Upward Spiral setzt auf Bandfilter bei Goldanlage ERPM
Das private Bergbauunternehmen Upward Spiral 1471 ersetzt am Standort ERPM in Benoni die herkömmliche Tailings-Lagerung durch eine neue Bandfiltertechnik.

Das privat geführte Bergbauunternehmen Upward Spiral 1471 mit Sitz im East Rand der südafrikanischen Provinz Gauteng hat an seinem Standort ERPM in Benoni eine neue Bandfiltertechnologie eingeführt. Nach Unternehmensangaben soll das System die Betriebskosten senken, die Effizienz steigern und zugleich ökologische Vorteile bringen. Das Filtersystem ist für Anwendungen in der Mineralverarbeitung konzipiert und macht laut Upward Spiral das Pumpen kontaminierten Wassers aus den Bergbauaktivitäten zu externen Halden außerhalb des Geländes überflüssig.
Die Technologie selbst ist nicht neu, ihre Anwendung in der Goldverarbeitung bezeichnet das Unternehmen jedoch als „innovativ". Thabang Masuku, metallurgischer Leiter bei Upward Spiral 1471, erläutert den Unterschied zur gängigen Praxis: „Traditionell erfolgt die Filtration von Mineralschlamm im Labormaßstab. Im großen industriellen Maßstab setzen Goldverarbeitungsanlagen jedoch typischerweise keine Bandfilter ein. Stattdessen verlassen sie sich auf sogenannte Tailings-Storage-Facilities." Dabei handelt es sich um Halden zur Lagerung von Aufbereitungsrückständen.
Die Details
Das neue System arbeitet nach Angaben des Unternehmens nach einem vergleichsweise einfachen Prinzip. Der Schlamm wird direkt auf ein Filterband innerhalb der Anlage gezogen, während eine Vakuumabsaugung das Wasser nahezu sofort entfernt und einen gefilterten Kuchen erzeugt. Dieses Wasser wird in Betondämmen am Standort ERPM gespeichert und kann dem Prozess unmittelbar wieder zugeführt werden. Herkömmliche Anlagen dagegen müssen das Wasser über weite Strecken pumpen und später zurückgewinnen.
Upward Spiral erwartet, dass etwa 40 Prozent des insgesamt aufbereiteten Wassers unmittelbar durch den Filter zurückgewonnen werden. „Da die Filtration indoor stattfindet, können wir das System sogar abdecken, um weitere Verluste zu minimieren. Im Wesentlichen ermöglicht es uns, in einem nahezu geschlossenen Wasserkreislauf zu operieren, was ein entscheidender Vorteil in wasserarmen Umgebungen ist", hebt Masuku hervor.
Zur traditionellen Methode erklärt Masuku: „Dies ist im Wesentlichen ein großer Damm, in den Abfallmaterial gepumpt wird, wodurch sich Feststoffe absetzen, während das Wasser zurückgewonnen und wieder zur Anlage gepumpt wird." Dieser Ansatz erfordere erhebliche Infrastruktur, kontinuierliches Pumpen sowie große Flächen und berge Umweltrisiken – darunter eine potenzielle Bodenkontamination und Wasserverluste durch Verdunstung.
Upward Spiral betont, dass durch den vollständig innerhalb der Anlage ablaufenden Prozess nur minimale Bodeninteraktionen stattfinden und damit das Risiko einer Umweltkontamination reduziert wird. „Im Gegensatz zu traditionellen Tailings-Anlagen, die extensive Abdichtungen, laufendes Management und langfristige Sanierungsmaßnahmen erfordern, eliminiert dieser Ansatz die Notwendigkeit großer externer Speicherinfrastruktur und der damit verbundenen Umweltrisiken", so das Unternehmen. „Bei diesem System verlässt nur der gefilterte Kuchen die Anlage. Das Wasser wird kontinuierlich wiederverwendet. Es sind keine großen Dämme erforderlich, es besteht kein Versickerungsrisiko in den Boden und keine Verdunstungsverluste", betont Masuku.
Der gefilterte Kuchen selbst kann laut Unternehmen weiterverarbeitet oder neutralisiert werden, um restliche Chemikalien zu entfernen. Anschließend lässt er sich verantwortungsvoll zur Rekultivierung abgebauter Gebiete nutzen.
Nach Angaben von Upward Spiral ist der Bandfilter zudem effizienter und kostengünstiger. „Aus operationeller Sicht sparen Sie Zeit und Energie, da alles in einem geschlossenen Kreislauf geschieht. Sie müssen Material nicht über weite Strecken pumpen, benötigen keine schwere Maschinen zum Bau und zur Wartung von Tailings-Dämmen und reduzieren den Gesamtverbrauch an Wasser und Strom", so Masuku. Eine detaillierte Kostenanalyse sei zwar noch nicht abgeschlossen, doch erwarte das Unternehmen „eine signifikante Reduzierung der Betriebskosten" im Vergleich zu herkömmlichen Methoden.
Upward Spiral zufolge ist ERPM die erste Goldanlage in ihrer Region, die eine Bandfiltration in diesem Umfang implementiert. „Andere Anlagen verwenden möglicherweise kleinere Filterpressensysteme, die nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren, aber diese sind nicht für große Volumina geeignet. Der Bandfilter wurde speziell für hochdurchsatzfähige industrielle Anwendungen wie unsere entwickelt", erklärt Masuku.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 24.04.2026 berichtete aktien.news, dass Südafrikas Bergbau auf Innovation beim Tailings-Management setzt. Beim „Tailings"-Webinar von Creamer Media diskutierten Branchenexperten über verantwortungsvolles Tailings-Management und effektive Landrekultivierung. Im Mittelpunkt standen regulatorische, finanzielle, technische und soziale Barrieren, die Rekultivierungsbemühungen verlangsamen. Jaco Schoeman, COO von DRDGOLD, skizzierte die Entwicklung des Wiederaufbereitungs- und Rekultivierungsbetriebs Ergo am East Rand in Gauteng über die letzten 50 Jahre und beschrieb eine grundlegende Verschiebung vom Untertagebau hin zum Übertagebau.
Am 03.10.2026 berichtete aktien.news, dass neue Filtertechnologien für Tailings den Wasserverbrauch im Bergbau senken. Die Filtration von Tailings habe sich von einer Nischenüberlegung zu einem zentralen Pfeiler nachhaltiger Bergbauplanung entwickelt. Als Treiber nannte der Bericht verschärfte Wasservorschriften, wachsenden Druck seitens der Gemeinden sowie die kostspieligen Altlasten konventioneller Tailings-Speicheranlagen. Betreiber beschleunigen demnach die Einführung von gefilterten, trocken gestapelten Tailings-Systemen und fortschrittlichen Entwässerungstechnologien, die die Abhängigkeit von Frischwasser drastisch reduzieren, ohne die Durchsatzleistung zu beeinträchtigen.
Ergänzend meldete aktien.news am 31.07.2026, dass Namibias Bergbau auf Wassermanagement und integrierte Lösungen setzt. Das Unternehmen AECI Mining verwies auf die wachsende Bedeutung von Wassermanagement für die namibische Bergbauindustrie. Viele Betriebe suchten nach praktischen Wegen, um mehr Wasser aus ihren Prozessen zurückzugewinnen und wiederzuverwenden.
Was das für Anleger bedeutet
Upward Spiral 1471 ist ein privat geführtes Unternehmen ohne börsennotierten Ticker, direkte Investitionsmöglichkeiten ergeben sich daraus für deutsche Privatanleger nicht. Relevanz entsteht über den weiteren Kontext: Effizienzgewinne und Wasserrecycling gelten im südafrikanischen Goldbergbau zunehmend als Wettbewerbsfaktor. Der in der Quelle genannte Wasserfaktor von etwa 40 Prozent zurückgewonnenen Prozesswassers und die erwartete Senkung der Betriebskosten sind für Investoren ein Signal, wie sich Kostendruck und Umweltauflagen in der Branche verändern.
Wichtig ist die Einordnung: Die detaillierte Kostenanalyse steht laut Unternehmensangaben noch aus. Die erwarteten Einsparungen sind bislang eine Prognose des Betreibers, keine belegte Kennzahl. Anleger sollten solche Angaben als Planungsgröße behandeln und erst durch harte Betriebsdaten bestätigt sehen. Für Titel mit Bezug zum südafrikanischen Bergbau bleibt die Frage zentral, ob sich derartige Technologien flächendeckend durchsetzen und damit die hohen Kosten konventioneller Tailings-Halden verdrängen.
Ausblick
Upward Spiral schließt nach eigenen Angaben derzeit die detaillierte Kostenanalyse des Systems ab. Das Unternehmen erwartet eine signifikante Reduzierung der Betriebskosten gegenüber herkömmlichen Methoden. Zudem will es die Filtration durch eine mögliche Abdeckung des Systems weiter optimieren, um zusätzliche Wasserverluste zu minimieren. Eine belastbare Bewertung der tatsächlichen Einsparungen wird damit erst nach Abschluss dieser Analyse möglich sein.
Kurz erklärt
- Tailings: Rückstände, die bei der Aufbereitung von Erz anfallen und üblicherweise gelagert werden müssen.
- Bandfilter: Anlage, die Feststoffe aus einem Schlamm abtrennt und dabei einen gefilterten Kuchen erzeugt.
- Filterkuchen: Der feste Rückstand, der nach dem Entzug des Wassers auf dem Filterband zurückbleibt.
- Rekultivierung: Die Wiederherstellung genutzter Flächen, etwa abgebauter Bergbauareale.
