Grupo Mexico treibt US-Kupferprojekte mit bis zu 6 Milliarden Dollar voran
Der mexikanische Bergbaukonzern will Asarco ausbauen und rechnet mit Ausgaben von 4 bis 6 Milliarden Dollar über drei Jahre.

Grupo Mexico will die großen Investitionen in seine US-amerikanische Bergbau-Tochter Asarco vorantreiben. Der mexikanische Bergbau- und Transportkonzern kündigte am Donnerstag an, die Minen Ray und Silver Bell im US-Bundesstaat Arizona auszubauen und den Schmelz- und Raffineriebetrieb im Hayden-Werk wieder aufzunehmen. Damit reagiert das Unternehmen auf einen Rückgang der Kupferproduktion im dritten Quartal, hält aber an seinen langfristigen Expansionsplänen in den Vereinigten Staaten fest.
Wie der Leiter des Bergbaus, Leonardo Contreras, in einer Telefonkonferenz mit Analysten mitteilte, erwartet Grupo Mexico über die nächsten drei Jahre hinweg Ausgaben zwischen 4 Milliarden und 6 Milliarden US-Dollar für die Hauptprojekte von Asarco. Diese Summe markiert einen deutlichen Anstieg gegenüber den jüngsten Ausgaben des Unternehmensbereichs, die im Jahr 2024 lediglich bei 101 Millionen US-Dollar lagen. Zugleich entspricht der Rahmen dem, was der Konzern zuvor als potenzielle Expansionspläne in den USA angedeutet hatte.
Die Ankündigung folgt auf die Meldung von Grupo Mexico, dass die Kupferproduktion im dritten Quartal um etwa 2 Prozent gesunken war. Als Ursache nannte das Unternehmen niedrigere Produktionsmengen in den USA und in Peru. An der Börse kam die Nachricht nicht gut an: Die Aktien von Grupo Mexico schlossen am Donnerstag um mehr als 4 Prozent im Minus und gehörten damit zu den schwächsten Performern am mexikanischen Markt. Auch die Kupferpreise fielen an diesem Tag.
Die Details
Im Zentrum der US-Pläne stehen drei Vorhaben. Erstens die Erweiterung der Ray-Mine, an der Grupo Mexico nach Angaben von Contreras weiterhin arbeitet und parallel Machbarkeitsstudien durchführt. Zweitens das Projekt Silver Bell, das sich ebenfalls in der Machbarkeitsphase befindet; hier erwartet das Unternehmen in den kommenden Quartalen mehr Klarheit. Drittens die Wiederaufnahme des Betriebs im Hayden-Werk.
Zum Hayden-Werk äußerte sich Contreras zunehmend optimistisch. Die Anlage soll über eine Kapazität zur Verarbeitung von 1,4 Millionen metrischen Tonnen Kupferkonzentrat pro Jahr verfügen. Dadurch würden zusätzliche Kupferverarbeitungskapazitäten in den USA wiederhergestellt. „Das würde fast 350.000 Tonnen enthaltenem Kupfer entsprechen", sagte Contreras. „Wenn dies in unsere Raffinerie eingespeist wird, könnten wir auf 500.000 Tonnen Kupfer kommen."
Der Manager machte deutlich, dass die Investitionsentscheidung auch vor dem Hintergrund der politischen Lage in Washington zu sehen ist. Grupo Mexico hat bereits seit Längerem erwogen, die Produktion seiner US-amerikanischen Vermögenswerte anzukurbeln, insbesondere da Washington die inländische Kupferproduktion und die Sicherung kritischer Mineralstofflieferketten priorisiert. Bereits im September hatten Analysten von Itau erklärt, dass das Management beabsichtige, trotz der Unsicherheit bezüglich möglicher US-Zölle mit den Investitionen in Asarco fortzufahren. Gleichzeitig bewertet das Unternehmen nach diesen Angaben Möglichkeiten zur Integration mexikanischer Konzentrate und US-amerikanischer Kupferschrott-Rohstoffe.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 04.08.2026 berichtete aktien.news, dass Mexikos Bergbauindustrie auf ein starkes Investitionsjahr zusteuert. Der Branchenverband Camimex (Cámara Minera de México) erwartete für 2026 ein Gesamtinvestitionsvolumen von 6,4 Milliarden US-Dollar – ein Anstieg von 30,8 Prozent gegenüber den 4,9 Milliarden US-Dollar des Jahres 2025. Im Jahr 2025 waren die Investitionen hinter den Erwartungen zurückgeblieben: Ursprünglich hatte Camimex 5,31 Milliarden US-Dollar prognostiziert, tatsächlich wurden jedoch nur 4,90 Milliarden US-Dollar investiert. Die großen Betreiber wollen ihre Ausgaben nun deutlich steigern, um die Lücke zu schließen.
Auch in den USA selbst bewegt sich viel. Am 26.03.2026 meldete aktien.news, dass Taseko Mines in Arizona die Produktion seiner Florence-Kupfermine vorantreibt. Chief Executive Stuart McDonald gab auf der CERAWeek-Konferenz von S&P Global in Houston bekannt, dass das Projekt auf eine Jahresproduktion von rund 85 Millionen Pfund Kupferkathoden abzielt. Am 30.04.2026 berichtete aktien.news, dass South32 die geschätzten Investitionsausgaben (Capex) für sein Taylor-Projekt in Arizona erheblich nach oben korrigiert hat – von ursprünglich 2,16 Milliarden US-Dollar auf nunmehr 3,3 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von rund 53 Prozent gegenüber der ursprünglichen Schätzung.
Für die peruanische Seite, auf die Grupo Mexico langfristig setzt, lieferte aktien.news am 15.07.2026 Zahlen: Peru steigerte im Mai seine Kupferproduktion im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,3 Prozent auf rund 226.096 Tonnen. Im Fünfmonatszeitraum von Januar bis Mai legte die Förderung um 3,3 Prozent auf insgesamt 1,14 Millionen Tonnen zu. Peru belegt global den dritten Platz unter den Kupferproduzenten.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Ankündigung vor allem ein Signal zu Kapitalbindung und Timing. Grupo Mexico hebt die geplanten Ausgaben für Asarco auf einen Rahmen von 4 Milliarden bis 6 Milliarden US-Dollar über drei Jahre an – nach 101 Millionen US-Dollar im Jahr 2024. Solche Sprünge bedeuten zunächst eine höhere Kapitalbindung und belasten den freien Cashflow, bevor die neuen Kapazitäten Erträge liefern. Der Markt hat am Donnerstag mit einem Kursrückgang von mehr als 4 Prozent reagiert, zumal auch die Kupferpreise fielen.
Zugleich zeigt die Ankündigung, dass der Konzern sein US-Standbein stärken will. Die US-Politik priorisiert die inländische Kupferproduktion und die Sicherung kritischer Mineralstofflieferketten – ein Umfeld, das Investitionen in Arizona begünstigt. Das September-Research von Itau deutet darauf hin, dass das Management die Asarco-Pläne trotz der Unsicherheit über mögliche US-Zölle weiterverfolgt. Anleger sollten die genannten Zeitpunkte und Machbarkeitsstudien im Auge behalten, da sich daraus der tatsächliche Investitionspfad ableitet. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Auf der US-Seite bleibt die Ray-Mine in der Erweiterung, während sich Silver Bell in der Machbarkeitsphase befindet; hier erwartet Grupo Mexico in den kommenden Quartalen mehr Klarheit. Beim Hayden-Werk zeigt sich Contreras zunehmend optimistisch hinsichtlich einer Wiederaufnahme des Betriebs. Der langfristige Wachstumsfokus liegt dennoch auf Peru, wo die Tochtergesellschaft Southern Copper aktiv ist. Der Startbetrieb des Flaggschiffprojekts Tia Maria wurde diese Woche vom vierten Quartal 2027 auf das erste Halbjahr 2028 verschoben. Zudem entwickelt Southern Copper die Projekte Los Chancas und Michiquillay, die voraussichtlich jährlich 130.000 beziehungsweise 225.000 Tonnen Kupfer produzieren sollen. Beide sind derzeit für den Betriebsbeginn um das Jahr 2032 geplant.
Kurz erklärt
- Kupferkonzentrat: Ein aufbereitetes Erzprodukt mit erhöhtem Kupferanteil, das vor dem Schmelzen und Raffinieren entsteht.
- Raffinerie: Eine Anlage, in der Metalle aus Zwischenprodukten zu hochreinem Metall weiterverarbeitet werden.
- Machbarkeitsstudie: Eine Prüfung, die technische und wirtschaftliche Realisierbarkeit eines Bergbauprojekts bewertet.
