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US-Aktien steigen, da Staatsanleihen-Renditen deutlich zurückgehen

Dow, S&P 500 und Nasdaq legen zu, während zehnjährige Rendite den stärksten Tagesrückgang seit über einem Jahr verzeichnet.

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US-Aktien steigen, da Staatsanleihen-Renditen deutlich zurückgehen

Die US-Aktienmärkte haben am Donnerstag trotz erheblicher Volatilität im Technologiesektor und einem überraschend starken Inflationstrend im Großhandel zugelegt. Den Antrieb lieferte der deutliche Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen, die einen Teil ihrer jüngsten Gewinne wieder abgaben. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 556,80 Punkte oder 1,08 Prozent auf 52.178,28 Zähler. Der S&P 500 gewann 25,17 Punkte oder 0,33 Prozent auf 7.744,11, während der technologiebetonte Nasdaq Composite leicht um 20,16 Punkte oder 0,08 Prozent auf 26.713,03 kletterte.

Im Mittelpunkt des Handelstages stand der Producer-Price-Index (PPI), ein Maß für die Erzeugerpreise auf Großhandelsebene. Der Indikator stieg im September monatlich um 1,3 Prozent und damit deutlich stärker als der Anstieg von 0,4 Prozent im August. Ökonomen hatten lediglich mit einem Zuwachs von 0,6 Prozent gerechnet. Es handelte sich um den stärksten Anstieg des Indikators seit mehr als vier Jahren – ein Signal, das die Inflationssorgen der Anleger zusätzlich befeuerte.

Trotz dieser belastenden Nachricht griffen Investoren am Donnerstag zu sicheren Häfen, nachdem es im Tech-Sektor zu Schwankungen gekommen war. Besonders gefragt waren US-Staatsanleihen, deren Renditen spürbar nachgaben. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe sank laut Daten von Dow Jones Market Data um 0,102 Prozentpunkte auf 5,086 Prozent. Dies entspricht dem größten Rückgang an einem einzigen Handelstag seit mehr als einem Jahr.

Auch längerfristige Anleihen gefragt

Der Rückgang erfasste auch die längeren Laufzeiten. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe fiel um 0,097 Prozentpunkte auf 5,427 Prozent und verzeichnete damit ebenfalls den größten Tagesrückgang seit mehr als einem Jahr. Bei den kürzeren Laufzeiten ging die Rendite der zweijährigen Staatsanleihe um 0,053 Prozentpunkte auf 4,747 Prozent zurück – der stärkste Rückgang seit zwei Wochen.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung an den US-Anleihemärkten von besonderer Bedeutung, da die Renditen der weltgrößten Volkswirtschaft als globaler Referenzmaßstab für die Bewertung von Vermögenswerten gelten. Sinkende Renditen reduzieren die Attraktivität von Anleihen gegenüber Aktien und stützen damit tendenziell die Kurse am Aktienmarkt – ein Zusammenhang, der sich am Donnerstag deutlich zeigte.

Neben den Staatsanleihen profitierte auch Gold als klassischer sicherer Hafen von der veränderten Stimmung. Die Gold-Futures, die in den vergangenen Wochen unter Druck gestanden hatten, stiegen um 62,90 US-Dollar oder 1,5 Prozent auf 4.147,70 US-Dollar pro Feinunze. Der Preisanstieg unterstreicht die anhaltende Nachfrage nach Absicherung angesichts der unsicheren Inflationslage.

Die Kombination aus einem starken Erzeugerpreisanstieg und gleichzeitig fallenden Anleiherenditen zeigt die derzeitige Unsicherheit an den Märkten. Während die Inflationsdaten eigentlich auf steigende Zinsen hindeuten würden, suchten Anleger angesichts der Turbulenzen im Technologiesektor offenbar Zuflucht in festverzinslichen Wertpapieren. Diese gegenläufigen Kräfte sorgten für einen volatilen Handelstag, an dem der Dow dennoch klar zulegen konnte, während der Nasdaq nur minimal im Plus schloss.

Für die kommenden Handelstage bleibt abzuwarten, wie die Märkte die anhaltenden Inflationssignale verarbeiten. Der unerwartet kräftige PPI-Anstieg dürfte die Diskussion über die künftige Geldpolitik der US-Notenbank weiter anheizen. Anleger sollten die Entwicklung der Anleiherenditen daher genau im Blick behalten, da sie maßgeblich die Richtung an den Aktienmärkten bestimmen dürften.

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