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US-Firma will Uran aus Meerwasser für Kernenergie gewinnen

SuperCritical Materials Corp erhält exklusive DoE-Lizenz und plant erste Anlage mit Jahresproduktion von 839.000 Kilogramm Uran.

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US-Firma will Uran aus Meerwasser für Kernenergie gewinnen

Das texanische Unternehmen SuperCritical Materials Corp hat vom US-Energieministerium (DoE) eine Exklusivlizenz zur Gewinnung von Uran aus Meerwasser erhalten. Die Technologie wurde von US-Laboren entwickelt, wird aber bislang noch nicht kommerziell genutzt. Mit dieser Lizenz will das Unternehmen eine völlig neue Quelle für Kernbrennstoff erschließen.

Uran kommt natürlicherweise im Meerwasser vor – allerdings in extrem geringen Konzentrationen von lediglich etwa 3,3 Teilen pro Milliarde (ppb). SuperCritical plant, das Metall mithilfe speziell behandelter Acrylfasern zu extrahieren, an die sich gelöste Uranionen aus dem Wasser binden. Das gewonnene Uran müsste anschließend mehrere Verarbeitungsschritte durchlaufen, darunter die Umwandlung in Gas, die Anreicherung und die Brennelementfertigung, bevor es zur Stromerzeugung in Kernkraftwerken eingesetzt werden kann.

Strategische Bedeutung für die US-Energieversorgung

Der Hintergrund des Projekts ist hochpolitisch: Die USA importieren derzeit bis zu 75 Prozent des in ihren Reaktoren eingesetzten angereicherten Urans aus dem Ausland – unter anderem aus Russland, Frankreich und Deutschland. Washington hat Importe von russischem Uran inzwischen verboten, wobei Ausnahmeregelungen bis 2028 noch zulässig sind. Diese Abhängigkeit macht die Versorgungssicherheit zu einem zentralen Thema der amerikanischen Energiepolitik.

Alexander Canon Bryan, Gründer und CEO von SuperCritical, formuliert das Ziel des Unternehmens ambitioniert: „Unser langfristiges Ziel ist es, die USA von einem Nettoimporteur zu einem Nettoexporteur von Uran und Kernbrennstoffen zu machen." Auch das DoE bewertet die Technologie positiv. Ted Garrish, stellvertretender Minister für Kernenergie, erklärte, sie stelle „einen potenziell bedeutenden Beitrag zur langfristigen Brennstoffsicherheit und industriellen Wettbewerbsfähigkeit Amerikas dar".

Erste Anlage soll ab 2030 produzieren

Das Unternehmen hofft, dass seine erste Anlage mindestens 40 Jahre lang jährlich 1,85 Millionen Pfund – umgerechnet rund 839.150 Kilogramm – Uran produzieren kann. Diese Menge würde laut SuperCritical ausreichen, um jedes Jahr etwa vier Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen. Eine endgültige Investitionsentscheidung hat das Unternehmen noch nicht getroffen, gibt jedoch an, bereits 2030 oder 2031 mit der Uranförderung beginnen zu können.

Der erste Einsatz der Technologie ist in Texas geplant. Für die notwendigen Genehmigungen arbeitet SuperCritical mit insgesamt 13 Aufsichtsbehörden zusammen, darunter die Texas Commission on Environmental Quality, die Texas Railroad Commission und die US-Küstenwache. Der komplexe Genehmigungsprozess verdeutlicht, wie neuartig und regulatorisch anspruchsvoll das Vorhaben ist.

Börsengang an der Nasdaq geplant

Finanziell steht SuperCritical noch am Anfang: Das Unternehmen hat bislang privat 4,5 Millionen US-Dollar eingeworben. Noch in diesem Jahr strebt es einen Börsengang an der Nasdaq an, um weiteres Kapital für die Entwicklung und den Bau der ersten Anlage zu beschaffen. Für Investoren, die den Kernenergie- und Uransektor beobachten, dürfte das IPO ein interessanter Termin werden.

Die Technologie zur Urangewinnung aus Meerwasser gilt seit Jahrzehnten als vielversprechend, scheiterte bisher jedoch an der wirtschaftlichen Umsetzbarkeit. Ob SuperCritical den Durchbruch schafft, wird maßgeblich davon abhängen, ob die Extraktionskosten wettbewerbsfähig mit konventionellem Uranbergbau werden können.

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