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Trade Republic: EU-Verbot kostet Neobroker Millionen an Einnahmen

Das PFOF-Verbot der EU reißt bei Trade Republic eine empfindliche Lücke – Mitgründer Hecker erklärt, wie das Fintech gegensteuert.

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Trade Republic: EU-Verbot kostet Neobroker Millionen an Einnahmen

Der Berliner Neobroker Trade Republic steht vor einer erheblichen Einnahmelücke. Grund ist das EU-weite Verbot des sogenannten Payment for Orderflow (PFOF) – eines Geschäftsmodells, das Neobrokern wie Trade Republic jahrelang als zentrale Einnahmequelle diente. Mitgründer Christian Hecker räumte im WirtschaftsWoche-Podcast „Bitcoin & Beyond" ein, dass das Unternehmen die entstehenden Verluste erst mittel- bis langfristig vollständig ausgleichen werde.

Beim Payment for Orderflow erhalten Broker Provisionen von Börsenhandelsplätzen, wenn sie die Wertpapierorders ihrer Kunden dorthin weiterleiten. Dieses Modell ermöglichte es Trade Republic überhaupt erst, seinen Kunden den Börsenhandel für lediglich einen Euro je Order anzubieten. Zuletzt machten PFOF-Einnahmen noch knapp 20 Prozent des Gesamtumsatzes aus, so Hecker.

Das EU-Parlament beschloss das Verbot im Jahr 2024. In Deutschland trat es zum 1. Juli 2026 in Kraft. Hintergrund der Entscheidung waren Bedenken, Broker könnten Kundenorders bevorzugt an Handelsplätze weiterleiten, die hohe Provisionen zahlen – aber Anlegern schlechtere Kurse bieten. Der Anlegerschutz stand damit klar im Vordergrund.

Dreistelliger Millionenbetrag könnte wegfallen

Die finanziellen Auswirkungen sind beträchtlich. Im Geschäftsjahr 2023/2024 erzielte Trade Republic einen Umsatz von 340 Millionen Euro. Sollte das Unternehmen inzwischen auf 500 Millionen Euro Umsatz gewachsen sein, würde allein durch den Wegfall der PFOF-Einnahmen ein dreistelliger Millionenbetrag fehlen. Eine Summe, die selbst für ein profitables Wachstumsunternehmen spürbar ist.

Trade Republic hat seine Einnahmen seit 2023 bereits breiter aufgestellt – etwa durch ein Zinsangebot für Kundengelder. Dennoch bleibt die Abhängigkeit vom Ordergeschäft ein strukturelles Thema, das das Unternehmen nun aktiv adressieren muss.

Neue Ordertypen und Tools als Antwort

Trotz der Einnahmelücke hält Trade Republic an der Ein-Euro-Order fest. Kundenorders werden künftig an einen von 30 verfügbaren Handelsplätzen weitergeleitet. Zusätzlich führt das Fintech einen neuen Ordertyp ein: Für zwei Euro je Trade können Anleger selbst zwischen verschiedenen Handelsplätzen wählen, um ihre Order auszuführen.

Darüber hinaus stellt Trade Republic ein neues Onlinetool bereit, mit dem Anleger Wertpapiere miteinander vergleichen können. Damit zielt das Unternehmen gezielt auf aktivere Trader – eine Kundengruppe, die häufiger handelt und damit mehr Umsatz generiert.

Mitgründer Hecker zeigte sich dennoch gelassen: Die aktuelle Einnahmelücke sei verkraftbar, da Trade Republic bereits profitabel arbeite. Mit mehr als zehn Millionen Kunden verfügt das Berliner Start-up über eine starke Basis, auf der es sein Geschäftsmodell weiterentwickeln kann.

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