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Türkische Geldkrise belastet den schnell wachsenden Markt für Unternehmensanleihen

Nach dem Ausfall zweier Vermögensverwalter fließen Milliarden ab – kleinere Firmen könnten den Zugang zu Finanzierungen verlieren.

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Türkische Geldkrise belastet den schnell wachsenden Markt für Unternehmensanleihen

Die Krise, die die türkische Investmentbranche erschüttert, droht auf den schnell wachsenden Markt für Unternehmensanleihen überzugreifen. Nach Einschätzung der Beteiligten könnte dies insbesondere kleineren Unternehmen den Zugang zu Finanzierungen erschweren. Auslöser der Unruhe war der Ausfall von Tilgungszahlungen durch Tera Portfoy Yonetimi AS und Pusula Portfoy Yonetimi AS im vergangenen Monat.

Die Folgen sind erheblich: Offizielle Daten zeigen, dass sich der Gesamtwert der Portfolios in der gesamten türkischen Fondsbewirtschaftungsbranche um 1,5 Billionen Lira verringerte. Das entspricht umgerechnet rund 30,3 Milliarden US-Dollar. Es handelt sich damit um einen der schwersten Rückschläge für die türkische Vermögensverwaltung in jüngerer Zeit.

Anleger warnen, dass diese massiven Abflüsse die Fähigkeit der Fonds einschränken, weiteres Risiko einzugehen. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Vermögensverwalter ohnehin bereits mit Anleihen von Firmen belastet sind, die im Zentrum der aktuellen Krise stehen. Die Kapitalbasis, auf die die Fondsverwalter bauen können, ist dadurch deutlich geschrumpft.

Was der Ausfall für den Markt bedeutet

Der türkische Markt für Unternehmensanleihen galt bis zuletzt als Wachstumssegment, über das sich Firmen abseits der klassischen Bankkredite Kapital beschaffen konnten. Genau dieses Instrument gerät nun unter Druck. Wenn Fonds weniger neues Risiko zeichnen können, sinkt die Nachfrage nach Neuemissionen – ein Mechanismus, der besonders kleinere und weniger bonitätsstarke Emittenten trifft.

Hinzu kommt ein Vertrauenseffekt. Der Ausfall zweier Vermögensverwalter innerhalb kurzer Zeit hat die Risikowahrnehmung der Anleger verändert. Abflüsse aus Fonds reduzieren das verwaltete Vermögen, und ein kleineres Portfolio bedeutet in der Regel auch eine geringere Aufnahmefähigkeit für neue Anleihen. Damit schließt sich ein Kreislauf: weniger Zuflüsse, weniger Spielraum für Engagements, möglicherweise steigende Finanzierungskosten für die Unternehmen.

Einordnung für deutsche Anleger

Für Investoren außerhalb der Türkei ist die Entwicklung vor allem ein Signal für die Risikolage am türkischen Kapitalmarkt. "Portfoy Yonetimi" bedeutet übersetzt Vermögensverwaltung – die betroffenen Gesellschaften gehören also zu jener Branche, die für Anleger Geld in Fonds und Anleihen anlegt. Wenn diese Verwalter selbst unter Druck geraten, wirkt das unmittelbar auf die Preise und die Liquidität der von ihnen gehaltenen Titel.

Deutsche Anleger, die über Fonds oder Direktanlagen in türkischen Unternehmensanleihen engagiert sind, sollten daher nicht nur die Bonität der einzelnen Emittenten im Blick behalten, sondern auch die Stabilität der dahinterstehenden Fondsverwaltung. Der Fall zeigt, wie eng die Schicksale von Fondsbranche und Anleihemarkt in der Türkei mittlerweile verflochten sind.

Die entscheidende Frage bleibt, ob sich die Abflüsse stabilisieren lassen. Solange Fonds mit Anleihen belasteter Firmen im Depot zu kämpfen haben, dürften sie bei neuen Engagements zurückhaltend bleiben. Für den schnell gewachsenen Markt für türkische Unternehmensanleihen steht damit ein Belastungstest an – mit möglichen Folgen weit über die betroffenen Fonds hinaus.

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