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US-Aktien erholen sich nach Zinsentscheid – KI-Wachstum als Treiber

Nach anfänglichen Verlusten drehten die US-Indizes ins Plus – angetrieben von KI-Optimismus.

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US-Aktien erholen sich nach Zinsentscheid – KI-Wachstum als Treiber

Die US-Aktienmärkte haben sich nach der ersten Zinserhöhung der Federal Reserve seit über drei Jahren deutlich erholt. Was zunächst nach Kursverlusten aussah, endete in einer stabilen Aufwärtsbewegung: Der Dow Jones gab zwar zwischenzeitlich um 1,21 Prozent nach, schloss am Ende aber mit einem Plus von 0,6 Prozent. Noch stärker zeigten sich der S&P 500 mit einem Anstieg von 1,1 Prozent und der technologieorientierte Nasdaq, der um 1,7 Prozent zulegte. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen sank parallel auf 4,946 Prozent.

Haupttreiber dieser Erholung ist der anhaltende Optimismus im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Analysten der UBS betonen, dass die KI-Adaption die Erwartungen übertrifft und die Lieferketten für Halbleiter weiterhin stark ausgelastet sind. Dies kam insbesondere den Chip-Werten zugute: Intel verzeichnete nach optimistischen Kommentaren von CEO Lip-Bu Tan zu den Speicherpreisen einen Kursanstieg von rund acht Prozent. Auch Micron und AMD verbuchten deutliche Gewinne. Im vorbörslichen Handel setzten KI-bezogene Titel ihren Aufwärtstrend fort, unterstützt durch Energieversorger wie GE Vernova und Caterpillar, die von der wachsenden Infrastruktur für Rechenzentren profitieren.

IPO-Pläne und neue Bewertungsmaßstäbe

Die Marktdynamik wird jedoch durch neue IPO-Pläne beeinflusst. Laut UOB Kay Hian könnten Börsengänge von KI-Größen wie Anthropic und DeepSeek kurzfristig Kapital von bereits gelisteten Werten abziehen. Gleichzeitig könnte eine erfolgreiche Bewertung von Anthropic – das Unternehmen strebt eine Marktkapitalisierung von bis zu zwei Billionen US-Dollar an – als neuer Bewertungsmaßstab für den gesamten KI-Sektor dienen. Dies zeigt, wie sehr die Erwartungen an die Zukunft der Künstlichen Intelligenz die Finanzmärkte derzeit bewegen.

Neben dem KI-Boom gab es weitere marktbewegende Ereignisse. Die US-Börsenaufsicht SEC hat den Weg für den Handel mit tokenisierten Aktien in den USA geebnet, was den traditionellen Aktienmarkt grundlegend verändern könnte. Generac verzeichnete einen Kurssprung von 19 Prozent, nachdem ein langfristiger Liefervertrag für Backup-Generatoren mit Amazon für dessen Rechenzentren bekannt wurde. Im Bereich M&A verkaufen die Chelsea-Eigentümer Mark Walter und Todd Boehly ihre 25-prozentige Beteiligung am Fußballclub für rund 650 Millionen US-Dollar an Clearlake Capital.

International gemischtes Bild

International bleibt die Lage gemischt. Während japanische Aktien von sinkenden Ölpreisen profitierten, zeigten sich europäische Indizes wie der Stoxx 600 und der DAX eher schwach. Belastet wurden sie durch Verluste in den Sektoren Telekommunikation und Chemie. Der Ölpreis (Brent) gab um rund ein Prozent nach, da Hoffnungen auf eine Entspannung der geopolitischen Lage im Nahen Osten zunehmen – insbesondere durch diplomatische Bemühungen zur Eindämmung der Houthi-Angriffe.

Analysten von Berenberg merken zudem an, dass die Bewertungen im europäischen Technologie- und Telekommunikationssektor zwar noch von KI-Sorgen geprägt sind, dies jedoch attraktive Einstiegschancen für langfristig orientierte Investoren bieten könnte. Für deutsche Anleger bleibt die Lage damit zweigeteilt: Während die US-Märkte von der KI-Euphorie profitieren, zeigt sich Europa zurückhaltender – was jedoch auch Chancen eröffnen könnte.

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