USA fördern Westinghouse mit 17,5 Milliarden Dollar für zehn neue Kernreaktoren
Das US-Energieministerium erteilt eine bedingte Darlehenszusage zur Finanzierung von zehn neuen Großreaktoren bis 2030.

Das US-Energieministerium hat eine bedingte Darlehenszusage in Höhe von 17,5 Milliarden US-Dollar bereitgestellt, um den Bau von zehn neuen Großreaktoren in den Vereinigten Staaten zu finanzieren. Die Mittel sollen Sammelbestellungen von Komponenten mit langen Vorlaufzeiten ermöglichen und so die heimische Nuklearindustrie wiederbeleben. Ziel der Regierung ist es, bis zum Jahr 2030 zehn neue Großreaktoren mit finalisierten Entwürfen in die Bauphase zu bringen.
Die Finanzierung baut auf einer früheren Durchführungsverordnung von Präsident Trump auf, die den Wiederaufbau der amerikanischen Nuklearindustrie anordnete. Durch eine zentralisierte Einkaufsstruktur will die Regierung die Herstellungskosten für Komponenten senken und die Zeitpläne einzelner Reaktorprojekte um bis zu drei Jahre beschleunigen. Der geplante Ausbau von insgesamt 11 Gigawatt soll genügend Grundlaststrom erzeugen, um fast zehn Millionen amerikanische Haushalte zu versorgen.
„Vor etwas mehr als einem Jahr hat Präsident Trump das Energieministerium und seine Partnerbehörden angewiesen, die nächste amerikanische Nuklear-Renaissance einzuleiten", sagte US-Energieminister Chris Wright am Dienstag, dem 24. Juni. „Um diese Mission zu erfüllen, werden diese bedingten Darlehen eine wichtige Rolle bei der Wiederbelebung der Lieferkette spielen, die erforderlich ist, damit Amerika wieder kommerzielle Großreaktoren bauen kann."
Westinghouse AP1000 im Mittelpunkt der Pläne
Das Bundeskapital wird bis zu fünf separate Projekte von Versorgungsunternehmen unterstützen, wobei an jedem Standort zwei fortschrittliche AP1000-Druckwasserreaktoren von Westinghouse errichtet werden sollen. Der AP1000 gilt als bewährte Reaktortechnologie der dritten Generation und ist bereits in mehreren Ländern im Einsatz. Westinghouse hat bereits unverbindliche Absichtserklärungen mit sieben potenziellen Versorgungsunternehmen unterzeichnet, die spezifische Projektstandorte identifiziert haben.
Um das Risiko für öffentliches Kapital zu begrenzen, erfordert jedes Projekt eine vorab geleistete, kombinierte Eigenkapitalspritze von einer Milliarde US-Dollar, bevor Bundesdarlehen abgerufen werden können. Dabei müssen sowohl Westinghouse als auch das jeweilige Versorgungsunternehmen jeweils 500 Millionen US-Dollar einbringen. Die Beschaffung von ultraschweren Schmiedekomponenten, bei denen die längsten Fertigungsrückstände bestehen, wird gestaffelt erfolgen, sobald der jeweilige Partner eine endgültige Investitionsentscheidung trifft.
Cameco begrüßt die Kreditfazilität
Cameco, das Westinghouse im November 2023 gemeinsam mit Brookfield Renewable Partners übernommen hat, begrüßte die Kreditfazilität als wichtigen Mechanismus zur Absicherung der kommerziellen Nuklearexpansion. „Wir freuen uns, dass die US-Regierung diese zusätzliche Verpflichtung zum Ausbau der Kernkraftkapazitäten unter Verwendung der bewährten AP1000-Reaktortechnologie eingeht", sagte Cameco-CEO Tim Gitzel in einer Pressemitteilung. „In Kombination mit den Durchführungsverordnungen vom 23. Mai 2025 und anderen Initiativen der US-Regierung glauben wir, dass die richtigen Anreize geschaffen werden, um den schnellen Einsatz von AP1000-Reaktoren in den USA voranzutreiben."
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Zur AktienanalyseCameco merkte zudem an, dass die Gespräche über eine Infrastrukturpartnerschaft zwischen Brookfield Asset Management, Cameco und dem US-Handelsministerium fortgesetzt werden. Die milliardenschwere Zusage bleibt jedoch weiterhin an Bedingungen geknüpft. Für Investoren im Nuklearsektor – und insbesondere für Anleger in Cameco-Aktien, die an der TSX unter dem Kürzel CCO und an der NYSE unter CCJ gehandelt werden – stellt die Ankündigung ein bedeutendes Signal für die langfristige Nachfrage nach Kernenergie in den USA dar.
Die Initiative unterstreicht den strategischen Kurswechsel der USA hin zu einer verstärkten Nutzung der Kernkraft als Grundlastenergie. Angesichts steigender Stromnachfrage durch Rechenzentren und Elektromobilität setzt Washington auf Kernenergie als zuverlässige und CO₂-arme Energiequelle. Die Darlehenszusage ist ein weiterer Schritt in der von der Trump-Regierung ausgerufenen „amerikanischen Nuklear-Renaissance".


