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Ray Dalio warnt: KI-Aktien zeigen klassische Anzeichen einer Blase

Bridgewater-Gründer Ray Dalio warnt vor KI-Blase und zieht Parallelen zu 1929 und 2000.

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Ray Dalio warnt: KI-Aktien zeigen klassische Anzeichen einer Blase

Ray Dalio, der legendäre Gründer von Bridgewater Associates, schlägt Alarm: Der KI-Boom zeige „klassische Anzeichen“ einer Blase. Der Investor, der seinen Hedgefonds ein halbes Jahrhundert lang führte und zu den erfolgreichsten Investmentmanagern der Geschichte zählt, sieht verblüffende Parallelen zu den Jahren 1929 und 2000. Seine Warnung an die Anleger ist deutlich: Vorsicht bei KI-Aktien.

Im August äußerte sich Dalio im Podcast „The Diary of a CEO“ zu den aktuellen Marktbewegungen. Seine Kernaussage: Künstliche Intelligenz weise alle Merkmale einer spekulativen Übertreibung auf. Als zentralen Beleg führt er das zyklisch angepasste Kurs-Gewinn-Verhältnis (CAPE) des S&P 500 an, auch bekannt als Shiller-KGV. Diese Kennzahl setzt die Marktbewertung ins Verhältnis zu den inflationsbereinigten historischen Gewinnen und bietet damit einen langfristigen Blick auf die Bewertungslage.

Die aktuellen Zahlen sind alarmierend: Das CAPE-Verhältnis liegt bei 41. Damit übertrifft es den Höchststand kurz vor dem Börsencrash von 1929 deutlich und liegt nur knapp unter dem Rekordhoch von 44, das im Jahr 2000 kurz vor dem Platzen der Dotcom-Blase erreicht wurde. Für Dalio sind dies die historischen Parallelen, die seine Prognose über die KI-Branche stützen. Er ist überzeugt, dass die Bedingungen bereits begonnen haben, die Blase platzen zu lassen.

Dalios differenzierte Blasen-Analyse

Dalio vermeidet eine binäre Einteilung in „Blase oder keine Blase“. Stattdessen beschreibt er Blasen in Abstufungen. Ein einzelnes Ereignis werde die Blase vermutlich nicht zum Platzen bringen. Allerdings nennt er konkrete Auslöser, die zu einem erzwungenen Verkauf und einem Einbruch der Aktienkurse führen könnten: steigende Zinsen oder Vermögenssteuern.

Hinzu kommt ein weiteres Risiko: In solchen Phasen neigen Unternehmen zu sekundären Aktienemissionen, die das Vermögen der Anleger verwässern. Da Unternehmen theoretisch unbegrenzt Aktien emittieren können, stellt die Verwässerung ein reales Risiko dar. Dalio betont, dass dies die KI-Branche zwar nicht zerstören müsse – das Internet überlebte schließlich die Dotcom-Blase –, aber den Anlegern erhebliche Schmerzen bereiten könne.

Warum Anleger Dalio ernst nehmen sollten

Dalios Erfolgsbilanz spricht für sich. Im Jahr 2008, als der S&P 500 um 37 Prozent fiel, erzielte sein Fonds Bridgewater eine Rendite von 9,5 Prozent. Dies zeigt seine Fähigkeit, turbulente Ereignisse vorherzusehen und in Chancen zur Steigerung der Renditen umzuwandeln.

Die Antwort für Anleger ist jedoch nicht einfach, KI-Aktien komplett zu verkaufen. Ein Blick auf Berkshire Hathaway zeigt: Warren Buffett und sein designierter Nachfolger Greg Abel kaufen unter den aktuellen Marktbedingungen aggressiv Anteile des Google-Mutterkonzerns Alphabet. Sie haben ihre Wertschätzung für das Unternehmen öffentlich bekundet.

Alphabet befindet sich in einer komfortablen Position: Trotz geplanter Investitionsausgaben zwischen 195 und 205 Milliarden Dollar für KI im laufenden Jahr generierte der Konzern in den letzten zwölf Monaten 53 Milliarden Dollar an freiem Cashflow. Das Unternehmen kann also in KI investieren und würde selbst dann stabil bleiben, wenn diese Investitionen nicht die gewünschten Renditen erzielen. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17 könnten die potenziellen Belohnungen die Risiken für künftige Aktionäre überwiegen.

Die Risiken für die meisten KI-Unternehmen

Leider befinden sich die meisten KI-Unternehmen nicht in einer ähnlich starken Position wie Alphabet. Viele haben stark Schulden aufgenommen, um ihre KI-getriebenen Investitionsausgaben zu finanzieren. Steigende Zinssätze würden diese Unternehmen besonders belasten. Noch gravierender: Ein plötzlicher Rückgang der Infrastrukturanforderungen könnte solchen Unternehmen enorme Schwierigkeiten bereiten und einige sogar in die Insolvenz treiben.

Dalio rät den Anlegern daher nicht, die KI komplett aufzugeben. Stattdessen sollten sie das mögliche Szenario einer Korrektur als Gelegenheit betrachten, in die qualitativ hochwertigsten KI-Unternehmen zu investieren – möglicherweise zu niedrigeren Preisen.

Fazit: Vorsicht, aber nicht Panik

Dalio könnte mit seiner Einschätzung zum Ausmaß der KI-Blase falsch liegen. Selbst wenn er recht hat, könnte das Wachstum in absehbarer Zukunft weitergehen. Und ähnlich wie das Internet die Dotcom-Blase überlebte, wird auch die KI wahrscheinlich Bestand haben, selbst wenn der Sektor einen Abschwung erlebt.

Dennoch gilt: Historisch extrem hohe Shiller-CAPE-Verhältnisse haben tiefen Konjunktureinbrüchen vorausgegangen. Es ist daher ratsam, auf ein solches Ereignis vorbereitet zu sein. Für Anleger, die weiterhin in den KI-Sektor investieren möchten, könnte es sinnvoll sein, in höherwertige KI-bezogene Tech-Aktien oder konservativere Anlagen zu rotieren – genau wie Dalio es rät.

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