsicherheit über die weitere geldpolitische Ausrichtung nach dem Sommer und die Signale von Fed-Chef Jerome Powell waren die Hauptursachen für die Zurückhaltung der Anleger.

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird voraussichtlich ebenfalls die Zinsen um 25 Basispunkte erhöhen. Die restriktive Geldpolitik der USA und Europas hat bereits Auswirkungen auf die Wirtschaft, und Deutschland läuft Gefahr, von einer Winterrezession in eine Sommerrezession abzurutschen.

Die höheren Zinsen haben dazu geführt, dass die Kreditnachfrage bei kleinen und mittelständischen Unternehmen um 40 Prozent und bei Großunternehmen um 34 Prozent zurückging. Die Banken planen, ihre Kreditvergabekriterien zu verschärfen, was die Investitionen weiter dämpfen könnte und Rezessionsgefahren verstärken würde.

Der US-Dollar schwächelte vor dem Fed-Entscheid, während der Euro zulegte und zuletzt bei 1,1092 Dollar gehandelt wurde. Die Ölpreise gaben nach und entfernten sich weiter von ihren jüngsten Höchstständen.

In der Unternehmensberichtssaison gab es verschiedene Ergebnisse. Mercedes-Benz verzeichnete ein überraschend gutes Quartal und erhöhte seine Prognose für das Gesamtjahr. Volkswagen plant, dem Elektroautogeschäft in China mit einer Beteiligung am Elektroautobauer Xpeng auf die Beine zu helfen. Airbus hält trotz Engpässen bei Zulieferern an seinen Zielen für 2023 fest, nachdem das Unternehmen im zweiten Quartal einen Umsatzanstieg verzeichnete. RWE konnte mit einem über den Erwartungen liegenden Halbjahresergebnis seine Prognosen für 2023 anheben. Die Deutsche Bank verdiente im zweiten Quartal weniger, übertraf jedoch die Markterwartungen und plant, eigene Aktien zurückzukaufen.

Die deutschen Autobauer Mercedes-Benz und BMW wollen gemeinsam mit fünf weiteren Herstellern ein Schnellladesäulennetz für Elektroautos in den USA und Kanada aufbauen. Puma hofft auf eine positive Entwicklung im dritten Quartal und plant eine entsprechende Anpassung seiner Jahresprognose. K+S drosselte sein Jahresgewinnziel aufgrund schwächerer Kalidüngerpreise, während Varta seine Erwartungen nach einem Verlust im zweiten Quartal erneut korrigierte.

Weitere Unternehmen wie Telefonica Deutschland (O2), Uniper, Unicredit und Michelin präsentierten ebenfalls ihre Quartalsergebnisse und aktualisierten ihre Prognosen.

In den USA einigten sich der Paketzusteller UPS und die Gewerkschaft Teamsters auf einen Vertrag für rund 340.000 US-Beschäftigte, und die Tarifverhandlungen zwischen Lufthansa und ihren Stammpiloten scheinen ohne weitere Streiks gelöst zu sein.

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