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Übernahme-Spekulationen beflügeln Austal-Aktie: Zweiter Interessent für US-Geschäft

Zweiter Interessent für US-Geschäft treibt Kurs des australischen Schiffbauers auf 4,62 AUD.

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Übernahme-Spekulationen beflügeln Austal-Aktie: Zweiter Interessent für US-Geschäft

Die Aktien des australischen Schiffbauers Austal (ASX: ASB) sind am Montag kräftig gestiegen und erreichten mit bis zu 4,62 AUD den höchsten Stand seit Mitte August. Der Kurs legte zeitweise rund 3,5 Prozent zu, nachdem das Unternehmen bestätigte, erste unverbindliche Gespräche mit dem US-Unternehmen Wildcat Infrastructure über einen möglichen Verkauf der US-Sparte geführt zu haben.

Damit zeichnet sich ein zweiter Interessent für das US-Geschäft von Austal ab. Das Unternehmen betonte jedoch in einer Pflichtmitteilung an die australische Börsenaufsicht ASX, dass bisher kein formelles Angebot vorliege. Die Gespräche mit Wildcat Infrastructure befinden sich demnach in einem frühen und unverbindlichen Stadium.

Wildcat Infrastructure als zweiter Bieter

Die Nachricht über Wildcat Infrastructure als weiteren potenziellen Käufer hat die Übernahmephantasie am Markt neu entfacht. Bereits zuvor hatte die südkoreanische Hanwha-Gruppe ein bedingtes, nicht bindendes Angebot für die US-Einheiten von Austal vorgelegt. Hanwha, die bereits einen Anteil von 19,9 Prozent an Austal hält, bewertet das US-Geschäft auf einen Unternehmenswert zwischen 1,05 Milliarden und 1,2 Milliarden US-Dollar.

Die Südkoreaner haben ihre Ambitionen im US-Schiffbau bereits im Jahr 2024 durch die Übernahme der Philly Shipyard unter Beweis gestellt. Für die Due-Diligence-Prüfung des Austal-US-Geschäfts erhielt Hanwha einen Zeitraum von vier Wochen eingeräumt. Die Möglichkeit eines Bieterwettstreits zwischen Hanwha und Wildcat Infrastructure sorgt nun für zusätzliche Spannung an den Märkten.

Strategische Bedeutung und operative Herausforderungen

Die US-Sparte von Austal besitzt eine hohe strategische Bedeutung. Die Werft in Mobile, Alabama, produziert essenzielle Schiffe für die US Navy und die US Coast Guard. Gleichzeitig steht das US-Geschäft jedoch massiv unter Druck. Im Geschäftsjahr 2026 verzeichnete die US-Division einen EBIT-Verlust von 202,8 Millionen AUD, was maßgeblich auf Rückstellungen für verlustbringende Verträge zurückzuführen ist.

Die Verluste in den USA belasteten den Gesamtkonzern erheblich. Austal wies für das Geschäftsjahr 2026 einen Nettoverlust von 53,6 Millionen AUD aus. Ein völlig anderes Bild zeigt sich dagegen in der australasiatischen Sparte: Diese erzielte mit einem Rekord-EBIT von 85,3 Millionen AUD einen Anstieg von 137 Prozent gegenüber dem Vorjahr und konnte damit die Verluste aus den USA zumindest teilweise kompensieren.

Kursentwicklung und Marktumfeld

Die aktuellen Übernahmespekulationen haben den Aktienkurs von Austal bereits im vergangenen Monat um rund 18 Prozent steigen lassen. Dennoch notiert das Papier weiterhin deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch. Marktbeobachter sehen in der Entwicklung eines möglichen Bieterwettstreits einen zentralen Kurstreiber.

Das Marktumfeld für australische Verteidigungsaktien bleibt insgesamt günstig. Robuste staatliche Schiffbauprogramme und wachsende Auftragsbücher ziehen weiterhin Kapital an. Während die globalen Märkte wie der S&P 500 und der Dow Jones zuletzt eine gewisse Zurückhaltung zeigten, profitierte der australische Markt von einer Stärke bei Goldminenbetreibern und Industriewerten.

Für Anleger bleibt die Situation zweigeteilt: Einerseits eröffnet das Interesse eines zweiten Bieters die Chance auf einen höheren Verkaufspreis für das US-Geschäft. Andererseits ist die Unsicherheit angesichts des frühen Stadiums der Gespräche mit Wildcat Infrastructure nicht zu unterschätzen. Die kommenden Wochen, insbesondere der Abschluss der Due Diligence durch Hanwha, dürften für die weitere Richtung entscheidend sein.

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