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TotalEnergies vs BP: Welche Öl-Aktie ist der bessere Kauf?

Europäische Raffineriemargen sind 2026 deutlich eingebrochen. Die Bank of America sieht TotalEnergies klar im Vorteil gegenüber BP und stuft die französische Aktie als Top-Pick ein.

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TotalEnergies vs BP: Welche Öl-Aktie ist der bessere Kauf?

Die europäischen Raffineriemargen stehen massiv unter Druck. Seit Anfang 2026 liegen sie im Durchschnitt bei nur noch 7,50 Dollar pro Barrel – ein Rückgang von 45 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2025 und sogar 70 Prozent unter dem Höchststand vom November. Für Anleger stellt sich die Frage: Welche der großen Ölaktien bietet jetzt die besseren Chancen?

Bank of America favorisiert TotalEnergies

Die Analysten der Bank of America haben eine klare Präferenz: TotalEnergies erhält ein "Kaufen"-Rating und gilt als Top-Pick unter den europäischen Ölriesen. Der entscheidende Vorteil: Das französische Unternehmen hat seine Aktienrückkaufprogramme bereits frühzeitig neu ausgerichtet. Zudem steht ein deutlicher Anstieg des freien Cashflows bevor, insbesondere durch die Wende im Stromgeschäft.

Das Kursziel der BofA liegt bei 66 Euro pro Aktie beziehungsweise 76 US-Dollar für die ADR. Diese Bewertung basiert auf einem detaillierten Cashflow-Modell mit differenzierten Diskontierungssätzen: 9,1 Prozent für Raffinerie und Marketing, 5,2 Prozent für erneuerbare Energien und 8,8 Prozent für den Corporate-Bereich.

BP kämpft mit strukturellen Problemen

Ganz anders sieht die Situation bei BP aus. Die Bank of America bewertet die britische Aktie weiterhin mit "Underperform". Die schwächeren Raffineriemargen führen zu erheblichen Gewinnkürzungen. Besonders problematisch: Trotz Vermögensverkäufen von über 5 Milliarden Dollar im Jahr 2025 hat sich die Nettoverschuldung zum Jahresende kaum verändert.

Die laufenden Anlagenverkäufe verwässern zudem die Cashflows. BP hat zuletzt vor allem Einzelhandels- und Midstream-Anlagen veräußert, die langfristig stabilen freien Cashflow generieren. Dies erhöht den organischen Break-Even-Ölpreis und begrenzt den Spielraum für höhere Aktionärsrenditen ohne steigende Ölpreise.

Gewinnerwartungen unter Druck

Die Konsensschätzungen für die Gewinne im vierten Quartal 2025 sind seit Jahresbeginn um etwa 5 Prozent gesunken. Gleichzeitig stiegen die Aktienkurse um rund 2 Prozent – eine Diskrepanz zwischen Gewinn- und Kursentwicklung. Die BofA-Analysten haben ihre eigenen Prognosen noch deutlicher gesenkt, wobei die Kürzungen bei TotalEnergies und Equinor moderater ausfallen als bei den Wettbewerbern.

Sektor bleibt auf Veräußerungen angewiesen

Für das vierte Quartal 2025 erwartet die Bank of America, dass die aggregierte Nettoverschuldung der großen Ölkonzerne um etwa 8 Milliarden Dollar sinken wird – hauptsächlich durch Veräußerungserlöse. Shell ist dabei das einzige Unternehmen mit einem quartalsweisen Anstieg.

Der organische freie Cashflow des Sektors wird voraussichtlich hinter Dividenden und Aktienrückkäufen zurückbleiben. Die Unternehmen bleiben daher auf Zuflüsse aus dem Betriebskapital und weitere Vermögensverkäufe angewiesen, um die Aktionärsrenditen zu finanzieren. In diesem herausfordernden Umfeld setzt die Bank of America klar auf TotalEnergies als den aussichtsreicheren Investment-Kandidaten.

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