ANZEIGE

Turing-Institut fordert günstigere KI-Modelle für britische Dienste

George Williamson will weg von teuren Spitzenmodellen und mehr Bürgerbeteiligung an der KI-Debatte.

•• 4 Min
Turing-Institut fordert günstigere KI-Modelle für britische Dienste

Das britische Alan-Turing-Institut fordert einen Kurswechsel in der staatlichen KI-Strategie. Der neue Leiter der Einrichtung, George Williamson, plädiert dafür, dass Großbritannien für viele öffentliche Dienste günstigere KI-Modelle einsetzen sollte, statt automatisch auf „außerordentlich teure" Spitzenprodukte zurückzugreifen. Das Turing Institute spielt eine führende Rolle bei der Entwicklung der britischen Nationalpolitik für künstliche Intelligenz.

Williamson sagte in einem Interview mit der Financial Times, seine Priorität liege darin, das 11 Jahre alte Institut auf den Aufbau nationaler Resilienz in den Bereichen KI, Desinformation und technologische Souveränität auszurichten. „Wenn wir darüber nachdenken, wie wir KI im großen Maßstab in unseren öffentlichen Diensten und zum nationalen Wohl einsetzen können, haben einige dieser Technologien aufgrund der in ihnen gebündelten Leistungsfähigkeit das Potenzial, außerordentlich teuer zu sein", sagte er.

Anwendungsspezifische Modelle als Alternative

Der Institutsleiter verweist auf eigene Forschungsarbeiten, die zeigen, dass sich mit stärker spezialisierten Modellen nahezu die Leistung von Spitzenmodellen erreichen lässt. Gemeint sind Modelle, die auf bestimmte Funktionen statt auf ein breites Spektrum von Fähigkeiten ausgelegt sind. „Und wenn man die Logik dahinter durchgeht, ist dies rechnerisch effizienter – und am Ende auch finanziell effektiver", so Williamson.

Neben der Effizienzfrage mahnt Williamson eine breitere gesellschaftliche Debatte an. Viele Menschen fühlten sich von den Diskussionen über KI-Sicherheit „ausgeschlossen", selbst während die Befürchtungen hinsichtlich der Risiken wuchsen. „Ich spreche mit vielen Menschen, die nicht am Turing Institute arbeiten, ganz normale Bürger [und] sie fühlen sich von dieser Diskussion über KI sehr ausgeschlossen", sagte er. „Denn viele dieser Probleme sind moralischer, ethischer Natur oder betreffen Politik und Regulierung." Die Regierung müsse daher die Debatte über den Einsatz der Technologie erweitern.

Als aktuellen Anlass für die wachsende Dringlichkeit nennt Williamson jüngste Hacks durch KI-Agenten. Der Einbruch von OpenAI in australische Regierungswebseiten habe die potenziellen Auswirkungen der Technologie auf große nationale IT-Systeme unterstrichen und Politiker dazu gezwungen, die steigenden Risiken anzuerkennen. Diese Vorfälle hätten die Risiken verdeutlicht, wie die Technologie „in der Gesellschaft wirkt", selbst wenn sie in Bereichen wie öffentlichen Diensten, nationaler Sicherheit und Wirkstoffentwicklung enorme Chancen biete.

Für deutsche Beobachter ist der Vorstoß insofern relevant, als auch hierzulande über Kosten und Nutzen großer KI-Modelle in der öffentlichen Verwaltung diskutiert wird. Der britische Ansatz, stärker auf effiziente, anwendungsspezifische Systeme zu setzen, könnte als Blaupause für europäische Strategien dienen – zumal die Frage nach technologischer Souveränität in beiden Ländern an Bedeutung gewinnt.

Wissenschaft der Verifikation als Schutzmechanismus

Die Hacking-Vorfälle hätten gezeigt, wie KI-Technologien, die sich im Labor „auf bestimmte Weise verhalten", im realen externen Einsatz oft „ganz anders und unerwartet" funktionieren, sagte Williamson. Das Turing Institute – zusammen mit anderen britischen Institutionen wie dem AI Security Institute – spiele eine Rolle bei der Entwicklung von „Abschwächungsmaßnahmen" und einer „Wissenschaft der Verifikation und Sicherstellung" für diese Gefahren.

Williamson war zuvor Leiter des Government Communications Centre (GCHQ), wo er an der Entwicklung von Werkzeugen und Technologien für die nationale Sicherheit arbeitete. Zuvor war er mehr als 20 Jahre im diplomatischen Dienst tätig, darunter als Generaldirektor für Technologie im Foreign, Commonwealth and Development Office. „Für mich sitzt das Turing Institute genau an der richtigen Stelle im nationalen System", sagte er. „Es ist nah an der Regierung, aber unabhängig von ihr. Es arbeitet mit der Gemeinschaft der nationalen Sicherheit zusammen, aber auch mit einer ganzen Reihe anderer Teile der Gesellschaft."

Williamson hatte das Ruder im Mai nach einer turbulenten Phase am Institut übernommen. Seine Vorgängerin Jean Innes trat im Vorjahr zurück, nachdem der damalige Technologieminister Peter Kyle das Institut als „versagende Organisation" bezeichnet hatte. Die Regierung hatte das Turing Institute gedrängt, seinen Fokus auf Verteidigung, nationale Sicherheit und souveräne KI-Fähigkeiten zu schärfen. Während der Amtszeit von Innes war das Institut von Unruhen unter den Mitarbeitern erschüttert worden; einige protestierten gegen die Art und Weise, wie die Organisation geführt wurde. Innes bestritt die Charakterisierung des Turing Institute als von niedriger Moral und weit verbreiteter Enttäuschung über das Senior Management geplagt.

Neue Führung setzt auf offene Kommunikation

Nach eigenen Angaben arbeitet Williamson daran, die internen Silos aufzubrechen. Teams des Instituts, die zuvor getrennt voneinander gearbeitet hätten, planten nun „mutigere, ehrgeizigere" interdisziplinäre Vorhaben. Zudem hält er Mitarbeitersitzungen namens „Tee mit George" ab, was zwar „ein bisschen altmodisch" klinge, aber eine „offene Atmosphäre schaffen" solle, in der ihm die Menschen sagen könnten, was sie umtreibe.

„Die meisten Managementprobleme in Organisationen lassen sich tatsächlich auf Kommunikation zurückführen und darauf, ob man sich genug sicher fühlt, frühzeitig mit den Mitarbeitern zu kommunizieren", sagte Williamson. „Wir haben sehr früh kommuniziert, daher haben wir in den letzten Monaten viel Arbeit an der strategischen Ausrichtung geleistet, über nationale Resilienz gesprochen und diskutiert, wie wir diese erreichen könnten."

Turing InstituteKi-ModelleGroßbritannienGeorge WilliamsonKi-SicherheitÖffentliche DiensteTechnologische SouveränitätNationale Resilienz

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.