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Trumpismus verändert das republikanische Machtzentrum kaum – eine Analyse

Trotz populistischer Rhetorik bleibt die GOP-Politik näher am traditionellen Konservatismus als weithin angenommen wird.

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Trumpismus verändert das republikanische Machtzentrum kaum – eine Analyse

Donald Trump hat die Republikanische Partei zweifellos geprägt – doch wie tiefgreifend ist dieser Wandel wirklich? Eine Analyse des American Enterprise Institute kommt zu einem überraschenden Ergebnis: Der politische Schwerpunkt der GOP hat sich weit weniger verschoben, als viele glauben. Der Trumpismus ist demnach in hohem Maße personengebunden und kaum auf andere Politiker übertragbar.

Bereits 2016 sorgte Trump mit seinem aggressiven Angriff auf die neokonservative Außenpolitik für Schockwellen im republikanischen Establishment. Er wetterte gegen den Irak-Krieg und schürte die Sorge vor einem isolationistischen Kurs. Doch die Realität seiner Amtsführung erzählt eine andere Geschichte.

Außenpolitik: Näher an Bush als an Isolationismus

Trump regierte nicht als Isolationist. Die gezielte Tötung des iranischen Generals Qassem Soleimani im Jahr 2020 und die Entscheidung, 2025 iranische Atomanlagen zu bombardieren, waren laut der Analyse begrenzte strategische Schläge. Auch die Militäroperation zur Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und zur Entmachtung seines Regimes barg kaum das Risiko eines unkontrollierbaren Konflikts.

Besonders aufschlussreich ist die öffentliche Meinung innerhalb der eigenen Partei: Laut einer aktuellen Umfrage von CBS News unterstützen 92 Prozent der MAGA-Republikaner den Krieg gegen den Iran. Isolationistische Influencer wie Tucker Carlson scheinen damit weit weniger Einfluss zu haben, als viele angenommen hatten. Der politische Schwerpunkt der Rechten liegt nach wie vor deutlich näher an den Positionen der George-W.-Bush-Ära als am Isolationismus.

Wirtschaftspolitik: Steuersenkungen als bleibendes Erbe

Auch in der Wirtschaftspolitik fällt die Bilanz differenzierter aus als erwartet. Trumps dauerhafteste Errungenschaften – Steuersenkungen für Unternehmen und Haushalte, Deregulierung, Ausbau der heimischen Energieproduktion und sein Ansatz bei Künstlicher Intelligenz – hätten laut der Analyse auch in einer Regierung unter Mitt Romney Platz gefunden. Insbesondere die Steuerreform von 2017 trieb Ziele voran, die seit Jahrzehnten im Mittelpunkt der wirtschaftsfreundlichen Agenda der politischen Rechten standen.

Eine klare Ausnahme bildet die Handelspolitik. Trumps Zölle stellen eine scharfe Abkehr von der republikanischen Norm dar. Doch selbst hier hat er den Schwerpunkt der Partei nicht wirklich verschoben – er hat lediglich seine Kritiker zum Schweigen gebracht. Viele republikanische Senatoren sind nach wie vor stille Befürworter des Freihandels. Die mächtige US-Handelskammer hat breit angelegte Zölle öffentlich abgelehnt und betont, welchen Schaden sie der verarbeitenden Industrie, kleinen Unternehmen und den Verbrauchern zufügen.

Ähnlich verhält es sich mit der Haushaltsdisziplin: Trumps fehlendes Bekenntnis zur Schuldenbremse ist eine weitere Abkehr von der Tradition – doch Präsidenten beider Parteien tragen Verantwortung für den gefährlichen Pfad der Staatsverschuldung. Steigende Zinssätze oder das Auslaufen der Treuhandfonds für Sozialversicherung oder Medicare könnten künftig politischen Druck zur Defizitsenkung erzeugen.

Einwanderung als einziges echtes Verschiebungsfeld

In einem Bereich scheint Trump den Schwerpunkt der GOP tatsächlich verändert zu haben: bei der Einwanderung. Doch auch hier zeigen sich Grenzen. Der wachsende wirtschaftliche Bedarf an Einwanderern dürfte die Rechte zumindest geringfügig zur Öffnung zwingen. Bemerkenswert ist zudem, dass öffentlicher Widerstand Trump dazu veranlasste, Beamte der Einwanderungsbehörde aus Minneapolis abzuziehen.

Was den Trumpismus letztlich ausmacht, ist weitgehend personengebunden: seine Impulsivität, sein Prominentenstatus und sein Politikstil. Er ist ein Geflecht aus losen, unzusammenhängenden Ideen – vom Wunsch, Grönland zu erobern, bis zur Überzeugung, dass Merkantilismus der richtige Rahmen für das Verständnis des Welthandels sei. Es ist ein Stil, in dem Wahrheit und Genauigkeit weniger zählen, Korruption normalisiert wird und die Rhetorik derb ist.

Die Schlussfolgerung der Analyse ist eindeutig: Republikanische Spitzenpolitiker, die Trumps Nachfolge anstreben, sollten von ihm übernehmen, was funktioniert – und weglassen, was nicht funktioniert. Dabei sollten sie bedenken, dass in hohem Maße nur Trump selbst authentisch trumpistisch sein kann.

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