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US-Benzinpreise drohen nach Rekord-Lagerabbau weiter zu steigen

15 Wochen sinkende Vorräte, Vierjahreshochs bei Preisen: Der US-Benzinmarkt steht vor einem heißen Sommer.

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US-Benzinpreise drohen nach Rekord-Lagerabbau weiter zu steigen

Die US-Benzinpreise haben seit dem Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran am 28. Februar um 50 Prozent zugelegt und notieren damit nahe Vierjahreshochs. Aktuell zahlen amerikanische Autofahrer im Landesdurchschnitt rund 4,33 US-Dollar pro Gallone, wie Daten der US Energy Information Administration (EIA) zeigen. Doch Experten warnen: Ein weiterer Preisanstieg könnte bevorstehen.

Der Grund liegt in einem historisch einmaligen Lagerabbau. Seit Mitte Februar sind die US-Benzinvorräte 15 Wochen in Folge gesunken – eine Serie, die der längsten jemals verzeichneten entspricht. Diese Rekordserie trat laut EIA-Daten zuletzt zwischen Mitte Februar und Ende Mai 2012 auf. Ein weiterer wöchentlicher Rückgang würde das Jahr 2026 offiziell in die Rekordbücher eingehen lassen.

Lagerbestände auf tiefstem Stand seit 2014

Die nationalen Benzinvorräte liegen derzeit bei rund 211,5 Millionen Barrel – ein drastischer Rückgang gegenüber über 253 Millionen Barrel unmittelbar vor Beginn des Iran-Konflikts. Das entspricht einem Minus von rund 5,5 Prozent gegenüber dem Fünfjahresdurchschnitt für diese Jahreszeit und markiert den niedrigsten Stand für diesen Zeitraum seit dem Jahr 2014. Die EIA wird ihre Lagerbestandsdaten das nächste Mal am 3. Juni aktualisieren.

Gleichzeitig steuern auch die US-Rohölvorräte auf ihren sechsten wöchentlichen Rückgang in Folge zu – die längste Serie wöchentlicher Ölverknappungen seit Ende 2024. Die US-Raffinerien verarbeiteten in der vergangenen Woche 16,9 Millionen Barrel Rohöl, das höchste wöchentliche Verarbeitungsvolumen seit dem vergangenen November. Dieser Anstieg der Verarbeitungskapazität sollte zwar zu mehr raffinierten Produkten führen, doch es bleibt unklar, wie viel davon tatsächlich auf dem Inlandsmarkt ankommt.

Exportorientierte Raffinerien erschweren Versorgung

Ein wesentliches Problem: Viele US-Raffinerien sind auf Exportmärkte ausgerichtet, da internationale Benzin- und Dieselpreise häufig über den Inlandspreisen liegen. Selbst wenn zusätzliche Kraftstoffmengen auf den US-Markt gelangen, dürften diese rasch von Einzelhändlern aufgekauft werden, um den steigenden inländischen Bedarf zu decken. Ein nennenswerter Anstieg der Benzinvorräte ist daher in naher Zukunft kaum zu erwarten.

Verschärft wird die Lage durch saisonale Nachfrageeffekte. Das Ende des US-Schuljahres markiert traditionell den Beginn der verkehrsreichsten Zeit für amerikanische Autofahrer. Familien brechen zu Urlaubsreisen und Familienbesuchen auf, was den Benzinverbrauch weiter in die Höhe treibt. Diese steigende Nachfrage dürfte zu weiteren Entnahmen aus den ohnehin knappen Vorräten führen und könnte die Preise, die bereits nahe Mehrjahreshochs notieren, zusätzlich antreiben.

Geopolitik bleibt entscheidender Faktor

Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt der zentrale Unsicherheitsfaktor für den globalen Ölmarkt und damit auch für die US-Benzinpreise. Ein dauerhaftes Friedensabkommen, das den Tankerverkehr durch die Straße von Hormus schnell wiederherstellt, könnte weitere drastische Lagerrückgänge abwenden und zusätzliche Preissteigerungen begrenzen.

Jede Wiederaufnahme militärischer Feindseligkeiten hingegen, die Ölproduktion und Exporte aus der Region weiter behindert, würde laut Analysten in diesem Sommer mit hoher Wahrscheinlichkeit eine neue Preisrally auslösen. Die Sorgen um die Lebenshaltungskosten in den USA würden damit weiter zunehmen – ein Thema, das politisch und wirtschaftlich gleichermaßen brisant ist. Die Kombination aus rekordtiefen Lagerbeständen, steigender Sommernachfrage und geopolitischer Unsicherheit macht den US-Benzinmarkt in den kommenden Wochen besonders anfällig für plötzliche und übermäßige Preisbewegungen.

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