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Sberbank kauft sich bei Halbleiter-Hersteller Element ein

Russlands größte Bank Sberbank übernimmt für 355 Millionen Dollar einen Anteil von 41,9% am Mikrochip-Produzenten Element. Der Schritt ist Teil von Putins Strategie zur technologischen Unabhängigkeit.

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Sberbank kauft sich bei Halbleiter-Hersteller Element ein

Russlands größte Bank Sberbank hat einen bedeutenden Schritt in Richtung technologische Souveränität unternommen. Für umgerechnet 355,73 Millionen Dollar (27 Milliarden Rubel) erwarb das Institut 41,9% der Anteile am Halbleiter-Hersteller Element vom Private-Equity-Fonds Sistema und nicht genannten Minderheitsaktionären.

Element als Schlüsselunternehmen

Element gilt als strategisch wichtiges Unternehmen für Russlands Technologiesektor. Das Unternehmen produziert integrierte Schaltkreise, Halbleiterbauelemente und Mikrochips und ist für etwa die Hälfte der gesamten russischen Mikroelektronikproduktion verantwortlich. Die Fertigungsanlagen sollen laut der russischen Zeitung Kommersant in die Technologie-Sparte der Sberbank integriert werden.

Die Übernahme erfolgt vor dem Hintergrund westlicher Sanktionen, die Russlands Zugang zu kritischen Technologien einschränken. Alle drei beteiligten Unternehmen – Sberbank, Element und Sistema – stehen auf westlichen Sanktionslisten. Die Ukraine warnte jedoch, dass Russland zunehmend geschmuggelte westliche Komponenten durch eigene Technologie ersetzen könne.

Konfrontation mit Rostec droht

Die Transaktion könnte zu einer Auseinandersetzung mit dem staatlichen Verteidigungs- und Technologiekonzern Rostec führen. Das von Sergej Tschemesow geleitete Unternehmen hält 41,6% an Element und hat bereits erklärt, seinen Anteil nicht verkaufen zu wollen. Tschemesow gilt als langjähriger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Rostec war maßgeblich an der Gründung von Element beteiligt, indem es eigene Elektronik-Fertigungsanlagen mit denen von Sistema zusammenführte.

Putin forciert technologische Unabhängigkeit

Die Übernahme passt in Putins Strategie zur Stärkung der technologischen Souveränität Russlands. Am Tag der Bekanntgabe nahm Sberbank-CEO German Gref an einem von Putin geleiteten Treffen zur Mikroelektronikindustrie im Kreml teil. "Führende Länder wie die Vereinigten Staaten, China und die EU-Länder konzentrieren sich darauf, die Souveränität über Schlüsselelemente der Produktionskette in der Elektronik zu stärken", erklärte Putin.

Der russische Präsident betonte, dass die Stärkung militärischer Fähigkeiten sowie Fortschritte in künstlicher Intelligenz und Quantencomputing nur mit einer heimischen Fertigungsbasis möglich seien. "Die russische Armee sollte mit intelligenter Technologie ausgestattet werden, die auf unseren eigenen Lösungen basiert. Dies gilt auch für den zivilen Sektor", so Putin.

Hintergrund der Sanktionen

Westliche Nationen haben Russlands Zugang zu Halbleitern und Mikroelektronik seit Beginn des Ukraine-Krieges massiv eingeschränkt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte beim Weltwirtschaftsforum in Davos eine verstärkte Kontrolle russischer Technologieimporte. Er betonte, Russland könne keine Raketen produzieren, ohne "kritische Komponenten aus China, Europa, den Vereinigten Staaten und Taiwan" zu beziehen.

Die Sberbank, die sich 2020 in Sber umbenannte, positioniert sich zunehmend als Technologieunternehmen. Mit der Element-Beteiligung unterstreicht die Bank diesen strategischen Schwenk und ihre Rolle in Russlands Bemühungen um technologische Autarkie.

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