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Thailand Zinspause: Notenbank hält Leitzins bei 1,00 Prozent

Die Bank of Thailand lässt den Leitzins unverändert bei 1,00 Prozent und ringt um Balance zwischen schwacher Konjunktur und steigender Inflation.

• 3 Min
Thailand Zinspause: Notenbank hält Leitzins bei 1,00 Prozent

Die thailändische Zentralbank (Bank of Thailand) hat ihren Leitzins wie von Experten erwartet unverändert bei 1,00 Prozent belassen. Das Monetary Policy Committee (MPC) stimmte einstimmig für die Beibehaltung des Niveaus, das seit einer Senkung um 25 Basispunkte im Februar gilt. Alle 26 von LSEG befragten Ökonomen hatten diese Entscheidung im Vorfeld prognostiziert.

Die Entscheidungsträger stehen vor der Herausforderung, eine fragile wirtschaftliche Erholung gegen steigende Inflationsrisiken abzuwägen. Während das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal auf 1,9 Prozent im Jahresvergleich abkühlte (nach 2,8 Prozent im ersten Quartal), betonte die Zentralbank, dass das Wachstum derzeit unter seinem Potenzial liege. Aktuelle Daten aus dem dritten Quartal deuten darauf hin, dass die Wirtschaft weiterhin mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen hat.

Das MPC bezeichnete den aktuellen Zinssatz als angemessen, um die wirtschaftliche Erholung zu stützen. Künftige Entscheidungen hängen jedoch von der weiteren Entwicklung des Wachstums und der Inflationsrisiken ab. Die Zentralbank kündigte an, die Auswirkungen des niedrigen Zinsniveaus auf die langfristige makrofinanzielle Stabilität weiterhin genau zu beobachten.

Wachstumsprognosen und die KI-Wette

Die Zentralbank prognostiziert für die kommenden Jahre ein Wachstum von 2,4 Prozent im Jahr 2026 und 2,1 Prozent im Jahr 2027. Unterstützt werden diese Aussichten durch eine stärkere Exportdynamik bei Waren sowie private Investitionen im Bereich Technologie und Künstliche Intelligenz (KI). Dennoch gibt es unterschiedliche Einschätzungen: Während einige Sektoren von der KI-Welle profitieren, stellt die Zentralbank fest, dass Thailand bisher weniger stark von diesem Trend profitiert hat als andere asiatische Volkswirtschaften. Zudem leiden kleine und mittlere Unternehmen (KMU) unter dem intensiven Wettbewerb und den schwierigen Anpassungsbedingungen.

Inflation, Baht und externe Risiken

Die Inflation bleibt ein zentraler Risikofaktor. Die Bank of Thailand erwartet, dass die Teuerungsrate durch steigende Energiepreise und das Wetterphänomen El Niño bis Anfang 2027 ansteigen wird, bevor sie aufgrund von Basiseffekten und schwacher Binnennachfrage wieder moderiert. Die Gesamtinflation wird für 2026 auf durchschnittlich 2,1 Prozent geschätzt, bevor sie 2027 auf 1,3 Prozent sinken soll. Die Kerninflation wird für dieses Jahr auf 1,2 Prozent und für das nächste Jahr auf 1,3 Prozent taxiert.

Zusätzlicher Druck entsteht durch externe Faktoren: Der thailändische Baht hat gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren, da sich die Markterwartungen in Richtung einer restriktiveren US-Geldpolitik verschoben haben. Zudem belasten die durch Spannungen im Nahen Osten gestiegenen Ölpreise die Handelsbilanz und könnten die Zahl der ausländischen Touristenankünfte negativ beeinflussen. Auch die Renditen thailändischer Staatsanleihen sind im Einklang mit den globalen Renditen leicht gestiegen.

Was die Zinspause für den Ausblick bedeutet

Mit der einstimmigen Entscheidung sendet die Notenbank ein Signal der Vorsicht. Einerseits will sie die schwache Konjunktur nicht durch höhere Zinsen zusätzlich bremsen, andererseits mahnen die erwarteten Inflationsrisiken bis Anfang 2027 zur Zurückhaltung bei weiteren Lockerungen. Der Leitzins von 1,00 Prozent liegt damit auf einem Niveau, das die Zentralbank selbst als angemessen für die Stützung der Erholung beschreibt.

Für internationale Anleger ist die Entscheidung vor allem vor dem Hintergrund der globalen Zinsdifferenzen relevant. Solange die US-Notenbank einen restriktiveren Kurs signalisiert, bleibt der thailändische Baht unter Druck, was die Attraktivität thailändischer Anlagen für ausländische Investoren beeinflusst. Gleichzeitig deuten die Prognosen der Bank of Thailand darauf hin, dass die wirtschaftliche Erholung des Landes fragil bleibt und stark von der Exportentwicklung sowie den Investitionen in Zukunftstechnologien abhängt.

Die weitere geldpolitische Ausrichtung dürfte damit maßgeblich davon abhängen, ob sich die Wachstumsdynamik im dritten und vierten Quartal stabilisiert und wie stark die Inflation tatsächlich anzieht. Die Zentralbank hat angekündigt, sowohl die Konjunktur als auch die langfristige makrofinanzielle Stabilität genau im Auge zu behalten.

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