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Goldman Sachs ernennt Bosworth zum kommissarischen Chefjuristen

Michael Bosworth übernimmt die Rolle nach dem Rücktritt von Kathryn Ruemmler, die Verbindungen zu Jeffrey Epstein hatte.

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Goldman Sachs ernennt Bosworth zum kommissarischen Chefjuristen

Goldman Sachs hat am Mittwoch Michael Bosworth zum kommissarischen Chefjuristen (Acting General Counsel) ernannt. Gleichzeitig wurde er in das Kernführungsteam der US-Investmentbank berufen. Bosworth tritt damit die Nachfolge von Kathryn Ruemmler an, deren Rücktritt zum 30. Juni wirksam wurde.

Ruemmler hatte ihren Posten als Chefjuristin und Leiterin der Rechtsabteilung in diesem Jahr niedergelegt, nachdem ihre Verbindungen zum verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein öffentlich bekannt geworden waren. Vom US-Justizministerium veröffentlichte Dokumente hatten gezeigt, dass sie Geschenke von Epstein angenommen und ihn im Umgang mit Medienanfragen zu seinen Verbrechen beraten hatte. Der Skandal hatte erheblichen Druck auf Goldman Sachs ausgeübt.

Ruemmler sagt vor US-Kongress aus

Trotz ihres Rücktritts ist die Affäre für Ruemmler noch nicht abgeschlossen. Sie wird Mitte Juli vor dem Aufsichtsausschuss des US-Repräsentantenhauses aussagen, der im Fall Epstein ermittelt. Der Kongress untersucht damit die Verstrickungen weiterer Personen aus dem Finanz- und Politikumfeld in den Epstein-Komplex.

Zusätzlichen Druck auf Goldman-Sachs-CEO David Solomon hatten die demokratischen US-Abgeordneten Elizabeth Warren und Raja Krishnamoorthi ausgeübt. Sie äußerten Bedenken gegenüber Solomon hinsichtlich seiner berichteten Pläne, Ruemmler trotz ihrer Verbindungen zu Epstein als Beraterin zu behalten. Goldman Sachs lehnte eine Stellungnahme zu einer möglichen Beraterrolle Ruemmlers ab.

Personelle Umstrukturierung an der Führungsspitze

Neben der Ernennung Bosworths zum kommissarischen Chefjuristen nahm Goldman Sachs eine weitere Personalentscheidung vor. Die Bank berief Ericka Leslie, ihre Leiterin der Verwaltung (Chief Administrative Officer), ebenfalls in das Team der leitenden Angestellten. Dies geht aus der Website der Bank hervor.

Die Personalrochaden verdeutlichen, wie stark der Epstein-Skandal die Führungsstruktur einer der renommiertesten Investmentbanken der Wall Street erschüttert hat. Goldman Sachs steht damit vor der Aufgabe, das Vertrauen von Investoren, Regulatoren und der Öffentlichkeit wiederherzustellen. Die Ernennung eines kommissarischen – und damit noch nicht dauerhaften – Chefjuristen signalisiert, dass die Bank die Suche nach einer endgültigen Besetzung der Schlüsselposition noch nicht abgeschlossen hat.

Der Fall Epstein beschäftigt die US-Finanzwelt seit Jahren. Der Milliardär und verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hatte enge Verbindungen zu zahlreichen einflussreichen Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gepflegt. Sein Tod im Jahr 2019 in einem New Yorker Gefängnis – offiziell als Suizid eingestuft – hat die Aufarbeitung seiner Verbrechen und Netzwerke nicht gestoppt, sondern vielmehr intensiviert.

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