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TikTok-Deal besiegelt: US-Joint-Venture verhindert Verbot

ByteDance hat eine wegweisende Vereinbarung zur Rettung von TikTok in den USA unterzeichnet. Ein mehrheitlich amerikanisches Joint Venture soll die Daten von über 200 Millionen US-Nutzern sichern und ein drohendes Verbot abwenden.

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TikTok-Deal besiegelt: US-Joint-Venture verhindert Verbot

Der chinesische TikTok-Eigentümer ByteDance hat am Donnerstag den Durchbruch in einem jahrelangen Rechtsstreit verkündet: Ein mehrheitlich in US-Hand befindliches Gemeinschaftsunternehmen soll die populäre Kurzvideo-App vor einem drohenden Verbot in den Vereinigten Staaten bewahren. Die Vereinbarung beendet eine Auseinandersetzung, die bereits im August 2020 unter Präsident Donald Trump begann.

Mehrheitlich amerikanische Eigentümerstruktur

Das neue Joint Venture "TikTok USDS Joint Venture LLC" wird zu 80,1 Prozent von amerikanischen und globalen Investoren kontrolliert, während ByteDance einen Anteil von 19,9 Prozent behält. Zu den drei Hauptinvestoren zählen der Cloud-Computing-Riese Oracle, die Private-Equity-Gruppe Silver Lake und die in Abu Dhabi ansässige Investmentfirma MGX – jeder mit einem Anteil von 15 Prozent.

Weitere namhafte Investoren sind das Dell Family Office von Michael Dell, Gründer von Dell Technologies, sowie Vastmere Strategic Investments, Alpha Wave Partners und weitere Investmentgesellschaften. Ein Beamter des Weißen Hauses bestätigte gegenüber Reuters, dass sowohl die US-amerikanische als auch die chinesische Regierung der Vereinbarung zugestimmt haben.

Datensicherheit und Algorithmus-Kontrolle

Das Joint Venture wird US-Nutzerdaten, Apps und Algorithmen durch umfassende Datenschutz- und Cybersicherheitsmaßnahmen absichern. Der Algorithmus zur Inhaltsempfehlung soll auf Basis von US-Nutzerdaten neu trainiert, getestet und aktualisiert werden. Die Speicherung erfolgt in der US-Cloud von Oracle.

Adam Presser und Will Farrell, ehemalige TikTok USDS-Funktionäre, wurden zum CEO beziehungsweise Chief Security Officer ernannt. TikTok-CEO Shou Chew wurde in den Vorstand des Joint Ventures berufen und leitet weiterhin das globale Geschäft und die Strategie von TikTok.

Trump lobt Deal und dankt Xi Jinping

Präsident Trump, der selbst über 16 Millionen Follower auf seinem persönlichen TikTok-Konto hat, lobte die Vereinbarung in einem Social-Media-Beitrag. TikTok werde nun "einer Gruppe von Großen Amerikanischen Patrioten und Investoren" gehören. Trump dankte ausdrücklich dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping für dessen Zustimmung zur Vereinbarung.

Der Präsident hatte die App wiederholt als einen Faktor für seinen Wahlsieg genannt. Im August startete auch das Weiße Haus ein offizielles TikTok-Konto. Die Vereinbarung erfüllt nach Angaben Trumps die Bedingungen eines im April 2024 verabschiedeten Gesetzes, das ByteDance ursprünglich zur Veräußerung seiner US-Vermögenswerte bis Januar verpflichtete.

Geschäftsmodell und Umsatzbeteiligung

Nach Informationen von Reuters vom September behält ByteDance das Eigentum an den US-Geschäftsbetrieben von TikTok, tritt aber die Kontrolle über Daten, Inhalte und Algorithmus an das Joint Venture ab. Eine separate, vollständig im Besitz von ByteDance befindliche Abteilung soll umsatzgenerierende Geschäftsbetriebe wie E-Commerce und Werbung kontrollieren.

Das neue Joint Venture wird für seine Technologie- und Datendienstleistungen einen Teil des Umsatzes erhalten. Details zur genauen Geschäftsbeziehung zwischen dem Joint Venture und ByteDance müssen die beteiligten Parteien noch offenlegen.

Hintergrund der Auseinandersetzung

Die Vereinbarung markiert einen Meilenstein nach jahrelangen Auseinandersetzungen um die nationale Sicherheit der USA. Kritiker befürchteten, dass die chinesische Regierung über ByteDance Zugriff auf sensible Daten amerikanischer Nutzer erhalten könnte. Der Oberste Gerichtshof hatte das Gesetz zur erzwungenen Veräußerung bestätigt, bevor Trump sich entschied, es nicht durchzusetzen.

Mit über 200 Millionen aktiven Nutzern in den USA ist TikTok eine der einflussreichsten Social-Media-Plattformen des Landes. Die nun gefundene Lösung soll sowohl den Sicherheitsbedenken der US-Regierung Rechnung tragen als auch den Fortbestand der beliebten App sichern.

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