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Kanada baut ersten SMR der G7 in Ontario

Ontario Power Generation startet Bau des ersten kleinen modularen Reaktors der G7-Staaten am Standort Darlington östlich von Toronto.

Kanada baut ersten SMR der G7 in Ontario

Ontario hat mit dem Bau des ersten kleinen modularen Reaktors (SMR) innerhalb der G7-Staaten begonnen. Am Standort Darlington, östlich von Toronto, errichtet Ontario Power Generation (OPG) insgesamt vier Reaktoren mit je 300 Megawatt (MW) Leistung. Der erste Block basiert auf dem GE Hitachi BWRX-300-Design und soll noch vor Ende des Jahrzehnts ans Netz gehen.

Nach vollständiger Fertigstellung wird das Gesamtprojekt eine Kapazität von 1.200 MW liefern. Das entspricht einer Versorgungsleistung für rund 1,2 Millionen Haushalte. Damit setzt Kanada ein deutliches Signal in der globalen Energiepolitik und positioniert sich als Vorreiter bei der Nutzung moderner Kernkrafttechnologie.

„Es stärkt Kanadas Rolle als vertrauenswürdiger Partner in einer Welt, die sich zunehmend auf Energiesicherheit und widerstandsfähige Lieferketten konzentriert", sagte Erveina Gosalci, Gründerin und CEO der Canadian Association of Small Modular Reactors und des SMR-Forums, gegenüber The Northern Miner.

Chancen für die heimische Industrie

Für die kanadische Nuklearindustrie bietet das Darlington-Projekt weit mehr als nur Stromproduktion. Experten sehen darin eine Gelegenheit, Kanadas technologisches Fachwissen auf der Weltbühne zu demonstrieren. Gleichzeitig soll das Projekt Investitionen in die heimische Lieferkette ankurbeln – darunter die Nachfrage nach Uran sowie nach Reaktorkonstruktionsmaterialien wie Zirkonium, Niob und Spezialstählen.

Diese Rohstoffe spielen eine zentrale Rolle beim Bau moderner Kernreaktoren. Kanada verfügt über bedeutende Vorkommen dieser Materialien und könnte so gleich mehrfach von der wachsenden globalen SMR-Nachfrage profitieren – als Technologielieferant und als Rohstoffproduzent.

Wachsender internationaler Wettbewerb

Kanada bewegt sich jedoch in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld. Die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich und Frankreich treiben alle ihre eigenen SMR-Programme voran. Der Fokus liegt dabei auf standardisierten Designs und Serienbauten, die heimische Lieferketten stärken und Exportmöglichkeiten eröffnen sollen.

„Die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich bewegen sich in diese Richtung, mit Rahmenbedingungen, die eine schnellere, standardisiertere Lizenzierung und einen wiederholten Einsatz unterstützen sollen", erklärte Gosalci in einer E-Mail aus London. „Im globalen Wettbewerb geht es zunehmend um Skalierbarkeit und Geschwindigkeit."

Der Zeitpunkt des Projektstarts ist kein Zufall. Er spiegelt eine veränderte Stromprognose für Ontario wider, in der steigende Stromnachfrage und angespannte Brennstoffmärkte die Frage aufwerfen, ob neue Kernkraftprojekte in großem Maßstab realisiert werden können. Der Darlington-SMR gilt als Antwort auf genau diese Herausforderungen – und als Blaupause für künftige Projekte in Kanada und darüber hinaus.

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