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USA planen Milliarden-Finanzierung für Kernkraftwerk-Komponenten

Das US-Energieministerium prüft Milliarden-Finanzierungen für Versorgungsunternehmen, um Bauzeiten großer Kernreaktoren zu verkürzen.

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USA planen Milliarden-Finanzierung für Kernkraftwerk-Komponenten

Das US-Energieministerium (DOE) prüft einen Plan, amerikanischen Versorgungsunternehmen Finanzierungen in Milliardenhöhe anzubieten. Ziel ist es, die Beschaffung von Schlüsselkomponenten für große Kernreaktoren zu beschleunigen. Dies erklärte Maria Korsnick, Präsidentin und CEO des Nuclear Energy Institute (NEI), auf der Konferenz des Branchenverbands in Washington.

Konkret geht es um Bauteile wie Reaktordruckbehälter und Dampferzeuger, deren Beschaffung eine jahrelange Vorlaufzeit erfordert. Die Initiative zielt darauf ab, die Bauzeit für große AP1000-Kernkraftwerke zu verkürzen. „Dies wird mehreren US-Versorgungsunternehmen helfen, die am Einsatz von AP1000-Reaktoren interessiert sind", sagte Korsnick.

Hunderte Milliarden Dollar Finanzierungspotenzial

Das zuständige Office of Energy Dominance Financing (OEDF) des Energieministeriums verfügt über Finanzierungshilfen in Höhe von Hunderten Milliarden US-Dollar. Dazu zählen unter anderem Kreditgarantien für Projekte, die Schwierigkeiten haben, klassische Bankkredite zu erhalten. US-Energieminister Chris Wright hat bereits angekündigt, dass der Schwerpunkt der OEDF-Mittel auf Kernkraftwerken liegen werde.

Die Abteilung war unter anderem Namen – dem Loan Programs Office – bereits während Trumps erster Amtszeit aktiv. Damals wurden die Mittel ausschließlich für die Finanzierung von Reaktoren im Kernkraftwerk Vogtle im US-Bundesstaat Georgia eingesetzt. Nun soll der Einsatz deutlich breiter aufgestellt werden.

Fünf bis sechs Versorger in fortgeschrittener Antragsphase

Grant Isaac, Präsident und Chief Operating Officer von Cameco, einem der kanadischen Eigentümer von Westinghouse – dem Unternehmen, das AP1000-Reaktoren entwirft und entwickelt –, bestätigte das Interesse der Branche. In einer Telefonkonferenz zu den Quartalsergebnissen erklärte Isaac, dass sich fünf oder sechs Versorgungsunternehmen in einem „sehr fortgeschrittenen Stadium" bei der Beantragung von DOE-Finanzierungen befänden.

Die Versorger seien „daran interessiert, die Projektabwicklung voranzutreiben, indem sie beispielsweise die Bestellung von Komponenten mit langen Vorlaufzeiten vorziehen", so Isaac. Das DOE selbst äußerte sich auf eine Anfrage hin nicht zu dem Vorhaben – das Ministerium kommentiert üblicherweise keine laufenden Kreditanträge.

Trumps Ziel: Kernkraftkapazität bis 2050 vervierfachen

Der Finanzierungsplan fügt sich in die übergeordnete Energiestrategie von Präsident Donald Trump ein. Er hat sich zum Ziel gesetzt, die US-Kernkraftkapazität bis 2050 auf 400 Gigawatt zu vervierfachen. Angesichts der jüngsten Erfahrungen in der Branche ist das ein ambitioniertes Vorhaben: Die zuletzt in den USA gebauten Reaktoren – eben jene im Kernkraftwerk Vogtle – verzögerten sich um rund sieben Jahre und überschritten das Budget um mehrere Milliarden US-Dollar.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung bemerkenswert: Während Europa in der Kernenergiepolitik gespalten bleibt, setzt die US-Regierung mit massiven staatlichen Finanzierungsinstrumenten auf einen beschleunigten Ausbau der Atomkraft. Der AP1000-Reaktor von Westinghouse gilt dabei als zentrales Technologiemodell für die geplante Kapazitätserweiterung.

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